Musik als Fundament einer friedlichen Werteordnung

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Großes Festkonzert zum Stadtjubiläum in der Harmonie Heilbronn

Von Traudl Stocker
„Harmonie, durch Himmelsharmonie entstand das ganze Weltgebäude“: 450 Mitwirkende bot das große Festkonzert zum Stadtjubiläum in der Heilbronner Harmonie auf, darunter auch den Heinrich-Schütz-Chor. (Foto: Claudia Wachter)
„Harmonie, durch Himmelsharmonie entstand das ganze Weltgebäude“: 450 Mitwirkende bot das große Festkonzert zum Stadtjubiläum in der Heilbronner Harmonie auf, darunter auch den Heinrich-Schütz-Chor. (Foto: Claudia Wachter)

Das große Festkonzert zum Jubiläum „725 Jahre Stadtrecht“ in der Harmonie Heilbronn bot rund 450 Mitwirkende auf. König Rudolf I.von Habsburg (1218 - 1291) hatte Heilbronn 1281 zur Stadt erhoben.

Zu Händels „Cäcilienode“ vermittelten schon die einleitenden Paukenklänge Festlichkeit. Ulrich Walddörfer und der Philharmonische Chor hatten das Werk als Beitrag zum Festkonzert auserwählt. Die vollständige Cäcilienode umfaßt zwölf Sätze, Chor, Sopran- und Tenorsoli, Beteiligung der Orgel.

Geboten wurde die kürzere Zweitfassung des Werkes. Mit dem Auftreten der jungen Sopranistin Lydia Zborschil trat ein Problem zutage. Das lag nicht an ihrem ästhetisch-feinen Gesang, sondern an der mangelnden Textverständlichkeit. Sie war hier, an der Fensterfront und vor den schallschluckenden schweren Vorhängen einfach chancenlos.

Händels sphärenverbindende Musik kam im sorgfältigen Gesang zur Geltung: „Harmonie, durch Himmelsharmonie entstand das ganze Weltgebäude“. Die weltumspannende Einheit der Musik wurde als Fundament einer friedlichen Werteordnung erkenntlich.

Oberbürgermeister Helmut Himmelbach erinnerte in seinem Grußwort an das historische Ereignis der Einsetzung des Stadtrechts im Jahre 1281 durch König Rudolf I. und verwies auf Heilbronns große Tradition als Musikstadt.

Der Heinrich-Schütz-Chor unter der Leitung von Michael Böttcher offerierte zwei bedeutende Brahms-Werke: Das Schicksalslied, op.54, nach einem Gedicht von Hölderlin, und „Nänie“, op.82, nach einem Schiller-Text. Nach der düsteren Einleitung des Heilbronner Sinfonie Orchesters im „Schicksalslied“ setzte der Schützchor die Werkdurchformung mit Feinabstimmung fort. Bläserbegleitete Chromatik-Passagen und dynamisch gestalteter A Cappella-Gesang ergaben kontrastvolle Wirkungen.

In „Nänie“, op. 82, das aussagemäßig optimistischer wirkt, bot der Chor piano Stimmkultur, aber auch die Fähigkeit zu Expressivität.

Die Chöre Serenata-Arcobaleno Sontheim überraschten unter der Leitung von Ralf Ellinger und Mitwirkung des stimmgeschmeidigen Baritons Joungjoo Kim mit einer frisch gesungenen Melodienfolge aus „Boccaccio“.

Da ertönten im Saalhintergrund Bläserfanfaren. Sie kündigten Seine Majestät, König Rudolf I. an. Mario Gremlich, Schauspieler am Theater Heilbronn, gab ihm menschliche Züge. Der „König von Gottes Gnaden, König der Böhmen“ schien sich ernsthaft um die Nöte seiner Untertanen zu sorgen.

Zum Abschluss standen 120 bis 140 Sänger der Vereinigten Männerchöre aus Heilbronn auf der Bühne. Unter ihrem Dirigenten Klaus-Dietmar Eisert sangen sie in homogener Bestform die Chorliedkantate „Ich denke mich zu dir“.

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