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Musical "Aladdin" als familientaugliche Unterhaltungsshow in Stuttgart

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Flotte Melodien und Hightech, Farbenpracht und die Illusion vom Orient: "Aladdin" fliegt durch das Stuttgarter Stage Apollo Theater und erzählt charmant eine rührselige Lovestory.

Von Claudia Ihlefeld
Quietschbunte Disney-Welt und perfekt getimte Show. Das Musical "Aladdin" läuft nun auch in Stuttgart im Stage Apollo Theater.
Foto: Stage Entertainment / Deen van Meer
Quietschbunte Disney-Welt und perfekt getimte Show. Das Musical "Aladdin" läuft nun auch in Stuttgart im Stage Apollo Theater. Foto: Stage Entertainment / Deen van Meer  Foto: tage Entertainment / Deen van Meer

Eine Liebesgeschichte, der Kampf zwischen Gut und Böse, der krasse Gegensatz von arm und reich - und schließlich das Happy End: Jede Kultur kennt und liebt diese Erzähl-Konstellation, kein Wunder, dass Aladdin und sein fliegender Teppich aus 1001 Nacht nichts an Faszination verloren haben. Eine familientaugliche Lovestory, vor allem in ihrer US-amerikanischen Zuckerwatten-Perfektion.

Basierend auf dem Disney-Trickfilm von 1992, entstand 2011 die Musicalfassung, die ab 2014 Erfolge am Broadway feiert und nach Hamburg jetzt in Stuttgart zu sehen ist.

Im Stage Apollo Theater im SI Centrum in Möhringen schwebt die kommenden Monate Abend für Abend der legendäre Teppich in einen mit Hunderten LED-Lampen glitzernden Sternenhimmel, werden Pyro-Effekte gezündet und machen die Oscar prämierten Songs von Alan Menken "Aladdin" zur flott ausgeklügelten Show: eine Illusionsmaschine, die mit dem real existierenden Orient zwar wenig zu tun hat, das Publikum der Medienpremiere am Mittwochabend aber zu Begeisterungsstürmen hinreißt.

Augenzwinkernd werden parodistische Momente eingestreut

Da ist zum einen die rührselige Erzählung, in die das Stuttgarter Kreativteam um Scotty Taylor augenzwinkernd parodistische Appetithappen einstreut - etwa, wenn Flaschengeist Dschinni einen Mercedesstern als Sternzeichen dem Publikum entgegenstreckt und hier und da geschwäbelt wird -, was das Musicalpublikum schmunzeln lässt.

Zum anderen sind da die swingenden Musicalohrwürmer, die rasanten Nummern und nicht zu vergessen die üppige Ausstattung, die "Aladdin" zu einer quietschbunten Revue machen.

It's showtime. Tanzende Türme, der Palast des Sultans, die Basare von Agrabah, der Heimat Aladdins, und die Höhle der Wunder, die die gesamte Bühne in Vollgold-Optik umspannt. Meterhohe Wandornamente, Vorhänge und kostbare Tücher, Stoffe in satten Farben und blendend farbenreiche Kostüme entführen für zweieinhalb Stunden mit Pause in eine heile Traumwelt.

Das Aladdin-Fieber geht weiter

Das Aladdin-Fieber übrigens geht weiter. Im Mai kommt der neue Kinofilm der Walt Disney Pictures in den USA in die Kinos: ein Fantasy-Musical-Abenteuer-Streifen als Realverfilmung mit Will Smith in der Rolle des Flaschengeists Dschinni.

In Stuttgart schlüpft Maximilian Mann in die Rolle des Flaschengeists: eine Idealbesetzung und der Star des Abends. Ironisch und charmant, ein glänzender Tänzer mit astreiner Musicalstimme, ist Mann ein hyperaktiver Sympathieträger mit umwerfender Bühnenpräsenz.

Schon in der Ouvertüre macht Mann klar: Alle mal zuhören, wir spielen euch jetzt eine unerhörte Geschichte vor, lehnt euch zurück - habt Spaß.

Straßenbengel verliebt sich in hübsche Prinzessin

Erzählt wird vom Straßenbengel Aladdin, einem Tagedieb aus Verlegenheit und Not, der sich in die Tochter des Sultans verliebt. Neben Manns Dschinni allerdings bleiben Philipp Büttner als Aladdin und vor allem Nienke Latten als Jasmin blass.

Dass Aladdin Jasmin zur Frau bekommt, trotz der Intrigen des machthungrigen Jafar (Paolo Bianca) und seines hippeligen Dieners Jago (Eric Minsk), dazu verhilft ihm Dschinni aus der Wunderlampe.

Jasmin ist aus dem Palast ausgebüxt, sie will sich ihren Prinzen selbst aussuchen und steigt nicht bei jedem x-Beliebigen nach dem ersten Date gleich auf den Teppich.

Schmissige Melodien und Ensembleszenen

Viele temporeiche, synchron choreographierte Ensembleszenen und die schmissigen Melodien (musikalischer Leiter: Leif Klinkhardt) machen das Musical von Chad Beguelin und Disneys Haus- und Hofkomponisten Alan Menken zum Spektakel, bei dem Luftschlangen über die Köpfe der Zuschauer wehen.

Vom Broadway adaptierte Produktionen wollen unterhalten. Nicht mehr und nicht weniger. Das gelingt dem Disney-Musical auch in Stuttgart mit perfekt getimter Hightech und Kalauern wie "nimm zwei, zahl drei".


Karten gibt es in den Geschäftsstellen der Stimme, Telefon 07131 615 701.

 

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