"Monozelle": Konzeptkunst von Hasucha
Seit Anfang der 80er Jahre macht Christian Hasucha mit so genannten öffentlichen Interventionen in ganz Europa auf sich aufmerksam. Implantate nennt er die irritierenden Objekte, die er in Budapest, London, Frankfurt, in Graz, Köln und anderswo installiert.
Seit Anfang der 80er Jahre macht Christian Hasucha mit so genannten öffentlichen Interventionen in ganz Europa auf sich aufmerksam. Implantate nennt er die irritierenden Objekte, die er in Budapest, London, Frankfurt, in Graz, Köln und anderswo installiert.
In Heilbronn erregte 1993 seine "P" genannte Intervention aus Stahlpodesten Aufmerksamkeit: 30 Interessenten hatten bei Hasucha tragfähige Konsolen an einem ausgewählten Ort geordert, die 15 Zentimeter über dem Boden an Masten in der Stadt befestigt wurden.
1955 in Berlin geboren, studierte Hasucha an der Hochschule der Künste und hatte verschiedene Lehraufträge und Gastprofessoren inne. Jetzt ist der international renommierte Projektkünstler auf Einladung der Neuen Kunst im Hagenbucher wieder in Heilbronn zu erleben: mit seinem Projekt "Monozelle". Von heute an bis Samstag − Sonntag ist Pause − und von Montag, 24. September, bis Samstag, 29.?September, taucht an frequentierten Orten in Heilbronn eine Person auf, die eine schmale Acrylglas-Kabine vor sich herschiebt. Carsten Weber aus Bochum ist der Mann in dieser Monozelle, der sich das gläserne Gehäuse überzieht, es als abgeschirmtes Mikrobüro nutzt, um am Computer zu arbeiten. Durch seitliche Hörsiebe spricht er mit Passanten. Dann packt er seine Sachen wieder ein und rollt die Kabine weiter.
Am Neckar, auf dem Campus, im Alten Friedhof und anderswo taucht der Mann samt Monozelle wieder auf − immer in der Nähe einer Bank, auf der Christian Hasucha sitzt, beobachtet, gern auch eingreift: jeweils von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr an verschiedenen Orten im Stadtgebiet von Heilbronn. cid
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