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„Friedensadler“-Tour
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Kastelruther Spatzen in Heilbronn – „viele haben gebetet für mich, das hat geholfen“

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Nach einer gesundheitsbedingten Auszeit ist Frontmann Norbert Rier wieder mit den Kastelruther Spatzen unterwegs. Am Donnerstag waren die Volksmusiker aus Südtirol in Heilbronn. Fans feierten den Auftritt, auch wenn noch nicht alles so lief wie sonst.


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Er habe den Tüv durchgemacht, ist Norbert Rier wieder zu Scherzen aufgelegt. „In einem bestimmten Alter kommen bestimmte Sachen“, spielt der Frontmann der Kastelruther Spatzen in der Harmonie Heilbronn auf die gesundheitlich schwierige Zeit an, die hinter ihm liegt.

Nach einem leichten Schlaganfall vergangenen Juli, einer beidseitigen Leistenbruch-OP sowie einer neuen Herzklappe, die Rier im Oktober eingesetzt wurde, nahm sich der Sänger eine Auszeit.

Nach Schlaganfall, Operationen und neuer Herzklappe: Norbert Rier feiert Comeback in Heilbronn

Weswegen auch ein für Heilbronn im November geplantes Konzert verschoben werden musste – wir berichteten. Beim Nachholtermin am Donnerstag erzählt der 65-Jährige auf der Bühne nun von etlichen Glück- und Genesungswünschen, die ihn erreicht hätten.

„Viele haben gebetet für mich, das hat geholfen, das hat’s gebraucht“, sagt Rier und spricht ein Lob aus für seinen Sohn Alexander, der zwischenzeitlich für ihn eingesprungen ist. „Das hat er super gemacht.“

Kastelruther Spatzen in Heilbronn: Zwei Stunden lang heile Welt zwischen Eskapismus und Utopie

Ob es an der Terminverschiebung lag, dass wenige Tage vor dem Auftritt in Heilbronn noch fast die Hälfte der Tickets verfügbar waren? Gut 1100 Fans sind es schließlich, die sich die sieben Spatzen nicht entgehen lassen wollen und Norbert Rier für sein Comeback feiern. „Friedensadler“ nach dem gleichnamigen Album heißt die aktuelle Tournee, mit der die Volksmusiker aus Südtirol unterwegs sind. Und auf der sie einmal mehr zwischen Utopie und Eskapismus die heile Welt besingen.

„Es gibt leider Gottes Menschen, die an die Macht wollen ohne Rücksicht auf andere Menschen“, sagt der Sänger und spricht in der Anmoderation des Titelsongs ganz allgemein von Kriegen, Zerstörung, Gewalt und Hass. „Hoffen wir, dass es nicht zu sehr ausartet“, wünscht sich Norbert Rier Einigung und Versöhnung.

Kastelruther Spatzen pflegen enge Fanbindung – Publikum singt, klatscht und schunkelt mit

Vom Opener „Zeit für Volksmusik“ bis zur Zugabe „Ciao Amore“: Mehr als zwei Stunden lang einschließlich Pause spielen die Kastelruther Spatzen einen Mix aus neuen Songs und alten Hits. Während Rier, Albin Gross (Akkordeon und Keyboard), Rüdiger Hemmelmann (Schlagzeug), Karl Heufler (Bassgitarre), Kurt Dasser (Gitarre), Valentin Silbernagl (Saxofon) und Walter Mauroner (Trompete) überwiegend auf ihren Positionen verharren, laufen dahinter auf einer Leinwand Videoclips – von sattgrünen Wiesen, schneebedeckten Bergen, glücklich lächelnden Menschen.

Zum Erfolgsrezept der Gruppe, die über 15 Millionen verkaufte Tonträger, 13 Echos und zahlreiche Gold- sowie Platin-Auszeichnungen vorweisen können, gehört auch die Nähe, die sie zu ihren Anhängern pflegt. Man kennt sich mitunter seit Jahren – nicht selten auch persönlich. Namentlich begrüßt Norbert Rier den einen und die andere im Publikum.

Norbert Rier: „Mein Leben besteht noch aus Zurückhaltung und Verzicht“

Dieses vereint vom Bub bis zur Großmutter verschiedene Generationen und ist textsicher. Begeistert wird mitgeklatscht und sich zur gemeinsamen Schunkelrunde untergehakt. Zweimal werden Geschenke auf die Bühne hochgereicht, immer wieder Smartphones gezückt. Mit Jubel quittieren die Fans Nobert Riers Jodel-Einlage während der „Bergvagabunden“, ein Trompeten-Solo von Walter Mauroner bei „Gloria alla Montagna“ sowie das von Valentin Silbernagl gesungene Intro zu „Wenn man liebt“. Bei den ersten Takten von „Eine weiße Rose“ gibt es dann für viele auf den Plätzen kein Halten mehr, sie stürmen nach vorn.

„Ich bin froh, dass es heute gut geklappt hat“, verabschiedet sich Norbert Rier am Ende des Abends und bittet um Verständnis, dass er bei der anschließenden Autogrammstunde nicht dabei ist. „Mein Leben besteht noch aus Zurückhaltung und Verzicht“, erklärt der Südtiroler, ehe er noch einen schönen Weltfrauentag diesen Sonntag wünscht. „Lasst euch verwöhnen von den Männern.“ Der Saal applaudiert im Stehen. Noch in der Nacht geht’s für die Kastelruther Spatzen wieder zurück in die Heimat.

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