Was das Heilbronner Sinfonie Orchester für die Spielzeit 2025/2026 plant
Nach einer angespannten finanziellen Lage blickt der Vorstand des HSO dank einiger Sponsoren jetzt mit Zuversicht auf die kommende Saison, die im Oktober startet. Was die Spielzeit bietet und wie das HSO um ein jüngeres Publikum werben will.

„Es war eine angespannte Situation“, sagt Andrea Keppler, erste Vorsitzende des Heilbronner Sinfonie Orchesters (HSO) im Rückblick auf die finanzielle Lage des Klangkörpers. Die sich sogar als so dramatisch darstellte, dass sogar eine Insolvenz des Orchesters im Raum stand. Die Gründe? Sind vielfältig: gestiegene Kosten, beispielsweise für die Spielstätte Harmonie, aber auch sinkende Abozahlen. Doch Keppler begab sich aktiv auf Sponsorensuche – und wurde fündig. „Wir werden ab Oktober noch einmal massiv von der Stadt unterstützt“, so die Vorsitzende. Dazu kommen Zuwendungen – etwa von der VR Bank und vor allem von der Dieter-Schwarz-Stiftung.
„Wir sind damit gerettet. Langfristig“, betont der zweite HSO-Vorsitzende Friedrich Blaschek. Mit (finanzieller) Planungssicherheit und dementsprechend zuversichtlich blickt der Vorstand deshalb auch auf die kommende Spielzeit 2025/2026. Sechs Abende hat das Sinfonie Orchester für seine Konzertreihe geplant, alle sonntags um 18 Uhr. Dirigent ist jeweils Alois Seidlmeier.
Was das HSO musikalisch in der Spielzeit bietet
Start ist am 19. Oktober unter dem Motto „Faszination Wagner“, bei dem neben Richard Wagners Faust-Ouvertüre Ausschnitte aus Opern von Vincenzo Bellini, Hector Berlioz und Carl Maria von Weber zu hören sind – auf die Bühne gebracht von Professorinnen, Professoren und Studierenden der Hochschule für Musik in Karlsruhe.
Pianist Bernd Glemser ist am 16. November in Heilbronn zu Gast, unter dem Titel „Aus der neuen Welt“ stehen unter anderem Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 c- Moll und Antonín Dvoráks Sinfonie Nr. 9 e-Moll auf dem Programm. „Märchenhaft“ wird es in der Adventszeit am 14. Dezember mit Solisten der Musikhochschule Karlsruhe und Werken von Max Bruch, Maurice Ravel, Karel Svoboda und Engelbert Humperdinck.
Zwei Musiknationen stehen im Fokus bei den beiden ersten HSO-Konzerten 2026. „Vive La France“ heißt es am 8. Februar mit den beiden Pianisten Andreas Kehlenbeck und Daniel Röhm, wenn unter anderem Stücke von Erik Satie, Francis Poulenc, Lili Boulanger und der berühmte „Boléro“ von Maurice Ravel zu hören sein werden. Über die Grenze nach Spanien geht es thematisch am 15. März mit Werken von Georges Bizet, Manuel de Falla und Édouard Lalo.
Das Saisonfinale am 26. April verspricht dann die „Magie des Orients“. Der russische Komponist Nikolai Rimski-Korsakow hat sich im 19. Jahrhundert von den Geschichten aus Tausendundeiner Nacht zu einer sinfonischen Suite inspirieren lassen, seine „Sheherazade“ kommt ebenso zur Aufführung wie das Stück „Contemporary Klezmer“, das das HSO gemeinsam mit dem schweizerischen Klezmer-Ensemble Kolsimcha spielen wird.
Werben um ein jüngeres Publikum
HSO-Geschäftsführer Wolfram Gassert blickt nicht unzufrieden auf die Besucherzahlen der Spielzeit 2024/25, die zwar „ansteigend“ sind, aber noch entfernt liegen vom Niveau vor der Corona-Pandemie. „Die Anzahl der Veranstaltungen hat zugenommen. Ebenso die Spontaneität von Konzertbesuchern beim Kartenkauf“, so Gassert.
Noch verstärkter werben will das Heilbronner Sinfonie Orchester mit seiner lokalen Verankerung, unter anderem mit dem Slogan „Ein großes Orchester für die Großstadt Heilbronn“. Intensivieren möchte man auch die Akquise eines jüngeren Konzertpublikums. Dafür will man auf (Musik-) Schulen zutreten. „Wir planen auch ein verbilligtes Angebot für Studenten“, sagt Friedrich Blaschek. Darüber hinaus ist eine Kooperation mit der Jungen Orchester Akademie (JOA) in Planung. Ein Erfolgsformat des HSO, das Filmmusik-Konzert, das bei den letzten Malen vermehrt jüngere Besucher in die Harmonie zog, ist auch wieder angedacht – aber erst in der Spielzeit 2026/2027.
Karten und Abos für die Spielzeit des HSO
„Wir mussten die Preise für die Einzelkarten und die Abonnements moderat erhöhen“, sagt die erste HSO- Vorsitzende Andrea Keppler. Karten für die Konzerte der Spielzeit 2025/2026 gibt es ab August. Abonnements können bereits gebucht werden unter 07131 205253 oder per E-Mail an info@hn-sinfonie.de. Das HSO bietet ein flexibles Abo an, bei dem man aus sechs, fünf, vier oder drei Konzerten wählen kann. Mehr Infos: www.hn-sinfonie.de.

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