Fantastische Weltlandschaften

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Bad Rappenau - Wasserschloss stellt Ölgemälde und Grafik von Wolfgang Maria Ohlhäuser aus.

Von Martina Kitzing-Bretz

Fantastisch-visionäre Arbeiten von Wolfgang Maria Ohlhäuser wie "Reise ins Land der Träume" von 1979 sind im Wasserschloss ausgestellt.
Foto: Martina Kitzing-Bretz
Fantastisch-visionäre Arbeiten von Wolfgang Maria Ohlhäuser wie "Reise ins Land der Träume" von 1979 sind im Wasserschloss ausgestellt. Foto: Martina Kitzing-Bretz

Bad Rappenau - Als "bizarre Spukerfindungen" bezeichnete Carel von Mander, der nach dem Beispiel Vasaris das Leben der niederländischen Maler beschrieb, die Malerei von Hieronymus Bosch. Künstler wie ihn, Pieter Breughel d. Ä. oder Max Ernst nennt Wolfgang Maria Ohlhäuser als Vorbilder für seine eigene, fantastisch-visionäre Kunst, die derzeit im Wasserschloss zu sehen ist..

Wanderschaft

Wenn Europa und seine Bewohner der Winterstarre verfallen, wird der Künstler aktiv: Er verlässt die Stadt Weinheim an der Bergstraße, wo er lebt und arbeitet, und begibt sich auf Wanderschaft nach Asien. Die fernen Länder Thailand und Nepal, ihre Natur und Menschen, ziehen ihn magisch an. Hier findet er in der Region des Hochgebirges Himalaya bergige, gefaltete Landschaften und fremde Völker mit ihren Kulturen, die ihn für seine Malerei inspirieren.

Um seine Eindrücke in reale Bilder von Einheimischen und utopische Landschaftsbilder umzusetzen, bedient sich der Künstler der altmeisterlichen Technik der Eitempera-Harzöllasur. Dabei wird die Malerei zunächst mit Eitempera in Schichten strichelnd aufgebaut, um dann mit Öl überlasiert zu werden. Im Schnitt drei Monate benötigt Ohlhäuser für ein Bild in dieser Technik, die er im Rahmen von Lehraufträgen an der Silpakorn University in Bangkok unterrichtet.

Der 1941 in Bad Cannstatt geborene Künstler und ausgebildete Grafiker gibt seine surrealen Landschaftsvisionen in realistischer Malweise wieder, die sich mitunter der Décalcomanie oder Abklatschtechnik von Max Ernst annähert: Mit einem Lappen, Papier oder mit Kunststoff trägt er die Farbe auf die Leinwand auf und schafft somit eine amorphe Struktur, deren Gestalt er mit dem Malpinsel formt.

Das Ergebnis sind bizarre Landschaftsformationen aus Gewässern und Bergen, bestückt mit fantastischen Figuren, die den Betrachter in eine Welt zwischen Wirklichkeit und Traum entführen.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung geht bis 21. Juli und ist sonntags von 13 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung unter 0175 4406095 geöffnet.

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