Der Maler Axel Arndt schuf mit seinem Heilbronn-Bild ein Stadt-Signet
Vor 80 Jahren wurde der Maler Axel Arndt geboren. Sein Heilbronn-Bild von 1981 ist eine Art Stadt-Signet geworden. Ein Großteil seiner Sammler lebt in der Region. Über einen Stilisten magischer Vision.

Seine magischen Bilderwelten erzählen von traumatischen Erfahrungen. Axel Arndts altmeisterliche Maltechnik mit Eitempera und Harzöllasur war auch Protest gegen die Schnelllebigkeit der Zeit. Einen "Buchhalter der Apokalypse" hat ihn der Filmemacher Norbert Beilharz genannt. Heute wäre der Stilist und fantastische Realist Axel Arndt, der mit seinem Heilbronn-Bild von 1981 geradezu ein Stadt-Signet schuf, 80 Jahre alt geworden.
Geboren 1941 in Berlin, starb Arndt 1998 in Waiblingen. Zwei große Ausstellungen in den Städtischen Museen Heilbronn 1982 und 1994 sowie die posthume Schau in der Kreissparkasse 2001 dokumentierten Arndts Verbundenheit zur Region, die auf die lange Freundschaft mit Dagmar Bruckmann aus Heilbronn zurückgeht. Seit ihrer Studienzeit in Stuttgart kannten sie sich.
In der Region lebt auch ein Teil von Arndts treuer Sammlergemeinde. Bruckmann verwaltet den archivarischen Nachlass Axel Arndts, das heißt Materialien, Skizzen sowie unzählige Fotos von Bildern.
Erinnerungen eines Schlafwandlers
Arndts Skizzenbücher hat Bruckmann der Stuttgarter Staatsgalerie übergeben, die Sammlung Würth verfügt über Arndts Radierungen und einige Bilder. Etwa Arndts monumentales Gemälde "Strange Coast" (1965-69), das exemplarisch ist für Motivik und Formensprache des Künstlers - und ein Selbstbildnis birgt. Zuletzt zeigte die Hirschwirtscheuer in Künzelsau 2011 mit "Erinnerungen eines Schlafwandlers" eine Arndt-Schau.
"Meine Malerei erhält nichts Persönliches", hat Axel Arndt einmal - wohl aus Selbstschutz - gesagt. Dabei leben Arndts Bilder von mehr oder weniger verschlüsselten, persönlichen Erfahrungen. Einsamkeit herrscht in seinen überwiegend menschenleeren Stadtbildern, in verschlungenen Behausungen drängen sich Albträume, Paranoia und Sexualfantasien. Axel Arndt, ein Meister im Malen von Lichtzuständen zwischen gleißender Sonne und geheimnisvoller Dämmerung, legt in "Strange Coast" Zeugnis ab von einer beklemmend körperlichen wie seelischen Isolation.
Passionierter Leser und Kinogänger
Als "zugewandt, liebevoll und absolut interessiert an Kunst, Kultur und Politik" bezeichnet Dagmar Bruckmann den Freund der Familie. Der passionierte Cineast und Leser liebte Edgar Allan Poe, Gustave Flaubert und Marcel Proust. Er war "der intensivste Mensch beim Arbeiten, den ich je erlebt habe. Und ein unerbittlicher Lehrer".
Axel Arndt, der das Gymnasium abbrach, um eine Lehre als Offsetdrucker zu absolvieren, zog 1959 nach Stuttgart, studierte zunächst an der Freien Kunstschule und dann an der Akademie bei Heinz Trökes. Nach einem Aufenthalt in den USA zog der Villa-Massimo-Stipendiat nach Korb bei Waiblingen, wo er bis zu seinem frühen Tod lebte.
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