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Weltmarktführer-Gipfeltreffen
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Mal eben kurz von Berlin zum Talk nach Hohenlohe

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Warum die Schauspielerin und Autorin Andrea Sawatzki trotz Verspätung doch noch ein wenig erzählt beim Weltmarktführer-Gipfeltreffen im Carmen-Würth-Forum in Künzelsau.

„Durchs Älterwerden öffnen sich Welten“: Schauspielerin und Autorin Andrea Sawatzki (rechts) plaudert mit Varinia Bernau.
„Durchs Älterwerden öffnen sich Welten“: Schauspielerin und Autorin Andrea Sawatzki (rechts) plaudert mit Varinia Bernau.  Foto: Vogt GmbH

Die gute Nachricht: „Frau Sawatzki ist in Berlin in den Zug gestiegen“, begrüßt Walter Döring im Konzertsaal im Carmen-Würth-Forum. Wann sie dort ankommt, ist zu diesem Zeitpunkt ungewiss. Schwer vorstellbar, dass die Schauspielerin und Autorin in der Bundeshauptstadt nicht mitbekommen hat, dass Winterwetter den Bahnverkehr behindert. Zumal sie am Abend zum Talk auf der Bühne zum Abschluss des Weltmarktführer-Gipfeltreffens angekündigt ist.

Torhymne von Eintracht Frankfurt

Döring, Gründer und Ehrenvorsitzender des Treffens, trägt es mit Humor, verweist auf die Programmänderung, dass nach dem Mini-Konzert mit den Würth Philharmonikern zum vorgezogenen kulinarischen Get-Together gebeten wird. Schnell noch Joseph Schumpeter zitieren, der österreichische Nationalökonom hat den Begriff der „schöpferischen Zerstörung“  geprägt. Dann spielen die Würth Philharmoniker Mozart, Edvard Grieg und Franz von Suppé. Respektive die Ouvertüre zu „Die Zauberflöte“, in der Halle des Bergkönigs aus „Peer Gynt Suite Nr.1“ und die Ouvertüre zu „Leichte Kavallerie“. Letztere dürfte als Torhymne von Eintracht Frankfurt bekannt sein. Oder aus Disneys „Symphony Hour“, in der Micky Mouse persönlich dirigiert.

Auf kleinem Podest in einer hinteren Ecke

Im Carmen-Würth-Forum steht Martin Panteleev am Pult und animiert zum Mitklatschen. Nochmals Grieg als Zugabe, dann geht es zum Catering, vorbei am Büchertisch, an dem – hoppla – Andrea Sawatzki bereits signiert. Zurück wird man die Besucher nach Getränken und Büfett nur schwer bekommen, dürften sich die Veranstalter gedacht haben. Und so bahnen sich nach einer Weile Sawatzki und Moderatorin Varinia Bernau von der „Wirtschaftswoche“ ihren Weg durch die Menge. Die meisten lassen sich nicht abhalten von munteren Gesprächen bei Essen und Trinken, während auf dem kleinen Podest in einer hinteren Ecke sich die Moderatorin um einen auf 20 Minuten gekürzten Talk bemüht gegen die Geräuschkulisse. 

Bekannt aus „Familie Bundschuh“

Vielen dürfte Sawatzki, 1963 im oberbayerischen Schlehdorf geboren und aufgewachsen in Vaihingen an der Enz, bekannt sein durch den „Tatort“ als Frankfurter Oberkommissarin Sänger und aus der ZDF-Serie „Familie Bundschuh“. An diesem Abend geht es im Schnelldurchlauf um ihr jüngstes Buch „Biarritz“. Und die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. „Haben Sie Angst vorm Alter?“, möchte Varinia Bernau wissen. „Durchs Älterwerden öffnen sich Welten“, erwidert Andrea Sawatzki. Und erzählt, inwiefern „Biarritz“ eine Fortsetzung von „Brunnenstraße“ ist, ihrer autofiktionalen Familiengeschichte, in der das Mädchen Andrea sich um den dementen Vater kümmert.

Eine Liebeserklärung an die Mutter

„Biarritz“ sei eine Liebeserklärung an die Mutter nach Jahrzehnten des Grolls. Sawatzki macht die Überforderung häuslicher Pflege zum Thema, das schlechte Gewissen, das Versagen des staatlichen Pflegesystems, spricht vom Schweigen, das in den Familien herrscht, vom Unvermögen von Müttern und Töchtern, zu kommunizieren. Und von der Respektlosigkeit gegenüber alten Menschen. Sie plant bereits ihre Alters-WG. Dann ist er auch schon vorbei der Talk. Im Foyer wird sich der Gast aus Berlin nochmals an den Büchertisch setzen.  

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