2025 wird in Wüstenrot ungewöhnlich viel investiert
Bauprojekte der Gemeinde Wüstenrot summieren sich auf 8,8 Millionen Euro. Der größte Brocken entfällt auf die Zentralisierung der Abwasserbeseitigung. Die hohen Förderungen machen Projekte erst möglich.

Angespannt, aber noch recht ordentlich, so bezeichnet Bruno Bissinger die Situation der steuerschwachen Gemeinde. Am Dienstagabend präsentierte der Kämmerer dem Wüstenroter Gemeinderat letztmals einen Etat. Nach knapp 25 Jahren orientiert er sich beruflich neu. In der mittelfristigen Finanzplanung könnte es jedoch schwieriger werden, muss Bissinger zugeben. „Als Gemeinde müssen wir den Gürtel etwas enger schnallen und uns künftig auf die Pflichtaufgaben bei den baulichen Maßnahmen konzentrieren“, gibt Bürgermeister Timo Wolf die Marschrichtung vor. 2025 sind die Investitionen mit 8,8 Millionen Euro ungewöhnlich hoch. Das ist vor allem der Zentralisierung der Abwasserbeseitigung geschuldet.
Der zweite Funktionsabschnitt ist jetzt in Neulautern gestartet mit einem Umfang von 3,7 Millionen Euro. 3,25 Millionen Euro bekommt die Gemeinde als Zuschuss vom Land. Die 80-Prozent-Förderung bezeichnet der Kämmerer im Gespräch mit der Heilbronner Stimme als „opulent gut“, sonst könnte sich Wüstenrot diese Maßnahme nicht leisten. Etwa 8,7 Millionen Euro beträgt der Eigenanteil an dem 52 Millionen Euro teuren Mammutprojekt mit Anschluss auch der Kläranlagen Hirrweiler und Stocksberg.
Erweiterung des Feuerwehrhauses in Weihenbronn soll starten
Losgelegt wird 2025 auch mit dem Anschluss von Bärenbronn an den Abwasserkanal. Da schlägt die erste Tranche mit 950.000 Euro zu Buche. Die Gesamtkosten summieren sich auf 1,3 Millionen Euro. 723.000 Euro sind durch den Landeszuschuss gedeckt.
Über eine „super Förderung“, so der Kämmerer, darf sich die Gemeinde auch bei der Erweiterung um fünf Fahrzeugboxen und dem Umbau des Feuerwehrhauses in Weihenbronn freuen. Mit Mitteln aus dem Ausgleichstock und der Fachförderung macht das 1,125 Millionen Euro aus bei Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro. 900.000 Euro sind im Haushaltsplan 2025 eingestellt. Der Bauantrag läuft, die Ausschreibung wird vorbereitet.
Außenanlagen und Parkplätze für neue Kita Kreuzle
Für die Außenanlagen und die Parkplätze für den Kita-Neubau im Kreuzle fallen rund 310.000 Euro an. Die Personalkosten steigen um 450.000 auf 6,75 Millionen Euro. Das hängt zum einen mit guten Tarifabschlüssen zusammen, erläutert Bissinger, zum anderen wird die Kita Kreuzle um eine halbe Gruppe auf damit vier Gruppen aufgestockt, was zusätzliches Personal erfordert.
In die Betreuung in Kitas, Hort und Tagespflege sowie die Jugendarbeit investiert die Gemeinde knapp 4,28 Millionen Euro. Noch auf einem „komfortablen Niveau“ sieht der Kämmerer Unterhaltungsausgaben für Straßen, Kanäle und Gebäude. Bislang ist es kein Thema, aber es könnte mittelfristig eines werden, antwortet der Bürgermeister auf die Frage nach dem Verkauf kommunaler Gebäude. Im Allgemeinen, so der Kämmerer, seien öffentliche Gebäude sehr verbesserungswürdig was die Auslastung betrifft.
Minus von 100.000 Euro
Das ordentliche Ergebnis weist 2025 wie im Etat 2024 ein Minus von 100.000 Euro auf. Bissinger prognostiziert 2027/28 einen Fehlbetrag von 700.000 bis 800.000 Euro. Nach vier Jahren sind 2025 erstmals wieder neue Kredite über 1,24 Millionen Euro vorgesehen, so dass die Verschuldung auf 5,5 Millionen Euro klettert. Jahr für Jahr werde diese um eine Million Euro steigen. „In Anbetracht der riesigen Investitionen ist das nicht verwunderlich“, meint Bissinger. Die Rücklagen sind bis auf den Mindestbetrag von 300.000 Euro leer. Ab 2027 werde eine moderate Erhöhung von Grund-, Gewerbe- und Hundesteuer anvisiert, quasi als Inflationsausgleich der vergangenen Jahre. Ein größeres Baugebiet ist in Wüstenrot wegen Arten- und Naturschutz weiter nicht in Sicht. Aber es gibt kleinere Abrundungen. So werden rund eine Million Euro erwartet aus Bauplatzverkäufen in der Rathaus- und Frankenstraße in Neuhütten sowie in der Vorderen Viehweide in Wüstenrot.
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