"Vergessene Götter": Zwei Schwestern veröffentlichen ihr Romandebüt

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Inspiriert von der griechischen Mythologie haben Sandra Mall aus Obereisesheim und Katrin Böltz aus Böckingen einen Fantasy-Roman geschrieben. "Vergessene Götter" ist als Auftakt einer Trilogie gedacht. Die weiteren Bände sollen noch dieses Jahr folgen.

Ein Jahr lang haben die beiden Schwestern Sandra Mall aus Obereisesheim (links) und Katrin Böltz aus Böckingen an ihrem Fantasy-Roman geschrieben. Band zwei und drei der Trilogie sollen noch in diesem Jahr folgen.
Foto: Andreas Veigel
Ein Jahr lang haben die beiden Schwestern Sandra Mall aus Obereisesheim (links) und Katrin Böltz aus Böckingen an ihrem Fantasy-Roman geschrieben. Band zwei und drei der Trilogie sollen noch in diesem Jahr folgen. Foto: Andreas Veigel  Foto: Veigel, Andreas

Nicht nur wegen US-Schauspieler Brad Pitt hatte es der Hollywood-Blockbuster "Troja" Katrin Böltz einst angetan. "Der Trojanische Krieg, Helena und Paris, das war einfach so eine tolle Story", schwärmt die 29-Jährige aus Böckingen. Weil sie mehr über die antiken Helden und Götter wissen wollte, kaufte sie sich daraufhin Homers Epen "Die Odyssee" und "Die Ilias". Mittlerweile, so sagt sie, besitzt sie sieben verschiedene Ausgaben - von der Fassung als Kinderbuch bis zur englischen Übersetzung - die sie alle mehrfach gelesen hat.

Zusammen mit ihrer Schwester Sandra Mall hat Katrin Böltz ihre Faszination für die griechische Mythologie nun in ihr Romandebüt einfließen lassen. Auf insgesamt drei Bände ist das Fantasy-Projekt angelegt, das vor allem auf eine jugendliche Leserschaft abzielt und sich bei den Vorlagen aus dem 7. bis 8. Jahrhundert bedient. Band eins, "Vergessene Götter", ist vor wenigen Wochen im Selbstverlag bei Tredition erschienen (424 Seiten, 14,99 Euro). Band zwei soll spätestens kommenden Mai folgen, der Abschluss der Trilogie dann im Spätsommer.

Wovon das Romandebüt der beiden Schwestern handelt

Und darum geht es im Auftakt: Die 18 Jahre alte Schülerin Philomena von Madeira ist auf Klassenreise in Griechenland, als sie zusammen mit ihren dort neugewonnenen Freunden ohne es zu wissen über die Büchse der Pandora stolpert. Eines Nachts erscheint ihnen ein mysteriöser Besucher, der ihnen offenbart, Reinkarnationen griechischer Götter zu sein.

 


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Philomena, bei der es sich angeblich um Persephone, die Göttin der Unterwelt, handelt, und die anderen beschließen, dem rätselhaften Boten zum Olymp zu folgen. Denn die jahrtausendealte Barriere zwischen der göttlichen und der menschlichen Welt ist mittlerweile brüchig geworden.

Dort begegnet die junge Portugiesin dem widerborstigen Gott Melas, der die Seele von Hades, dem Gott der Unterwelt, in sich trägt. Und sie trifft auf Gott Zygios, dem wiedergeborenen Zeus, der sich die Macht der alten Götter sichern und wieder unsterblich werden will. Bald begreift Philomena, welche Funktion ihr in diesem skrupellosen Plan zukommt.

Die Sprache ist betont jugendlich gehalten

Die Rollenverteilung ist also klar. Es gibt mit Zygios einen klassischen Bösewicht, es gibt um Philomena herum die Guten, und es gibt mit Melas eine Figur, die zunächst zwischen den Fronten steht. Die Sprache ist betont jugendlich, teilweise gespickt mit Redewendungen wie etwa "Eulen nach Athen tragen" oder "sich zwischen Skylla und Charybdis befinden".

Erzählt wechselweise vor allem aus der Sicht Philomenas und Melas", wussten die beiden Schwestern diese zwei Perspektiven beim Schreiben pragmatisch für sich zu nutzen. Katrin Böltz übernahm den göttlichen Part, Sandra Mall den menschlichen. "Das hat es authentisch gemacht", sagt Mall.

Die Arbeit an dem Buch haben sich Sandra Mall und Katrin Böltz geteilt

Denn wie "ihre" Protagonistin ist auch sie immer tiefer in die griechische Götterwelt eingetaucht. Diese gestaltete Homer-Fan Katrin Böltz in ihren Kapiteln aus. Um die Recherche zu den Schauplätzen auf Madeira und in Griechenland kümmerte sich Sandra Mall. "Wenn es Corona zulässt, wollen wir da unbedingt mal gemeinsam hin", sagt die 31-Jährige aus Obereisesheim.

Im Januar 2021 haben die beiden Autorinnen, die hauptberuflich Sekretärinnen sind, angefangen, drauf los zu schreiben - in der Regel abends nach der Arbeit und wenn die Kinder im Bett waren. Nach eineinhalb Monaten stand die Rohfassung, die restliche Zeit des Jahres haben die Schwestern gebraucht, um diese zu überarbeiten. "Wir haben den Plot bestimmt vier oder fünf Mal umgeschmissen, bis wir gesagt haben, jetzt passt es", sagt Katrin Böltz, für die - wie auch für ihre Schwester - das Fantasy-Genre eine kleine Alltagsflucht ist.

Schätzungsweise 3000 Euro, darunter die Kosten für Lektorat, Korrektorat und Coverdesign, hat das Duo in sein Debüt gesteckt. "Das haben wir aber gut wieder raus", erklärt Sandra Mall, die mit der Resonanz sehr zufrieden ist. Aus Marketinggründen erscheint die Trilogie unter den Pseudonymen Norah und Cory Banner. "Ein Fantasy-Buch verkauft sich grundsätzlich einfacher, wenn der Autorenname leicht aussprechbar ist", ist Katrin Böltz überzeugt. "Außerdem hat es uns gefreut, dass wir so wieder den gleichen Nachnamen haben durften."

 


Nächstes Projekt

"Da haben wir uns was vorgenommen", sagt Debütautorin Sandra Mall über das Romanprojekt von ihr und ihrer Schwester Katrin Böltz, das gleich als Trilogie angelegt ist. "Aber zu zweit leidet es sich besser, und wir treiben uns gegenseitig an", ergänzt Böltz. Während Band zwei und Band drei derzeit noch in Arbeit sind, wälzt die 29-Jährige gedanklich schon das nächste Romanprojekt hin und her. Dem Fantasy-Genre wollen die zwei Autorinnen dabei unbedingt treu bleiben. Vielleicht, so deuten sie an, wird es dann aber ein Ausflug in die nordische Mythologie.

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