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Jahresbericht 2025 vorgestellt
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Stadtarchiv Heilbronn: Beim Thema KI unter den Vorreitern

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Von der Bilderkennung bis zum Chatbot sind Algorithmen beim Stadtarchiv Heilbronn im Einsatz. Was sonst noch wissenswert ist in Bezug auf das vergangene Jahr, stellte Leiterin Miriam Eberlein in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses vor.

Die Wassermelder haben rechtzeitig Alarm geschlagen. Bei einem Wasserrohrbruch 2025 im Stadtarchiv Heilbronn wurde kein Archivgut beschädigt.
Die Wassermelder haben rechtzeitig Alarm geschlagen. Bei einem Wasserrohrbruch 2025 im Stadtarchiv Heilbronn wurde kein Archivgut beschädigt.  Foto: Mario Berger

Dass das Stadtarchiv in seiner Arbeit auch auf Künstliche Intelligenz setzt und damit bundesweit zu den Vorreitern zählt, hat sich herumgesprochen. Weswegen Leiterin Miriam Eberlein im vergangenen Juni eine gefragte Expertin bei einer Fachtagung im Landeshauptarchiv Koblenz war. So helfen in Heilbronn Algorithmen etwa schon länger bei der Bildererkennung von historischen Fotos, zudem ist die Archivdatenbank Heuss mit dem städtischen Chatbot Kilian verknüpft, wie Eberlein erklärt. „KI haben wir im Blick“, betont die Historikerin in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses im Gemeinderat, wo sie den Jahresbericht 2025 vorstellt.

Angefangen bei der Stauferstele, die an ihren neuen Standort im Deutschhof umgezogen ist, bis zu den Finanzen des Archivs, wonach insgesamt rund 1 354 000 Euro an Ausgaben Einnahmen in Höhe von 44 000 Euro gegenüberstehen, nimmt Eberlein die Räte mit auf eine Tour d’Horizon.

Miriam Eberlein: „Auch unter Archivaren gibt es Fachkräftemangel“

Im zurückliegenden Jahr besonders einschneidend: Durch den plötzlichen Tod von Achim Frey habe das Team „einen erfahrenen und geschätzten Kollegen“ verloren. Immerhin konnte die Stelle nach einer Vakanz wiederbesetzt werden. „Auch unter Archivaren gibt es Fachkräftemangel“, merkt Miriam Eberlein an. Zu Personalwechseln kam es außerdem im Sekretariat und im Magazin.

Unerfreulich war für das Stadtarchiv – neben einem Schimmelschaden im Bestand – ein Wasserrohrbruch im Januar. Dass dabei kein Archivgut in Mitleidenschaft gezogen wurde, führt Eberlein auf die Wassermelder zurück, die an besagtem Wochenende Alarm geschlagen hätten. „Investition in Prävention zahlt sich aus.“

Was das Heilbronner Stadtarchiv in diesem Jahr umtreibt

Doch gab es für die Historikerin und ihr Institut auch positive Überraschungen – darunter eine bislang unbekannte Pergamenturkunde von 1359, die das Stadtarchiv aus Privatbesitz erwerben konnte. Revue passieren lässt Eberlein anschließend Veranstaltungen für Schüler, Studenten und Auszubildende, zum 80. Jahrestag des Kriegsendes sowie zum Pershing-Unglück auf der Waldheide, das sich 2025 zum 40. Mal jährte. Und was steht 2026 an? Das Webangebot des Archivs soll erneuert und das zweite Teilstück des KZ-Gedenkorts in Neckargartach fertiggestellt werden, gibt Eberlein einen Ausblick.

Weiterhin Thema ist der Umgang mit den Straßennamen NS-belasteter Namensgeber. Eine entsprechende Studie der NS-Spezialistin Susanne Wein ist online einsehbar, erläutert Miriam Eberlein auf Nachfrage von CDU-Stadtrat Albrecht Merkt. Eine zweite Studie, die sich mit Kontinuitäten befasst – also NS-belasteten Personen, die nach 1945 öffentliche Ämter oder einflussreiche Stellen bekleideten – liegt im Lesesaal aus und soll in diesem Jahr ebenfalls ins Netz gestellt werden. Ferdi Filiz von den Grünen regt an, den KZ Gedenkort Neckargartach ins Verzeichnis der Landeszentrale für politische Bildung aufnehmen zu lassen.

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