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Heilbronn

Gastspiel mit Herbert Herrmann und Nora von Collande in Heilbronn

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"Alles was sie wollen": Herbert Herrmann und Nora von Collande sind zwölf Mal in dem Gastspiel der Komödie am Kurfürstendamm zu erleben. Heilbronner Premiere ist diesen Donnerstag im Komödienhaus - ein Zweipersonenstück mit französischem Charme.

Zwischen St. Tropez, Grindelwald, Freiburg, Berlin und Heilbronn: Zwölf Mal sind Herbert Herrmann und Nora von Collande mit "Alles was sie wollen", einem Gastspiel der Komödie am Kurfürstendamm, in Heilbronn zu sehen.
Foto: Andreas Veigel
Zwischen St. Tropez, Grindelwald, Freiburg, Berlin und Heilbronn: Zwölf Mal sind Herbert Herrmann und Nora von Collande mit "Alles was sie wollen", einem Gastspiel der Komödie am Kurfürstendamm, in Heilbronn zu sehen. Foto: Andreas Veigel  Foto: Veigel, Andreas

Ob es ihm schmeichelt, wenn er beim Bäcker oder auf der Straße angesprochen wird auf Fernseherfolge, die Jahrzehnte zurückliegen? "Total. Ich habe den Beruf ja nicht ergriffen, um unbekannt zu bleiben", sagt Herbert Herrmann. Vor allem Frauen, die heute Ü50 und mehr sind, haben für den Helden aus Serien wie "Drei sind einer zuviel" oder "Ich heirate eine Familie" geschwärmt.

Seit einigen Jahren ist Herrmann wieder auf der Bühne zu sehen und führt auch Regie. Wie bei der französischen Komödie "Alles was sie wollen", in der er mit Nora von Collande an zwölf Abenden im Komödienhaus Heilbronn zu erleben ist.

"Wer auf der Bühne steht und die letzte Reihe erreicht, kann auch drehen"

"Schauspieler, die unerkannt bleiben wollen", greift von Collande das Thema auf, "das ist Koketterie". Ursprünglich kommt die Schauspielerin und Autorin vom Theater, aber auch von Collande ist ein populäres Fernsehgesicht aus "Forsthaus Falkenau" und mehr. "Für mich", sagt die gebürtige Berlinerin, "ist Theater der Ursprung. Wer auf der Bühne steht und die letzte Reihe erreicht, kann auch drehen."

Der Kontrast des weißen Hemds mit zahllosen Christian-Dior-Schriftzügen zur braun gebrannten Haut von Herrmann ist auffallend. Den Sommer hat das Paar in seinem Wohnsitz in St. Tropez verbracht, vor zwei Monaten sind von Collande und Herrmann von Hamburg nach Freiburg gezogen. Weil die Stadt näher an Südfrankreich liegt und an Herrmanns Haus in Grindelwald. Aber auch, weil das Wetter im Breisgau definitiv besser ist als in der Hansestadt, für von Collande nichtsdestotrotz Deutschlands schönste Großstadt.

Wenn Herbert Herrmann sein gewinnendes Herrmann-Lächeln anknipst

Alles was sie wollen

Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière

Premiere: Donnerstag, 20 Uhr, Komödienhaus Heilbronn. Regie: Herbert Herrmann, Bühne: Stephan Fernau, Kostüme: Nora von Collande. Es spielen Herbert Herrmann und N. von Collande.

Zur Person

1941 in Bern geboren, lernte Herbert Herrmann Schriftsetzer bevor er Schauspielunterreicht nahm und erste Engagements in Zürich und Bern folgten. Er spielte am Renaissance Theater in Berlin, an den Hamburger Kammerspielen, in der Komödie am Marquardt Stuttgart und unternahm Tourneen. Seit den 70er Jahren im Fernsehen präsent, wurde Herrmann vor allem durch seine Rollen in "Drei sind einer zuviel" und in "Ich heirate eine Familie" bekannt. Seit 2003 lebt er mit der Schauspielerin und Autorin Nora von Collande zusammen. Geboren 1958 in Berlin, war von Collande an Bühnen in Hannover, Bonn, Hamburg und am Kurfürstendamm Theater in Berlin engagiert und spielte in zahlreichen TV-Serien wie "Praxis Bülowbogen" und "Forsthaus Falkenau".

Seit 30 Jahren arbeiten die beiden zusammen, seit 20 Jahren sind sie privat ein Paar. Wie das funktioniert? "Ein absoluter Glücksfall", sagt Herrmann, der unverändert gern mit seiner Frau ausgeht, "um zu zeigen, wie toll sie ist". Das Rezept für ein Rund-um-die-Uhr-Zusammensein sind "Respekt und Humor. Und, dass man sich noch zuhört", sagt Nora von Collande. "Es ist Liebe", knipst Herbert Herrmann sein gewinnendes Herrmann-Lächeln an, als ob die Jahre spurlos an dem 78-jährigen, gebürtigen Schweizer vorübergezogen wären.

Bei der Komödie "Alles was sie wollen" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière - übrigens das Autorenduo des Bühnenerfolgs "Der Vorname", der auch in Heilbronn auf dem Spielplan stand - führt Herrmann selbst Regie. Seine Frau hat die Kostüme entworfen und er ein Dutzend Einfälle für die Bühne beigesteuert.

Mit Tempo und rasanten Kostümwechseln

Seit das Paar vor einem Jahr das Stück in Paris gesehen hat, arbeitet Herrmann an der deutschen Fassung, die im Juni im Schillertheater Berlin Premiere hatte. Eine deutsche Erstaufführung, da "die französische Theatertradition doch eine ganz andere ist", meint von Collande. Ihre Fassung ist weniger ein Konversationsstück denn eine technisch "hoch anspruchsvolle" Komödie in 14 Bildern mit Tempo und rasanten Kostümwechseln.

Das Heilbronner Gastspiel der Komödie am Kurfürstendamm ist nach den Berliner Aufführungen im Juni und Juli die zweite Station, quasi die Wiederaufnahme nach der Sommerpause. Die beiden sind eingespielte Profis, binnen drei Tagen richten Herrmann, von Collande, ihr Team und die Kollegen vor Ort das Stück fürs Komödienhaus ein. "Eine Komödie muss auch optisch unterhalten", findet von Collande.

Die Schreibblockade einer Pariser Erfolgsautorin

"Wir wollen eine Geschichte erzählen und die Leute mitnehmen", umreißt Herrmann seine Vorstellung von Komödie. Und was wird erzählt? Als Wasser in das Wohnzimmer des neuen Hausbewohners Thomas tropft, wird der bei seiner über ihm lebenden Nachbarin Lucie vorstellig. Und bleibt freundlich, trotz Lucies überlaufender Badewanne und der schnippischen Art der bekannten Theaterautorin.

Thomas kauft sich Texte von Lucie und eine Karte für die Premiere ihres nächsten Stücks. Doch steht davon noch so gut wie keine Zeile. Die Erfolgsautorin leidet unter einer Schreibblockade. Seit sie glücklich verheiratet ist, ist ihr Leben uninteressant und geht ihr der Stoff aus. Thomas will Lucie wieder zum Schreiben bringen. Wenn es sein muss, mit einer kleinen Lüge.

 

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