Tom Gaebel lässt Wünsche in Erfüllung gehen
"A swinging Christmas": Tom Gaebel & His Orchestra begeistern 650 Fans im Audi-Forum.

Ein Tusch der Big Band, und Dr. Swing trabt federnden Schritts, mit verschmitztem Lächeln und schnittiger Frisur auf die Bühne im Audi-Forum: Tom Gaebel is back! Zum dritten Mal bei Audi. Und 650 Fans sind beglückt, denn "A swinging Christmas" ist kein Weihnachtskonzert, das routiniert Evergreens abspult, sondern es verwandelt gängiges Liedgut in fetzige Musik.
Naturverbundene Zeilen
Das immergrüne Symbol "Oh Tannenbaum" wird mit Synkopen auf Trab gebracht, ein niedliches "Kling, Glöckchen, klingelingeling" reichlich mit Scat-Einlagen garniert und (Stichwort Klimaschutz) "I see trees of green?", eine naturverbundene Zeile aus "What a Wonderful World", stimmlich in den abgrundtiefen Rauchfang eines Louis Armstrong gehängt. Die "Jingle Bells" werden gerockt, da hält es zwei Tanzfreunde nicht mehr auf den Sitzen. Wo, wenn nicht beim Autohersteller, könnte "Driving home for Christmas" passender sein? Im Original etwas gefühlig-gefälliges Easy Listening, klingt das in der Interpretation von Tom Gaebel und seiner achtköpfigen Band lässig, schmissig, knackig.
Es groovt im Autohaus, und Gaebel ermuntert: "Schnippen Sie ein bisschen mit, lassen Sie die Schultern klappern oder knacken Sie mit den Hüften, wenn das besser geht." Ein augenzwinkernder Tipp an Senioren, den er mit einem Reim unterfüttert: "Was will Oma mit dem Säbel?! Schenk ihr schnell was von Tom Gaebel!". Damit kein falsches Bild entsteht: Das Publikum umfasst alle Altersklassen und ist, ganz wie im Kreise der Familie, auch zum Singen bereit. Stücke wie "Last X-mas" haben sich ins Gedächtnis gebrannt, der Allrounder überlässt sie streckenweise ganz der Sangesfreude seiner Fans.
Klassische Frühausbildung an Glockenspiel und Flöte
Apropos Sangesfreude, die kam bei Tom Gaebel erst spät. Von der klassischen Frühausbildung an Glockenspiel und Flöte über Knabenchor und zwölf Jahre Geigenunterricht - es hätte ein André Rieu aus ihm werden können - kam der 14-jährig auf den Geschmack vom Schlagzeug und drei Jahre später zur Posaune, beides erlernte er autodidaktisch. Eine Kostprobe auf der Posaune, Nat King Coles "L-O-V-E" (im Duett mit seinem Band-Posaunisten), reißt die Fans von den Sitzen.
Seine Berufung zum Sänger entdeckte Tom Gaebel erst Mitte 20. "Alles begann unter der Dusche", heißt es auf seiner Homepage: Tom Gaebel, seinerzeit Student des Conservatorium Amsterdam, war ein veritabler Badezimmer-Caruso. Dort unterm Wasser sang Tom die großen Songs seines Idols Frank Sinatra. Und die Kommilitonen, als Musikstudenten Männer vom Fach, sagten: "Du, Tom, das klingt echt cool." So wurde aus dem Instrumentalisten - eingeschrieben für Posaune und Schlagzeug - der Sänger Tom Gaebel, der sein Studium im Hauptfach Jazzgesang mit "Cum laude" abschloss.
Fans dürfen auf's Podium kommen
Die musikalische Zeitreise stattet auch dem Schlager der 1920er Jahre "Just a Gigolo" und der spanischen Weihnacht "Feliz Navidad" einen Besuch ab. Dazwischen erfüllt Gaebel Herzenswünsche, seine Fans dürfen auf"s Podium kommen: Der kleine Bastian schüttelt die Schlittenglocken, der große Reiner greift zum Bass, und Hanni möchte einfach nur ein Foto mit Tom machen. Der Mut wird mit CD belohnt. Stehende Ovationen gibt"s für den Arbeitsdirektor von Audi, der sich mit Posaune ins Bläsertrio einreiht. Ein Weihnachts-Medley leitet über zum Finale, einer Hommage an Frank Sinatra mit "My Way", "That"s Love" und "New York, New York".
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