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Zum Lob Gottes

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Von Waltraud Langer MÖCKMÜHL "Großer Gott, wir loben dich" - dieses Lied ist auch dem sporadischen Kirchgänger nicht fremd. Der Text geht auf den vermutlich aus dem frühen 4.

Von Waltraud Langer
Eine feine Leistung bot der Kantatenchor Möckmühl unter der bewährten Leitung von Bezirkskantor David Dehn.
Foto: Waltraud Langer
Eine feine Leistung bot der Kantatenchor Möckmühl unter der bewährten Leitung von Bezirkskantor David Dehn. Foto: Waltraud Langer  Foto: Langer

Von Waltraud Langer

MÖCKMÜHL "Großer Gott, wir loben dich" - dieses Lied ist auch dem sporadischen Kirchgänger nicht fremd. Der Text geht auf den vermutlich aus dem frühen 4. Jahrhundert stammenden lateinischen Hymnus "Te Deum laudamus" zurück. Viele Komponisten haben ihn, der nach der Legende Ambrosius, dem Bischof von Mailand, zugeschrieben wird, vertont.

Am populärsten ist neben dem Kirchenlied die Fassung von Marc-Antoine Charpentier (1643-1704). Bei jeder Eurovisionsübertragung im Fernsehen erklingt das Vorspiel zu seinem "Te Deum". In Möckmühl hat sich Bezirkskantor David Dehn mit seinem Kantatenchor zweier Vertonungen angenommen: des "Te Deum laudamus" von Charles Villiers Standford (1852-1924) und des "Dettinger Te Deum" von Georg Friedrich Händel (1685-1759).

Zunächst dürfen in der katholischen Kirche der Jagsttalstadt aber die Süddeutschen Kammersolisten das Concerto in D-Dur von Georg Philipp Telemann (1681-1767) intonieren und mit dieser Jubeltonart so recht auf das Kommende einstimmen. "We praise Thee, o God": Der Chor singt das Werk von Charles Villiers Standford in der englischen Fassung, an der Orgel Hans-Martin Braunwarth. In einem gewaltigen Klangteppich entfaltet sich hier der Prosatext vom Gotteslob.

Auftragswerk

Das Hauptwerk des Abends aber ist das fünfstimmige "Dettinger Te Deum". Händel hat es als Auftragswerk für die Feierlichkeiten anlässlich des Sieges der alliierten Engländer und Österreicher über die Franzosen Ende Juni 1743 in Dettingen am Main geschrieben. Der ausführliche Gebrauch von Pauken und Trompeten weisen den Komponisten auch bei diesem Werk als bewährten Meister für festliche Anlässe aus, und manchmal parodiert er sich darin sogar selber.

Trotzdem hat das "Dettinger Te Deum" für sich genommen eine ganz eigene Klangdramaturgie. Der Chor folgt dieser mit einer sehr präzisen Verteilung der Rollen. Da ist das gemeinsame Preisen nach dem Fanfarenmotiv am Anfang, ein Wechselgesang beim "Alle Welt verehret dich, den Vater ewig und allmächtig" oder der Engelschor der Soprane.

Auch die bestens gestimmten Altistinnen haben ihr Solo. Immer neue Stimmkombinationen entwickeln sich, bleiben aber stets homogen und durchsichtig. Eine starke Leistung des seit 1974 bestehenden Laienchores, der sich unter der engagierten Leitung von David Dehn stets weiterentwickelt hat.

Warmer Bass

Als Kontrast zum Kantatenchor lässt Thomas Scharr seinen hell timbrierten und warmen Bass erklingen. Stets präsent und viel beschäftigt sind die Trompeten, die Pauke, das Fagott und die Oboen. Leider scheint der Konzerttermin nicht so glücklich gewählt gewesen zu sei. Volles Haus gewohnt, musste der Kantatenchor diesmal vor einigen leer gebliebenen Bankreihen singen.

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