Dritter Oscar für Gerd Nefzer aus Schwäbisch Hall – „unbeschreiblich großartig“
Auch für die Fortsetzung des Wüstenplaneten-Spektakels Dune hat der Schwäbisch Haller Gerd Nefzer in der Nacht zu Montag einen Oscar bekommen. Er weiß auch schon, wohin er ihn stellen wird.
Vor einem Jahr war er noch recht bescheiden. „Eine Nominierung wäre schon ein Megaerfolg und eine Wahnsinnsauszeichnung“, erzählte Gerd Nefzer damals im Gespräch mit unserer Kulturredaktion und ergänzte: „Wenn sie mir unbedingt noch einen Oscar geben wollen, würde ich ihn nehmen.“
„Dune: Part Two“: Nefzer aus Schwäbisch Hall gewinnt Oscar – warum Hans Zimmer nicht nominiert war
Nun hat er ihn nehmen dürfen: In der Nacht zu diesem Montag wurde das Spezialeffekte-Team mit Paul Lambert, Stephen James, Rhys Salcombe und Gerd Nefzer für den Film „Dune - Part Two“ mit der begehrtesten Trophäe der Filmindustrie ausgezeichnet.
Es war einer von zwei Oscars für den Kassenschlager des vergangenen Frühjahrs - einen weiteren Goldjungen gab es in der Kategorie „Bester Ton“. Der Soundtrack des Films, komponiert von Hans Zimmer, war gemäß den Regularien hingegen nicht nominiert worden, da er zu mehr als 20 Prozent auf Melodien des ersten Teils zurückgriff - für jene hatte der Deutsche aber bereits einen Oscar erhalten.
Gerd Nefzer aus Schwäbisch Hall gewinnt dritten Oscar – und ist jetzt Wüsten-Fan
Auch für Gerd Nefzer ist dies nicht die erste Hollywood-Trophäe: Der 59-Jährige wurde erstmals 2018 für die besten visuellen Effekte in „Blade Runner“ ausgezeichnet, 2022 gewann er in derselben Kategorie für den ersten Teil von „Dune“.
Im Gespräch mit unserer Redaktion verriet er voriges Jahr, dass er inzwischen sogar ein Wüsten-Fan sei. Gedreht wurde zwar auch in Ungarn und Italien, aber vor allem in Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo die prägenden Szenen mit den Sandwürmern entstanden. Drei verschieden große, bewegliche Wurmteile haben Nefzer und sein Team angefertigt. „Wochenlang wurde dafür gedreht“, erinnerte sich der Schwäbisch Haller in unserem Gespräch.
Besonders stolz sei er auf die Spice-Harvester, spinnenartige Maschinen, die im Film in der Wüste die umkämpfte Droge Spice ernten. „Da ist natürlich viel am Computer gemacht worden“, erzählte uns der Oscar-Preisträger. Aber zwei Harvester-Beine – 14 Meter hoch, sechs Meter breit und fünf Meter tief – hatte Nefzer mit seinem Team tatsächlich gebaut und an zwei 100-Tonnen-Bagger montiert. Um die Bagger zu bedienen, hatte sich der studierte Agrartechniker zur Unterstützung einen langjährigen Freund aus Schwäbisch Hall ans Set geholt. „Das war eine Herausforderung. Niemand hat gedacht, dass wir das so gut hinbekommen.“
Gerd Nefzer aus Schwäbisch Hall mit drittem Oscar: Lange Liste von Filmen
Gerd Nefzers Filmografie reicht zurück bis in die 90er Jahre. Mitgewirkt hat er an so unterschiedlichen Filmen wie der Komödie „Otto - Der Katastrofenfilm“, dem Science-Fiction-Monster-Streifen „Alien vs. Predator“, dem Fantasy-Epos „Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia“ oder den Romanverfilmungen „Krabat“ und „Die Päpstin“. Auch an Filmen der Reihe „Tribute von Panem“ und „Stirb langsam“ war der Effektekünstler beteiligt.
In Interviews nach der Preisverleihung sagte der Hohenloher: „Ich bin so glücklich, als Deutscher einen Oscar gewonnen zu haben, mittlerweile den dritten, das ist einfach unbeschreiblich großartig.“ Er habe gehört, dass einige Preisträger ihre Trophäe einfach auf der Toilette aufbewahrten. Er habe dafür aber einen anderen Ort im Sinn: Der Preis komme mit den beiden anderen „später mal auf den Kachelofen“.


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