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Jagsthausen

Musicaldarsteller Markert ist in Jagsthausen häufiger zu sehen

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Der Musicaldarsteller Martin Markert spielt bei den Burgfestspielen gleich in drei Stücken mit. Besonders im asiatischen Raum ist der 35-Jährige sehr beliebt. Deshalb kommen Besucher aus Fernost auch nach Jagsthausen.

Von Ranjo Doering
Martin Markert ist bei den Burgfestspielen in den Musicals "Hair" und "Der bewegte Mann" zu sehen. Im "Götz"übernimmt der 35-Jährige zwei Rollen.
Foto: Ranjo Doering
Martin Markert ist bei den Burgfestspielen in den Musicals "Hair" und "Der bewegte Mann" zu sehen. Im "Götz"übernimmt der 35-Jährige zwei Rollen. Foto: Ranjo Doering  Foto: Döring, Ranjo

"Kein schöner Gesang wird mich heute Abend retten. Endlich!" Vorfreude und Nervosität - zusammengefasst in einem Facebook-Post wenige Stunden vor der "Götz"-Premiere bei den Burgfestspielen.

Für Musicaldarsteller Martin Markert war es ein Premierenabend im doppelten Sinn: Der 35-Jährige gab in Jagsthausen sein Debüt in einem klassischen Schauspielstück. "Ich war sehr froh, dass man mir das Vertrauen geschenkt hat. Das Klischee, dass Musicaldarsteller nicht spielen können, hält sich hartnäckig. Dabei muss man auch bei Musicalrollen schauspielerisches Talent mitbringen", sagt Markert mit Nachdruck.

Markert will nicht nur einen Rollentypus darstellen

Metzler und der Bischof von Bamberg im "Götz", die Rolle des Berger in "Hair", Waltraud in "Der bewegte Mann" - drei "komplett verschiedene Charaktere", die von Markert in der Spielzeit übernommen werden. Eine Bandbreite, die dem großgewachsenen Wahlberliner gefällt. Schubladendenken und Stereotype sind ihm hingegen zuwider. In einen Rollentypus möchte er sich nicht zwängen lassen. "Ich möchte heute der Liebhaber sein, morgen der Mörder. Ich will auch mal hässlich sein auf der Bühne, nicht immer nur der Schöne."

Mit dem Kult-Musical "Hair" hat Markert schon Vorerfahrung: 2014 spielte er in Quedlinburg die Rolle des Claude Bukowski. Mit der rebellischen Art der Protagonisten, einer Gruppe von pazifistischen Hippies, kann sich der Darsteller gut identifizieren: "Ich bin in einem 2000-Mann-Dorf aufgewachsen, da war ich vom Style immer schon der bunte Vogel. Bei den Mädels kam es aber immer gut an."

Kindheit mit Segelsport

Das 2000-Mann-Dorf ist Rerik, eine kleine Stadt unweit von Rostock. Seine Kindheit an der Ostsee begleitet der Segelsport: "Ich war von neun bis 17 in einem Verein und sogar mal bei einer Deutschen Meisterschaft dabei." Aber: "Ich wusste schon früh, dass ich etwas mit Entertainment machen will. Mit 14 habe ich dann "Das Phantom der Oper" in Hamburg gesehen. Sofort wusste ich: Das will ich machen."

2002 beginnt Markert eine Musicalausbildung an der Joop van den Ende Academy in Hamburg - eine intensive Zeit. "Der Druck war sehr groß, denn man konnte jedes Semester rausfliegen." Der Erfolg lässt aber nicht lange auf sich warten. Engagements in "West Side Story", "Jesus Christ Superstar", "Ludwig²" und als Tod in "Elisabeth" - für Markert "die absolute Traumrolle" - folgen.

Die Lieblingsrolle führt ihn 2007 auf eine prägende Tournee nach Japan und China. "Die Asiaten sind anders als wir. Sie sind fanatisch nach der europäischen Geschichte."

Markert, blond mit blauen Augen, ist dort prädestinierter Frauenschwarm. "Ich hab in der Zeit gelernt, wie es für Michael Jackson oder Madonna sein muss." In Shanghai wird Markert nach den Vorstellungen von Securitys durch 700 kreischende, meist weibliche Fans geschleust. "Es war wie ein Popkult." Wie man es da schafft nicht abzuheben? "Wichtig und hilfreich sind Familie und Freunde."

Besucher aus Shanghai und Tokio in Jagsthausen

Für die meistens nur wenig Zeit ist: Ein Leben als Musicaldarsteller bedeutet oft ein Leben aus dem Koffer. Markert schafft sich deshalb Ruhephasen: "In Jagsthausen bin ich vier Monate am Stück. Ich habe hier meine Wohnung, mein Bett, bin nicht jeden Tag woanders. Das ist wichtig."

Der Ruhm im asiatischen Raum holt Markert aber auch bei den Burgfestspielen ein: "Es waren schon Leute aus Shanghai und Tokio in den Vorstellungen. Sie sind extra nach Jagsthausen geflogen, um mich zu sehen. Das ist Wahnsinn."

 

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