Diese Stücke zeigt das Theater Heilbronn in der Spielzeit 2025/26
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„Malen wir einen Engel an die Wand!“ lautet das Motto der nächsten Saison des Stadttheaters. Es ist die letzte von Axel Vornam, ehe sich der Intendant nach 18 Jahren in Heilbronn in den Ruhestand verabschiedet.
Dass sich das Theater nicht nur als Ort der Unterhaltung und Darstellung von Geschichten sieht, sondern auch als Raum für Diskussion und kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen, versteht sich von selbst. Mit Blick auf nationale und weltweite Entwicklungen, Krisen und Verwerfungen, „scheint das nicht mehr so einfach wie vor zehn Jahren“, sagt Axel Vornam, Intendant des Heilbronner Theaters mit Blick auf die Spielzeit 2025/26, die nach 18 Jahren seine letzte sein wird.
Und die mit dem Motto „Malen wir einen Engel an die Wand!“ überschrieben ist – angelehnt an Walter Benjamin und Heiner Müller, die sich mit dem Bild des Engels beschäftigten. „Man könnte bei den Entwicklungen schnell in dystopische Überlegungen verfallen, wir wollen dem Ganzen einen positiven Ansatz entgegenstellen“, so Vornam, der die theatrale Ausrichtung als Gegengewicht, als ein „trotz allem“, ein „trotzdem“ verstanden wissen will.
Welche Stücke das Theater Heilbronn in der Spielzeit 2025/2026 zeigt
Die Spielzeit 2025/2026 wird im Großen Haus aufgrund der Sanierung der Bühnenmaschinerie erst Ende Oktober starten. Dann aber gleich mit einer Doppel-Premiere: Axel Vornam inszeniert am 31. Oktober Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“, einen Tag später, am 1. November, wird Tennessee Williams’ Schauspiel „Endstation Sehnsucht“ in der Regie von Elias Perrig zur Aufführung gebracht.
Als Familienstück zur Winterzeit hat das Theater in diesem Jahr „Der gestiefelte Kater“ nach den Brüdern Grimm ausgewählt, Premiere feiert die Inszenierung von Martin Philipp, der zum ersten Mal in Heilbronn Regie führt, am 9. November. Die erste Heilbronner Regiearbeit ist es auch für Roland Riebeling, auch bekannt aus dem Kölner „Tatort“-Team, der am 29. November die Komödie „Mord auf Schloss Haversham“ von Henry Lewis, Jonathan Sayer und Henry Shields auf die Bühne bringt.
Weitere Premieren im Großen Haus sind am 24. Januar 2026 (Georg Schmiedleitner inszeniert Karl Kraus’ Satire „Die letzten Tage der Menschheit“), am 14. März (Thomas Winter führt Regie beim David-Bowie-Musical „Lazarus“) und schließlich am 9.Mai. Dann schließt sich für den scheidenden Intendanten Axel Vornam ein Kreis, wenn er Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ inszeniert, und damit das Stück, mit dem er 2008 auch seine Intendanz eröffnete. Wiederaufgenommen werden „Romulus der Große“ und „Ewig jung“.
Im Großen Haus des Heilbronner Theaters startet die Spielzeit Ende Oktober mit einer Doppel-Premiere.
Foto: Archiv/Ralf Seidel
Die Premieren im Heilbronner Komödienhaus, in der Boxx und im Salon 3
Im Komödienhaus wird die Spielzeit mit der Komödie „Rent a friend“ am 4. Oktober eröffnet, geschrieben und inszeniert von Folke Braband. Als Gastspiel von der Komödie im Marquardt Stuttgart kommt am 28. November das Stück „Bei mir warst du schön“ von Murat Yeginer zur Aufführung, der auch Regie führt. Weiter geht es mit „Die lieben Eltern“ von Armelle und Emmanuel Patron (23. Januar 2026, Regie: Jens Kerbel), „Eine Mords-Freundin“ von Steven Moffat (13. März, Regie: Gustav Rueb), „Das perfekte Geheimnis“ von Paolo Genovese (8. Mai, Regie: Thomas Goritzki) und mit – wiederum ein Gastspiel der Komödie im Marquardt – „Das Abschiedsdinner“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patelliere (10. Juli).
In der Boxx startet die Saison am 5. Oktober mit der Uraufführung von Jan Weilers „Der Markisenmann“, weitere Stücke, die sich an verschiedene Altersgruppen richten, sind „Schlafen Fische?“ (Premiere: 22 Februar 2026), „Siri und die Eismeerpiraten“ (12. April) sowie „Findus und der Hahn im Korb“ (17. Mai).Mit einem „Wunschkonzert“ beginnt am 27. September die Spielzeit im Salon 3, einem Liederabend, für den Zuschauer Musikwünsche und die damit verbundenen Geschichten einreichen können – bis zum 10. Juni per Mail an wunschkonzert@theaterkasse.de oder per direkter Abgabe an der Theaterkasse.
Weitere Premieren in der kleinen Spielstätte im K3 sind das Schauspiel „All das Schöne“ von Duncan Macmillan und Jonny Donahoe (10. Januar, Regie: Nicole Buhr) und das Monologstück „Ich, Akira“ von Noëlle Haeseling und Leo Meier (28. Februar, Regie: Alina Sophie Schäfer). Ein emotionaler Moment und Abschluss wird für Intendant Axel Vornam der 18. Juli 2026. Denn dann findet am Berliner Platz zunächst ein Tag der offenen Tür statt, am Abend ist ein Abschluss- und Abschiedsfest im Großen Haus geplant, mit Wegbegleitern, Kollegen – und vielen Erinnerungen an 18 Jahre Intendanz.
Diese Gastspiele ergänzen das Programm im Theater Heilbronn
Gastspiele aus den Bereichen Musik und Tanz ergänzen auch in der nächsten Spielzeit das Programm des Theaters Heilbronn. Dafür arbeitet das Einspartenhaus wieder mit langjährigen Partnern zusammen.
Den Anfang macht am 29. Januar 2026 das Theater Heidelberg und seine Inszenierung von Gioachino Rossinis Oper „La Cenerentola“, gefolgt von einem Doppelabend des Nationaltheaters Mannheim Tanz ab 20. März: „Poem an Minotaurus / Le Sacre du Printemps“ von Stephan Thoss ist den Ausnahmekünstlern Pablo Picasso und Igor Strawinsky gewidmet, die miteinander befreundet waren. Bislang noch nie am Berliner Platz gezeigt wurde „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, ab 27. März gastiert das Pfalztheater Kaiserslautern mit der Rock-Oper.
Als nächstes eingeladen ist das Staatstheater Meiningen, das Giacomo Puccinis Künstleroper „La Bohéme“ mitbringt in der Regie und Ausstattung von Maler Markus Lüpertz, auch dieses Werk stand auf noch keinem Spielplan des Heilbronner Theaters. Premiere ist am 9. April. Eine Parodie auf die klassische Operette ist Ralph Benatzkys Singspiel aus den Wilden Zwanzigern, „Im weißen Rössl“, das in einer Inszenierung des Theaters Ulm ab 14. Mai zu erleben ist. Für einen einmaligen Abend am 27. Juni reisen aus Berlin Nico and the Navigators an: Das freie Ensemble verbindet in „The whole truth about lies“ alte Theaterillusionen mit moderner KI-Technologie.
Vierte Auflage von Science & Theatre in Heilbronn widmet sich dem Thema „emotionale KI“
Apropos Künstliche Intelligenz: Unter dem Titel „Maschinenträume“ findet in Kooperation mit der Experimenta Heilbronn im November 2025 erneut das Festival Science & Theatre statt, das in seiner vierten Auflage das Thema „emotionale KI“ in den Mittelpunkt stellt, nationale sowie internationale Kompagnien holt und abermals einen Dramenwettbewerb durchführt. Die deutschsprachige Erstaufführung des Gewinnerstücks 2023, „Die letzte Nacht der Welt“ von Laurent Gaudé, eröffnet am 19. November das Festival im Science Dome, tags darauf hat dann Roman Eichs Schauspiel „Häufig gestellte Fragen zum Fortbestand der Menschheit“, das vor zwei Jahren mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde, Uraufführung in der Boxx.
Vor wenigen Tagen ist Tanz! Heilbronn zu Ende gegangen. Das nächste Mal werden Positionen des zeitgenössischen Tanzes vom 9. bis 13. Juni an diversen Spielstätten verhandelt.
Heilbronner Theater: Wechsel im Ensemble und Karten für die Spielzeit 2025/2026
Die Schauspielerinnen Sarah Finkel und Romy Klötzel werden das Ensemble des Heilbronner Theaters zum Ende der Spielzeit 2024/25 verlassen, sind aber als Gäste noch einige Male zu sehen. Cosima Fischlein wechselt von der Boxx ins Große Haus, Lisanne Hirzel, die bisher als Gast am Theater Heilbronn gearbeitet hat, kommt fest ins Ensemble. Neu im Schauspielteam der Boxx ist Sonia Glade, Absolventin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.Einzelkarten für die Spielzeit 2025/26 gibt es ab dem 15. Juli, Abonnements können bereits gebucht werden.
Walter Sittler bei „Theater Spezial!“ und Bela Rethy im Talk mit Wolfgang Heim
Simone und Matthias Bulling kuratieren die Reihe „Theater Spezial! – Groß.Klein.Kunst“. Nächste Saison dabei: Walter Sittler, Axel Hacke, das Ukulele Orchestra of Great Britain und mehr. Die Reihe „Heimspiel“, eine Kooperation von Theater und ASB, wird moderiert von Wolfgang Heim. Gäste 2025/26 sind Dokufilmer Stephan Lamby, Hirnforscherin Hannah Monyer, Sportkommentator Béla Réthy und Theater-Intendant Axel Vornam.
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