Das erwartet Besucher bei der immersiven Klimt-Ausstellung in Ludwigsburg
Die Ausstellung "Klimt - The Immersive Experience" ist eine Art digitale Show, die Kunst begehbar macht und das Werk des österreichischen Malers Gustav Klimt beleuchtet.

Es war ein Rekordergebnis: 85,3 Millionen Pfund (knapp 100 Millionen Euro) wurden bei einer Auktion von Sotheby"s im vergangenen Jahr für das Gemälde "Dame mit Fächer" von Gustav Klimt in London bezahlt. Erneut wurde der österreichische Maler (1862-1918) damit als globales Phänomen auf dem Kunstmarkt in den Fokus gerückt.
Klimts Werke verbinden fließende Formen, luxuriöse Stoffe, glänzende Farben - bekannt ist er vor allem für Blattgold - und erotische Szenen. Er fand in der Auseinandersetzung mit dem Jugendstil seinen eigenen, persönlichen Ausdruck, prägte unterschiedliche Stilrichtungen der Kunstgeschichte wie Klassizismus, Surrealismus oder Romantik - und leistete einen sehr wichtigen Beitrag zum Wiener Kulturschaffen in der ausgehenden Donaumonarchie.
Klimt-Ausstellung in Ludwigsburg: Eine Kombination aus Kunst und Technik
Berühmte Gemälde wie "Der Kuss" und "Danaë" haben die Kunst der Moderne maßgeblich beeinflusst und genießen nach wie vor weltweite Anerkennung. Nun widmet sich eine immersive Ausstellung auf knapp 1600 Quadratmetern dem Wirken von Gustav Klimt - mit einer Kombination aus Kunst und Technik. "Klimt - The Immersive Experience" zeigt keine Originale, sondern ist eine Art digitale Show, die Kunst begehbar macht. Noch bis zum 2. Februar ist sie im Urbanharbor in Ludwigsburg zu sehen.
Klimt ist bekannt für seine Landschaftsbilder, für Frauenporträts und für seine "Goldene Periode", die sich auf den Zeitraum von 1901 bis 1910 erstreckte - inspiriert von seinem Vater, einem Goldschmied. Auf klassischen Info-Tafeln werden den Besuchern Klimts Schaffensperioden ebenso vorgestellt wie die Lebensstationen. Beginnend in Kindheit und Jugend mit der Aufnahme an der Kunstgewerbeschule im Alter von 14 Jahren, von der Gründung der eigenen Künstler-Compagnie und der Gruppe Wiener Secession bis hin zu Skandalen, der harschen Kritik für Klimts Fakultätsbilder an der Universität Wien, die ausgezeichnet wurden, denen aber gleichzeitig ein pornografischer Charakter attestiert wurde.
Zentrum der Ausstellung bildet der sogenannte "Immersive Room", in dem Besucherinnen und Besucher mit der Kunst gewissermaßen verschmelzen und Klimts Werke an vier Wände und auf den Boden projiziert werden. Rund 35 Minuten dauert die digitale Begegnung, bei der Animationen wie in einem Farbenrausch ineinander übergehen.
Klimt-Ausstellung in Ludwigsburg: Eintauchen mit der VR-Brille und teure Preise
Noch mehr in Klimts Geschichte und Werke eintauchen kann man auf einer knapp zehnminütigen virtuellen Entdeckungstour per Virtual-Reality-Brille, sich selbst ausprobieren kann man in einem Kreativbereich. Die von den Besuchern erschaffenen "Klimts" werden anschließend auf eine Wand projiziert. Lohnt sich also ein Ausstellungsbesuch? Jein. Ein wenig penetrant und nervig ist die Dauerbeschallung aus Lautsprechern mit Musik in fast jedem Ausstellungsraum. Klar ist auch schnell, dass das immersive Erlebnis gewinnorientiert ist. Das zeigt sich im angrenzenden Ausstellungs-Shop wie an den doch happigen Eintrittspreisen ab 20 Euro (für das VR-Erlebnis zahlt man noch zusätzlich drei Euro). Trotzdem ist die Ausstellung eine Gelegenheit, sich der Ausnahmeerscheinung Gustav Klimt auf einem etwas anderen und interessanten Weg zu nähern.

Preise und Öffnungszeiten der Klimt-Ausstellung in Ludwigsburg
Die Ausstellung (Urbanhabor, Groenerstraße 31) ist bis 2. Februar geöffnet, soll aber verlängert werden. Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Sonntag und an Feiertagen 10 bis 18 Uhr, Donnerstag, Freitag und Samstag 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene von Dienstag bis Freitag 20 Euro, an Samstag, Sonntag und Feiertagen 22 Euro. Studenten, Senioren, Schüler und Auszubildende zahlen 14 Euro (16), Kinder und Jugendliche (7 bis 15 Jahre) zahlen 11 Euro (13), Familien (2 Erwachsene und 2 Kinder oder 1 Erwachsener und 3 Kinder) zahlen 52 Euro (58). Kinder bis sieben Jahren haben freien Eintritt. Das Add on mit VR-Brille kostet drei Euro extra.


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