Prodigy: Hüpfen, dass die Halle bebt

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Karlsruhe - Dass sie den Techno im Blut haben, lässt sich kaum verleugnen: In der ausverkauften Europhalle zucken die Fans schon bei den Beats mit, die eigentlich als Pausenmusik für den Umbau gedacht sind. Als dann Prodigy die Bühne entern, gibt es kein Halten mehr

Von Heiko Fritze

Karlsruhe - Dass sie den Techno im Blut haben, lässt sich kaum verleugnen: In der ausverkauften Europhalle zucken die Fans schon bei den Beats mit, die eigentlich als Pausenmusik für den Umbau gedacht sind. Als dann Prodigy die Bühne entern, gibt es kein Halten mehr: Einige tausend Fans auf einmal hüpfen zu den Rhythmen von "World's on" auf und nieder, so dass Seismographen wohl ein mittleres Erdbeben registrieren müssten.


Stromausfall

Die vier Briten, unterstützt durch einen gelegentlich optisch, aber nicht unbedingt akustisch wahrnehmbaren Gitarristen, lassen der tobenden Menge dann auch keinerlei Chance, sich einmal auszuruhen: Abwechselnd servieren sie Hits ihrer früheren Alben und die stampfendsten Nummern ihrer neuen Scheibe "Invaders must die." Allerdings macht bei "Poison" die Stromversorgung schlapp: Lichter fallen aus, Instrumente, das Mikrofon von Sänger Keith "Maxim" Palmer und schließlich ein ganzer Tonkanal verabschieden sich - quittiert mit Buhrufen und Pfiffen. Die Menge will schließlich tanzen, nicht zugucken, wie Techniker das Problem lösen. Aber bald darauf geht's ja auch weiter.


Derwisch vom Dienst

Prodigy, das ist vor allem Mastermind Liam Howlett: Hinter eine Galerie von Computer und Synthesizern steuert er die Klänge der 1991 gegründeten Elektropunks. Vorne treibt Sänger Keith Palmer die Massen an, wobei ihn Keith Flint unterstützt und ansonsten den Derwisch vom Dienst mimt: Vollständig gepierct und tätowiert hetzt und hüpft er über die Bühne wie ein Äffchen unter Strom.

Abgesehen von dem kurzzeitigen Technikproblem ist nur noch "Firestarter" eine Enttäuschung: Was auf dem Studioalbum "The Fat of the Land" noch so brachial und hart rüberkam, klingt in der Europahalle breiig und völlig falsch abgemischt. Nur mit Mühe lässt sich überhaupt der Text verstehen, erst die monströsen, orange glühenden Scheinwerfer liefern die Lösung.

Doch der Stimmung tut das keinen Abbruch. Nach dem regulären, 60 Minuten langen Set servieren Prodigy noch fünfmal Nachschlag, darunter ihren ältesten Hits "No Good" und "Outer Space". Die Menge tobt und hüpft weiter - bis auch der letzte Beat verklungen ist.

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