"Nolde ist einfach eine Marke"
Mit einem Besucherrekord ist die Nolde-Ausstellung in Heilbronn zu Ende gegangen. Rund 14.500 Besucher kamen in die Kunsthalle Vogelmann. Museumsdirektor Marc Gundel erklärt im Stimme-Interview, warum die Schau so erfolgreich war.

Mit rund 14.500 Besuchern in zwölf Wochen ist am Sonntag die Ausstellung "Emil Nolde. Farbenzauber" in der Kunsthalle Vogelmann in Heilbronn zu Ende gegangen. Museumsdirektor Marc Gundel. Die Schau, die sich ausschließlich den Papierarbeiten von Nolde gewidmet hat und nun in die Städtischen Museen nach Lübeck weiterwandert, ist die bisher erfolgreichste in der Kunsthalle an der Allee seit Öffnung im Oktober 2010. Keine Frage, dass sich Museumsdirektor Marc Gundel im Gespräch mit Claudia Ihlefeld hoch erfreut und aufgeräumt gibt.
Die bisher erfolgreichste Ausstellung in der Kunsthalle Vogelmann: Gratulation − jetzt liegt die Messlatte hoch.
Marc Gundel: Selbst das Deutschlandspiel am Sonntagnachmittag hat zumindest die Besucherinnen nicht abgehalten, zur Finissage mit Sonderführungen zu kommen. Rund 14.500 Besucher, das ist ein Riesenerfolg. Es hat in der Ära von Museumsdirektor Andreas Pfeiffer im Deutschhof zwar Schauen mit noch höheren Besucherzahlen gegeben, die liefen aber auch länger. Denn auf die Laufzeit kommt es an.
Warum haben Sie bei der Publikums-Nachfrage nicht einfach verlängert?
Gundel: Hätte ich gerne. Aber wir haben Verträge, und die Nolde-Arbeiten gehen jetzt nach Lübeck. Zudem: Die sehr lichtempfindlichen Arbeiten auf Papier dürfen nicht zu lange ausgestellt werden.
Wie erklären Sie sich dieses Interesse an Nolde-Aquarellen? Die Ausstellung zog mehr als Schauen mit Egon Schiele und Oskar Kokoschka, mehr als Joseph Beuys zur Eröffnung der Kunsthalle vor acht Jahren und selbst mehr als die Ausstellung über den Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff.
Gundel: Nolde ist einfach eine Marke. Seine Sinnlichkeit und Ästhetik sprechen unmittelbar an. Uns ist eine große Mobilisierung der Kunstfreunde aus dem Raum Heilbronn gelungen.
Die Besucher kamen also größtenteils aus Heilbronn und Umgebung?
Gundel: Aus Heilbronn und aus der Region Heilbronn-Franken.
Womit locken Sie als nächstes?
Gundel: Das kann ich noch nicht sagen. Wir werden unsere Ausstellungspolitik, etwa alle drei Jahre einen bekannten Künstler der Klassischen Moderne zu präsentieren, fortsetzen. Die Messlatte liegt sehr hoch. Aber: Wir sind keine Institution, die auf Namedropping setzt. Sondern, die Profilierung der Kunsthalle Vogelmann vorantreibt mit Kunst des 20. Jahrhunderts und mit dem Schwerpunkt Bildhauerei.
Und die zeitgenössische Kunst?
Gundel: Bedient der Kunstverein Heilbronn, im selben Haus unter dem Dach der Kunsthalle.
Ihre Projekte mit Künstlern des Ernst-Franz-Vogelmann-Preises sind allerdings auch zeitgenössisch.
Gundel: Und dafür müssen wir ein noch viel breiteres Interesse schüren. Wenn von den rund 14.500 Nolde-Besuchern zehn bis 15 Prozent wiederkommen, ist das für mich ein noch größerer Erfolg.
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