„Love, Amy“: Hommage an Amy Winehouse wird am Theater Heilbronn uraufgeführt
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Amy Winehouses Leben war eine Gratwanderung zwischen Soul und Selbstzerstörung. Musiker Thilo Wolf und Autor Kevin Schroeder widmen der früh verstorbenen Ausnahmesängerin eine Konzertshow. Am Samstag (22. Februar) wird die Inszenierung in der Regie von Gaines Hall am Theater Heilbronn uraufgeführt.
Haben eine inszenierte Konzertshow über die britische Ausnahmesängerin Amy Winehouse entwickelt: Musiker Thilo Wolf (links) und Regisseur Gaines Hall.
Foto: Mario Berger
Foto: Berger, Mario
Braucht es Schmerz und Leid, um große Kunst zu schaffen? „Nein, nicht immer“, antwortet Schauspieler und Sänger Gaines Hall, ohne zu zögern, „es ist sehr oft der Fall, aber ich glaube nicht, dass das der einzige Weg ist.“ Bandleader Thilo Wolf, der die Musikgeschichte als Beispiel herausgreift, sieht die Sache hingegen so: „Die schönsten Songs sind schon die traurigen. Die großen Balladen sind ja immer mit Liebe und Schmerz verbunden.“
Eine, die sich in ihren Liedern den Kummer von der Seele schrieb, war Amy Winehouse. Mit ihrer grandiosen Stimme hauchte sie anfangs der 2000er dem Pop-Soul neues Leben ein, auch optisch knüpfte die britische Sängerin mit der Bienenkorb-Frisur und dem dicken Kajal-Lidstrich an den Look der Sixties an. Zwei Studioalben genügten dem Ausnahmetalent, um Weltruhm zu erlangen, ihr früher Drogentod 2011 machte Amy Winehouse dann unsterblich: Mit 4,16 Promille im Blut soll die 27-Jährige an einer Alkoholvergiftung gestorben sein.
Thilo Wolf: „Amy Winehouse hatte ihr Herz auf der Zunge“
„Sie hat Skandale nicht bewusst verursacht, sie hatte einfach ihr Herz auf der Zunge, ihre Musik ist autobiografisch“, sagt Thilo Wolf, der vor sieben Jahren die Idee hatte, eine Tributeshow zu Amy Winehouse auf die Beine zu stellen, um damit auf Tournee zu gehen. Davon ist der Pianist und Komponist irgendwann zwar abgekommen, dennoch ist das Projekt gereift, Mitstreiter wie Autor Kevin Schroeder sowie Gaines Hall als Regisseur und Choreograf kamen an Bord. Diesen Samstag nun wird „Love, Amy“ uraufgeführt im Großen Haus des Theaters Heilbronn, wo Wolf und Hall bereits 2022 mit „The Famous Door On Swing Street“ gastierten.
Weil die Rechte für ein Musical von Amy Winehouses Vater Mitch in die USA verkauft sind, handelt es sich bei „Love, Amy“, einer Koproduktion von Stadttheater und Wavehouse Entertainment, um eine inszenierte Konzertshow, wie deren musikalischer Leiter Thilo Wolf erläutert. „Librettist Kevin Schroeder hat eine Rahmenhandlung erschaffen, ohne dass wir eine Story haben mit Dialogen, die in die Lieder eingewoben sind“, ergänzt Gaines Hall. Stattdessen wird über gespielte Moderationen, die auch mal die vierte Wand durchbrechen und sich direkt ans Publikum richten, und über Songs vom Werdegang des Shootingstars erzählt. Neben ihrer Musik wird die Musik gewürdigt, die Amy Winehouse beeinflusst hat: Jazz, Soul, Rhythm and Blues. Erinnert wird außerdem an den sogenannten Club 27, also Künstler wie Janis Joplin, Jim Morrison oder Jimi Hendrix, die mit 27 Jahren verstorben sind. „Sie hat zu kurz gelebt, um mit ihrem Repertoire eine ganze Show zu bestreiten“, begründet Wolf seine pragmatische Herangehensweise, die Hommage an Amy Winehouse weiter zu fassen.
Zu den Personen
Thilo Wolf, geboren 1967 in Fürth, arbeitet als Pianist, Komponist, Arrangeur, Bandleader. Konzerte und CD-Aufnahmen mit eigenen Formationen und internationalen Stars. Wolf komponierte vier Musicals und war als musikalischer Leiter, Produzent und Dirigent bei vielen Produktionen beteiligt.Gaines Hall, geboren 1967 in Alabama/USA, ist als Musicaldarsteller, Regisseur und Choreograf sowie Tanzlehrer und Coach tätig. Engagements am Theater des Westens in Berlin, in Wien, bei den Bad Hersfelder Festspielen, am Staatstheater Nürnberg und Stadttheater Fürth.
Ein Abend über Amy Winehouses Liebe zur Musik und ihre dunkle Seite
Zwei Hauptfiguren werden auf der Bühne stehen. Amys Liebe zur Kunst tritt in der Person der Musik in Erscheinung, Gegenspieler Black verkörpert die dunkle Seite der talentierten Sängerin: den Alkohol, die Drogen, ihre verhängnisvolle Beziehung mit Blake Fielder-Civil. „Beide kämpfen um Amy. Das ist die Geschichte, die wir erzählen“, erklärt Thilo Wolf. „Wir haben jetzt nicht den ganzen Abend eine Amy Winehouse rumhüpfen.“ Als wesentlichen Bestandteil der Inszenierung, so Gaines Hall, hat Bühnenbildner Marc Jungreithmeier darüber hinaus animierte Projektionen entwickelt.
Mitentwickelt hat die Grundidee zu „Love, Amy“ auch Vater Mitch Winehouse, zu dem Thilo Wolf Kontakt aufgenommen hatte. Der britische Big-Band-Sänger hat mit Bandleader Wolf inzwischen zusammen musiziert – im vergangenen Jahr etwa im Komödienhaus – und das Album „Swinging Cole Porter“ herausgebracht. „Durch die vielen Erzählungen von Mitch über Amy haben wir uns ein schönes Bild von ihr machen können, vielleicht eines, das so nicht in der Öffentlichkeit bekannt ist“, hofft Wolf.
„Love, Amy – The Musical World of Amy Winehouse (UA)“
Eine musikalische Show von Thilo Wolf und Kevin Schroeder
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