Kannibalismus, Dämonen und Co.: Xavier Naidoo fällt erneut mit kruden Äußerungen auf
Der umstrittene Soul-Sänger Xavier Naidoo aus Mannheim sprach am Dienstag in Berlin von Kannibalismus, Dämonen und „embryonalem Gewürzmittel“. Auch verlangte er vor dem Kanzleramt Eintritt, um mit Friedrich Merz zu reden. Mehrere Videos davon kursieren im Internet.
Sein Konzert-Comeback liegt nur wenige Wochen zurück, da fällt Xavier Naidoo erneut mit irritierenden Aussagen auf. Am Rande einer Kundgebung in Berlin vor dem Kanzleramt sprach der umstrittene Soul-Sänger aus Mannheim von Dämonen und Kannibalismus. „Unwissentlich haben wir bestimmt alle schon einen Menschen gefressen“, sagte der 54-Jährige vor mehreren Mikros und Kameras. Der Marke Lay’s unterstellte er, „embryonales Gewürzmittel“ für ihre Chips zu verwenden.
Laut Medienberichten machte Naidoo die Äußerungen am Dienstag im Umfeld einer Demo, die als Reaktion auf die Epstein-Files angemeldet worden war und zu der 300 Menschen kamen. Im Internet kursieren mehrere Aufnahmen mit Naidoo, der umringt von einer Menschentraube auch Einlass ins Kanzelarmt verlangte, um mit Friedrich Merz zu sprechen. „Ein liebender Kanzler sollte sich um diese Probleme kümmern“, fordert Naidoo in einem der Videoclips.
Naidoo macht sich seit Jahren durch Verschwörungsideologien und Antisemitismus angreifbar
Kannibalen würden versuchen, auch alle anderen Menschen zu Kannibalen zu machen, „damit wir alle in die Hölle runterfahren“, so eine Behauptung des Musikers. Auch deutete er weitere vermeintliche Enthüllungen an: „Das ist der Schnee, der gerade auf den Eisberg runterkommt.“ Da seien jetzt alle gefordert. „Wir müssen uns alles anschauen“, sagte Naidoo.

Nicht zum ersten Mal fällt Xavier Naidoo mit kruden Äußerungen auf, die im Zusammenhang stehen mit Verschwörungsideologien, Rassismus und Antisemitismus. So leugnete er etwa den Holocaust, vertrat wissenschaftsfeindliche Haltungen und wurde zum prominenten Vertreter der Querdenker-Bewegung.
Auftaktkonzert der Comeback-Tour von Xavier Naidoo in Köln war schnell ausverkauft
In einem Rechtsstreit mit einer Referentin der Amadeu Antonio Stiftung hatte das Bundesverfassungsgericht 2021 verkündet, dass Naidoo von dieser als Antisemit bezeichnet werden durfte. Nach dpa-Angaben sind am Landgericht Mannheim weiterhin zwei Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Naidoo anhängig. Naidoos Anwälte bestreiten demnach die Vorwürfe und beteuern die Unschuld des Musikers.
Im April 2022 hatte sich Xavier Naidoo in einem Video von „Verschwörungserzählungen“ und „rechten Gruppierungen“ distanziert und entschuldigt. Im vergangenen Dezember kehrte er dann auf die große Bühne zurück und feierte nach sechs Jahren Pause sein Comeback. Nach Angaben des Veranstalters war das Auftaktkonzert der Tour in Köln mit 15.000 Tickets schnell ausverkauft. Ende Januar folgte mit „Auf die Liebe“ die erste Single seit sieben Jahren.

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