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Queens of the Stone Age: Die Wüstenrocker können es noch

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In der Schleyerhalle glänzt die Band um Frontmann Josh Homme mit Spielfreude, gutem Sound und passend eingesetzter Lightshow. Die Songauswahl lässt kaum Wünsche offen.

Josh Homme und seine Queens of the Stone Age spielten vor knapp 5000 Fans in der Schleyerhalle.
Josh Homme und seine Queens of the Stone Age spielten vor knapp 5000 Fans in der Schleyerhalle.  Foto: Fritze, Heiko

Die jüngsten Alben der Quens of the Stone Age waren nicht eben Meilensteine des Rock. Fast schien es, als hätten sich die Nachfahren der Stoner-Rock-Legende Kyuss von ihrem staubigen Wüstenrock abgewandt, um sich ganz dem experimentellen Alternative-Rock unter Fokussierung auf Josh Hommes erstaunlich hoch reichende Stimme hinzugeben. Wer aber ein entsprechend soft angehauchtes Konzert erwartete, wurde in der Schleyerhalle positiv überrascht: Fast alles, was da in etwas mehr als 90 Minuten den knapp 5000 Fans serviert wurde, hatte einen kräftig gitarrenlastigen Anstrich bekommen.

Sparsame Lightshow: Beim Auftaktsong "Regular John" begnügt sich die Band mit dunklem Blau.
Sparsame Lightshow: Beim Auftaktsong "Regular John" begnügt sich die Band mit dunklem Blau.  Foto: Fritze, Heiko

Der erste Song setzt schon gleich die erste Marke: „Regular John“ stammt vom ersten Album der Gruppe, erschienen im Jahr 1998, und bleibt nicht das einzige ältere Stück des Abends. Die Band setzt auf einen Querschnitt ihres gesamten Repertoires – und auf eine zurückhaltende Lichtshow: Los geht es ganz in Blau getaucht, und während des gesamten Konzerts reichen zwei Reihen LED-Spots, zwei Reihen Multi-Strahler, eine Lichtreihe am Boden und etwas Nebel, um für jeweils passende Atmosphäre zu sorgen. So legen Queens of the Stone Age erstaunlich schnell und rockig los, bringen mit „Burn the Witch“ ein erstes ihrer typischen, von Breaks und Tempiwechseln geprägten Stücke, noch eng an der Album-Version orientiert. „In the Fade“ widmet Josh Homme dem 2022 verstorbenen langjährigen Co-Sänger Mark Lanegan. Dann wird es etwas ruhiger, einige neuere Songs prägen den Mittelteil der Setlist. 

Sänger und Gitarrist Josh Homme ist seit Gründung der Band 1996 dabei.
Sänger und Gitarrist Josh Homme ist seit Gründung der Band 1996 dabei.  Foto: Fritze, Heiko

Gegen Ende drehen die fünf US-Rocker aber dann so richtig auf. Fast schon wie Industrial-Bands leiten sie die letzten Stücke mit langen, hallenden und dröhnenden Effekten ein, setzen brechendes Schlagzeug dagegen oder lassen Michael Shuman schier endlos das Bassriff von „Make it with Chu“ anstimmen – was am Ende die Menge derart mitreißt, dass sie ganz ohne Aufforderung der Band den Refrain übernimmt. Spätestens da ist der Funke komplett übergesprungen, Josh Homme und seine Mannen spielen die letzten drei Songs wie im Rausch, improvisieren, verlängern, streuen Breaks ein.

Kein Wunder, dass sie mit „A Song for the Dead“ nicht nur ein ohnehin schon so angelegtes Stück als Rausschmeißer anstimmen, sondern es auch noch auf doppelte Länge dehnen, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Ja, sie können es noch, die Queens of the Stone Age. Die kalifornische Wüste und die Drogenexperimente aus wilden Kyuss-Tagen sind Vergangenheit. Die Energie, die damals im staubigen Südwesten der USA aufflammte, sie ist immer noch vorhanden.

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