Stadtbibliothek Heilbronn ist auf Erfolgskurs
„Der Zuspruch ist seit der Wiedereröffnung ungebrochen“, blickt Doris Wolpert, Leiterin der Stadtbibliothek Heilbronn, im Kulturausschuss auf das vergangene Jahr, aber auch auf die aktuelle Entwicklung. Öffnet die Hauptstelle im K3 künftig auch sonntags oder montags?

Mehr Besuche, Ausleihen und Neuanmeldungen: Es läuft für die Heilbronner Stadtbibliothek nach dem Umbau. Von einem Quantensprung für ihr Haus spricht Leiterin Doris Wolpert, als sie in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses den Jahresbericht 2024 vorlegt, aber auch aktuelle Tendenzen erwähnt. Denn: „Der Zuspruch ist seit der Wiedereröffnung ungebrochen“, so die Bibliothekarin. Demnach wurde vor wenigen Wochen mit 1319 Besuchen an einem normalen Öffnungstag ein Spitzenwert erreicht.
144 Prozent mehr Neuanmeldung im vergangenen Jahr gegenüber 2023
Zur Erinnerung: Für insgesamt 6,55 Millionen Euro wurde der Hauptstandort im K3 ab Herbst 2022 renoviert und neu gestaltet. Für die Zeit der Bauarbeiten war ein Ausweichquartier eingerichtet auf dem Gelände der Dammrealschule. Dort konnten Nutzer nur per Click and Collect auf Medien zugreifen und über eine Theke in Containern Ausleihen sowie Rückgaben tätigen – ein Interimsbetrieb, der damals aufs Ergebnis drückte. Nach dem Bauende im Mai 2024 öffnete ab Mitte Juni dann wieder die Hauptstelle für die Öffentlichkeit.
Positiv ist seither nicht nur das Feedback der Nutzer, wie Wolpert den Räten erzählt. Auch mehrere Auszeichnungen hat die Bücherei erhalten, darunter diejenige zur Bibliothek des Jahres Baden-Württemberg 2025. Ein deutlicher Aufwärtstrend lässt sich überdies an den Zahlen bis Ende des vergangenen Jahres im Vergleich zu 2023 ablesen. So stiegen laut Bericht die Besuche im Tagesbetrieb um 215 Prozent auf zusammengerechnet 236 913. Ausleihen waren es in Summe 659 427, was einem Plus von 24 Prozent entspricht. Und um 144 Prozent legten die Neuanmeldungen zu: Insgesamt 4141 Menschen entschieden sich folglich für einen Büchereiausweis.
„Die Stadtbibliothek ist zu dem geworden, was wir uns gewünscht haben: einem Ort der Begegnung. Der Umbau hat sich gelohnt“, freut sich Kulturbürgermeisterin Agnes Christner. Auch aus den Reihen der Stadträte kommen Anerkennung und Zuspruch. Wobei sich Tanja Sagasser-Beil (SPD) nach der Fahrbibliothek Robi erkundigt und Isabell Steidel (Grüne) anregt, zu prüfen, ob die Öffnungszeiten auf Sonntag oder Montag ausgeweitet werden könnten.
Open-Library-Konzept architektonisch nicht mitbedacht
Robi fährt regelmäßig an drei Vormittagen in der Woche die Schulen sowie einmal im Monat diejenigen Stadtteile an, in denen es keine dezentralen Standorte gibt, sagt Doris Wolpert, die erklärt, was die Personalsuche für die rollende Bibliothek grundsätzlich erschwert: Wer Robi fährt, benötigt einen LKW-Führerschein. Dass eine Öffnung am Sonntag personell und rechtlich nicht möglich ist, merkt Agnes Christner an, die auf das Bundesarbeitszeitgesetz verweist. „Da gucken wir voller Neid auf andere Länder.“ Auch sei eine personallose Öffnung für eine bestimmte Zeit – Stichwort: Open-Library-Konzept – architektonisch nicht mit bedacht worden, stellt Wolpert klar.

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