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Neue Photovoltaikanlage in Untergruppenbach – „Ab jetzt arbeitet die Sonne für uns“

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Das Stettenfelsareal in Untergruppenbach deckt seinen Energiebedarf dank einer neuen Photovoltaikanlage nun zu einem Großteil selbst. Bürgermeister Andreas Vierling betont, dass die kommunale Energiewende mittelfristig auch das Stadtsäckel entlasten werde.

Luftaufnahme vom Stettenfelsareal in Untergruppenbach mit Stettenfelsschule, Sporthalle und Stettenfelshalle, die mit PV-Modulen versehen wurden.
Luftaufnahme vom Stettenfelsareal in Untergruppenbach mit Stettenfelsschule, Sporthalle und Stettenfelshalle, die mit PV-Modulen versehen wurden.  Foto: Gemeinde Untergruppenbach

Es ist ein grauer Hebel, mit dem Bürgermeister Andreas Vierling dieser Tage eine elektrische Sicherung einsetzte und damit für Untergruppenbach ein Großprojekt erneuerbarer Energien aktivierte. Die Gemeinde hat dazu in den vergangenen Monaten das Stettenfelsareal, in dem das Freibad sowie die Stettenfelsschule samt Funktionshalle stehen, zu einem kleinen Solar-Kraftwerk gewandelt. Vierling kommentierte seinen symbolischen Akt mit den Worten: „Ab jetzt arbeitet die Sonne für uns – und sie stellt dafür keine Rechnung.“

Es klingt nach einem vorbildlichen Projekt, das der Bürgermeister und der Gemeinderat von Untergruppenbach auf den Weg gebracht haben. Auf dem Areal sind eine Photovoltaikanlage mit einer Maximalleistung von 270 Kilowatt-Peak und ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 630 KWh installiert worden. Mit der Anlage könne künftig ein Großteil des Strombedarfs von Schule, Stettenfelshalle und Freibad aus eigener Erzeugung gedeckt werden, erklärte der Bürgermeister.

Der jährliche Stromverbrauch auf dem Areal liegt nach Angaben von Vierling bei rund 400.000 Kilowattstunden. Durch die PV-Anlage und den Speicher könne ein Autarkiegrad von 65 Prozent erreicht werden – die Gemeinde profitiert als künftig von deutlich geringeren Energiekosten.

Bürgermeister Andreas Vierling legt die Sicherung am Schaltkasten ein und aktiviert damit die neue Photovoltaikanlage des Stettenfelsareals in Untergruppenbach.
Bürgermeister Andreas Vierling legt die Sicherung am Schaltkasten ein und aktiviert damit die neue Photovoltaikanlage des Stettenfelsareals in Untergruppenbach.  Foto: Bernd Günther

Von den 250.000 Euro Stromkosten, die bisher durchschnittlich im Jahr für das Stettenfelsareal anfielen, könne die Gemeinde künftig durch den Einsatz der PV-Anlage rund 100.000 Euro einsparen, sagte Vierling und rechnete einen weiteren Sachverhalt vor: Die Gesamtbaukosten betrugen 475.000 Euro, die Anlage werde sich also voraussichtlich in knapp fünf Jahren amortisiert haben.

599 Photovoltaik-Module auf den Flachdächern installiert

„599 Photovoltaik-Module sind auf den Flachdächern im Sommer angebracht worden“, sagte Matthias Carle vom technischen Bauamt. Mit bis zu elf Mitarbeitern sei die Untergruppenbacher Firma TWE Wörner Energietechnik im Einsatz gewesen. In den Herbstferien seien dann der Batteriespeicher und der mannshohe Schaltschrank mit den Sicherungen installiert worden. Rund elf Kilometer Stromkabel seien für die Anlage verlegt worden.

Ende Oktober sei die Anlage fertiggestellt gewesen – lediglich der vom Netzbetreiber bereitgestellte Rundsteuerempfänger fehlte da noch. Mitte Dezember wurde das notwendige Teil geliefert, so dass Vierling den Schalter umlegen und die Stromproduktion auf den Dächern starten konnte. Durch den Einsatz von Wärmewandlern könne mit der PV-Anlage künftig zudem ein Anteil des Wärmebedarfs auf dem Stettenfelsareal gedeckt werden.

Für Lastspitzen gibt es künftig eigene Stromreserven

Dirk Zimmerling, städtischer Energiemanager, machte auf einen weiteren Nutzen der Anlage aufmerksam: Durch den Batteriespeicher könne eine Stromreserve vorgehalten werden, die verhindere, dass man in den Lastspitzentarif hineinrutsche. Wenn dies bisher geschah – und dafür reichte eine einmalige Überschreitung des sonst maximalen Strombedarfs aus – habe die Gemeinde vom Stromanbieter den deutlich teureren Lastspitzentarif berechnet bekommen, der mit 30.000 Euro zu Buche geschlagen habe. „Das können wir künftig verhindern“, so Zimmerling. 

Mit der Investition sei die Gemeinde einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltige Energieversorgung und Energiekosteneinsparung gegangen. Man zeige, wie kommunales Handeln aktiv zur Energiewende vor Ort beitragen könne, bekräftigte Vierling.

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