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Schauspielerin im Porträt
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Katharina Bakhtari ist bei den Burgfestspielen Jagsthausen in drei Rollen zu sehen

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Seit 2019 ist Katharina Bakhtari regelmäßig Teil des Ensembles der Burgfestspiele Jagsthausen, in diesem Jahr spielt sie in den Stücken „Das Abba Konzert – Dancing Queen“, in „Jesus Christ Superstar“ sowie in „Der Sonnenkönig“. Ein Treffen mit der Schauspielerin. 

„Es fühlt sich immer ein wenig wie Nachhausekommen an“: Schauspielerin Katharina Bakhtari.
„Es fühlt sich immer ein wenig wie Nachhausekommen an“: Schauspielerin Katharina Bakhtari.  Foto: Ranjo Doering

„Wenn ich im Theater sitze, mir eine Aufführung anschaue, die mich beeindruckt, dann löst das ein Gefühl aus, das mit nichts auf der Welt zu vergleichen ist. Das ist pures Glück.“ So beschreibt Katharina Bakhtari die Faszination für die Schauspielerei. Und weiter: „Das auf der Bühne anderen schenken zu können, gibt einem so viel“, sagt die 33-Jährige, die in der aktuellen Spielzeit bei den Burgfestspielen Jagsthausen in drei Stücken zu sehen ist: als Olivia in „Das Abba Konzert – Dancing Queen“, als Apostel Simon und Soulgirl in „Jesus Christ Superstar“ sowie als Huhn Henriette in „Der Sonnenkönig“. „Drei Rollen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Alle machen gute Laune“, so Bakhtari. „Abba weckt bei mir ein Nostalgiegefühl, das ist ein sicherer Hafen, der das Gefühl vermittelt, dass alles gut ist.“

Ihren Mann lernt Katharina Bakhtari bei den Burgfestspielen kennen

Im Jahr 2019 spielt Bakhtari zum ersten Mal im Burghof in „The Addams Family“. Während der Spielzeit lernt sie ihren jetzigen Ehemann kennen. „Er hat nichts mit dem Theaterkosmos zu tun, ist Grundschullehrer.“ Seit 2024 wohnt das Paar gemeinsam in Möckmühl. „Ein Luxus, ich habe die Theaterarbeit direkt vor der Haustür“, sagt Bakhtari, die auch Tanz, Gesang und musikalische Früherziehung an den Musikschulen Möckmühl und Neuenstadt unterrichtet. „Für die Probezeit werde ich immer beurlaubt.“ Bei den „Sonnenkönig“-Vorstellungen sind dann auch immer mal Bakhtaris Schüler mit im Publikum. „Da kriege ich dann ein direktes Feedback von den Kindern.“

Katharina Bakhtari wird im pfälzischen Landau geboren, wächst „total behütet“ im Stadtteil Godramstein auf. „Ich bin gefühlt der einzige Pfälzer, der keinen Alkohol trinkt“, scherzt sie mit Blick auf die in Rheinland-Pfalz fast heilige Weinkultur. Der Name Bakhtari leitet sich vom Begriff „Bakhtiar“ ab, wird oft mit den Attributen „glücklich“ oder „glückbringend“ assoziiert. „Mein Großvater kam aus Teheran“, sagt die Schauspielerin und Musicaldarstellerin über ihre iranischen Wurzeln, „ich habe aber zum Land keinen großen Bezug.“

„Meine Eltern haben meinen beruflichen Werdegang immer gefördert. Ich durfte viel ausprobieren, habe viel getanzt, Cello gespielt, war im Ballett, in der Theater AG und im Chor.“ Eindruck hinterlässt bei der sechsjährigen Katharina vor allem eine Vorführung des Musicals „Cats“ in Landau. „Da wusste ich wohl schon, dass ich das machen möchte.“ Ihre dreijährige Ausbildung absolviert sie dann an der Stage School in Hamburg, „eine wahnsinnig intensive Zeit, ich habe fachlich viel gelernt“. Und doch braucht es Geduld und Durchsetzungsfähigkeit. „Es gibt dort sehr viele Schüler. Und ich bin nicht so der Typ, der sich mit Ellenbogen in den Vordergrund drängt. Ich habe deshalb versucht, noch mehr zu üben, auch nach Unterrichtsschluss“, sagt Bakhtari.

Auftritte mit einer Pink-Tribute-Band und Dschingis Khan

Anschließend arbeitet sie bei Musical-Tourproduktionen, als Backgroundsängerin und -tänzerin unter anderem bei einer Pink-Tribute-Band. Und für die Neuauflage der Gruppe Dschingis Khan, die einst von Ralph Siegel produziert wurde. Mit der Popband verschlägt es sie sogar ins peruanische Lima. „Ich musste als Tänzerin einspringen, habe im Flieger die Songs gelernt. Wir hatten einen Auftritt im Stadion und einen TV-Auftritt.“

Seit Jahren ist sie nun regelmäßig Teil des Ensembles bei den Burgfestspielen. „Es fühlt sich immer ein wenig wie Nachhausekommen an. Ich treffe viele Freunde in entspannter Atmosphäre. Die schöne Natur strahlt hier etwas Ruhiges aus, schafft eine Basis, um gut arbeiten zu können und zu wollen“, sagt die 33-Jährige, die nach ihrer Hochzeit inzwischen Katharina Leist heißt, den Namen Bakhtari aber für ihre künstlerische Arbeit weiter verwendet.

Und wenn sie mal nicht singt, tanzt oder schauspielert? „Bin ich unfassbar gerne in der Natur, nehme da sehr viel positive Energie mit. Ich schwimme gerne, habe ein Stand-up-Paddleboard und spiele Ukulele.“ Das Instrument ist wohl auch eine kleine Erinnerung an die Hochzeit auf Hawaii im Jahr 2024.

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