Theater Heilbronn: Die Besucherzahlen steigen langsam wieder
Lob und Dank im Kulturausschuss für Intendant Axel Vornam. Der Bericht über das Wirtschaftsjahr 2023 des Heilbronner Theaters zeigt: Die Auslastung der Jahre vor Corona ist nicht wieder erreicht, doch die Besucherzahlen steigen. Aber auch die inflationsbedingt höheren Ausgaben.

Auch wenn die Auslastung der Jahre vor Corona nicht wieder erreicht ist, das Theater ist zufrieden mit seinen Besucherzahlen. "Ich habe Gutes zu berichten", stellte Intendant Axel Vornam den Bericht seines Hauses über den Geschäftsverlauf 2023 auf der jüngsten Sitzung im Kulturausschuss des Heilbronner Gemeinderats vor.
Im Jahr 2023 sahen 138 894 Theaterfreunde die 594 Vorstellungen in den vier Spielstätten Großes Haus, Komödienhaus, Boxx, Salon 3 und in den Foyers. Das sind 27.444 Besucher mehr als im Jahr zuvor, allerdings darf man 2022 nur bedingt vergleichen. Bis zum 19. März 2022 galt wegen Corona noch Platzbeschränkung, bis April Maskenpflicht. Den 138.894 Theaterfreunden steht die Zahl von 127 467 Besuchern gegenüber, die für ihre Karten bezahlt haben. Die Differenz erklärt sich also aus der Zahl der Gesamtbesucher und der Zahl der Besucher nach verkauften Karten, wie Vornam den Räten erläutert.
Freikarten für Lehrersichtveranstaltungen, Gemeinderäte und Presse
Als Grund nennt der Intendant Freikarten für Lehrersichtveranstaltungen, Karten für Gemeinderäte und Presse. Das erklärt auch die zwei unterschiedlichen Kennzahlen für die durchschnittliche Auslastung. Bezogen auf die Gesamtzahl der Besucher betrug sie 70,17 Prozent. Die Auslastung im Kerngeschäft - ohne Veranstaltungen im Foyer und sonstige – betrug in Bezug auf verkaufte Karten gut 66 Prozent. Wie sich diese Auslastung auf die einzelnen Spielstätten verteilt? Gut 82 Prozent im Komödienhaus, 72 Prozent in der Boxx, 63 Prozent im Salon 3 und 62 Prozent im Großen Haus. Im traditionell verkaufsstarken Dezember übrigens - was sicher auch am von vielen Schulklassen besuchten Weihnachtsmärchen liegt –, betrug die Gesamtauslastung gut 80 Prozent.
Im Vergleich mit dem Wirtschaftsplan geht das Theater zum Abschluss des Jahres 2023 von einem Überschuss aus in Höhe von 328 375 Euro. Dem stehen Ausgaben von 843.451 Euro gegenüber, das ergibt einen sogenannten "Fehlbetrag" von 609.877 Euro. Für das Wirtschaftsjahr 2023 kann das Theater mit Rücklagen kompensieren. Um im neu abgeschlossenen Budgetzeitraum von 2024 bis 2026 ausgeglichen zu wirtschaften, ist mit jährlich 8.990.000 Euro ein höherer Zuschuss der Stadt notwendig.
Personalkosten machen mehr als 60 Prozent der Betriebsausgaben aus
Gründe für die Mehrausgaben sind die inflationsbedingt gestiegenen Material- und Sachkosten, hier schlagen vor allem Energie und Bühnenausstattungen zu Buche. Sowie steigende Personalkosten, etwa durch die Inflationsausgleichszahlung von 2560 Euro pro Vollzeitbeschäftigtem. Theater wird von Menschen gemacht: Mehr als 60 Prozent der Betriebsausgaben am Theater verursachen die Personalkosten.
Nun sind Zahlen das eine, und ist die Kunst das andere. Fraktionsübergreifend wohlwollend fallen Lob und Dank an Axel Vornam und sein Team aus. Von überregionaler Strahlkraft ist da die Rede, begrüßt werden auch die künftig für ausgewählte Produktionen geplanten englischen Untertitel, und freuen sich die anwesenden Räte darüber, dass das Junge Theater diesen Januar zu einer Gastspielserie nach Südtirol eingeladen war.
Das Verfahren für die Nachfolge Axel Vornam hat begonnen
Ob die Intendanz rechtzeitig ausgeschrieben werde, steht noch als Frage im Raum. Vornams Vertrag endet nach der Spielzeit 2025/26. "Das Verfahren hat bereits begonnen", beruhigt Kulturbürgermeisterin Agnes Christner.
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