Ehekrieg auf schwäbisch
Marcus Neuweiler und Birgit Pfeiffer unterhalten am Freitagabend als die Gscheidles rund 400 Gäste auf Burg Stettenfels in Untergruppenbach.

Volle Tribüne zum ersten gemeinsamen Stettenfels-Auftritt der beiden schwäbischen Urgewalten: Alois und Elsbeth Gscheidle, die im Burggraben frech im Publikum einkaufen gehen, zusammen ein VfB-Heimspiel besuchen und bei "Deutschland sucht den Superstar" in den Recall wollen.
Dass all das nicht in Wirklichkeit passieren kann, dürfte klar sein. Doch Marcus Neuweiler aus Westernhausen und Birgit Pfeiffer aus Fellbach machen es als Ehepaar Gscheidle trotzdem. Nicht wirklich gesucht, aber gefunden haben sich da zwei, die nach vielen Jahren Ehe kaum ein gutes Haar aneinander lassen. Und dass Elsbeth ihrem Alois auch den Marsch blasen kann, zeigt sie ein ums andere Mal. Ein Weizen auf Ex ist für sie auch kein Problem, es ist das Getränk, das zu ihr passt. Zum ihm passe eher ein Kümmerling oder Asbach-Uralt, findet die schlagfertige Schwäbin, als sie auf der kostenlosen DRK-Bank das Heimspiel des VfB mitverfolgen darf, zusammen mit Eberhard und Thomas aus dem Publikum.
Sie haben mehr Kontakt zu den Gästen als manchen lieb sein dürfte. Shoppend gehen sie durch die Reihen und begutachten die Kleidung. Eine La-Ola-Welle ist in einer Minute organisiert und auch ein Freiwilliger zu Elsbeths Versuch, einen Menschen schweben zu lasen, ist schnell gefunden. Zwar klappt die Nummer natürlich nicht, aber alles, was drumherum passiert. Alois hat da noch weniger Berührungsängste und sucht unter den 400 Gästen nach Wasseradern, Energiepotenzialen und Schwingungen, um den Ort zu reinigen.
Die Gscheidles legen als Duo einen turbulenten Auftritt hin, in dem oft improvisiert und über sich selbst gelacht wird. Selten unter der Gürtellinie und dennoch treffsicher spielen sie das schwäbische Paar, das wortgewaltig und einfallsreich austeilt und bei manchem Klamauk auch schön mit Klischees spielt. Den Abschluss macht ihre Nummer als Stars einer Castingshow, in der die beiden kaum wiederzuerkennen sind. Am Ende singen sie − natürlich − schwäbisch. Zusammen mit dem Publikum, das die Gscheidles mit viel Applaus verabschiedet.
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