Die Preise für das Disney-Musical „Die Schneekönigin“ liegen je nach Wochentag und Sitzplatz zwischen 69,99 und 149,99 Euro unterhalb der Woche sowie zwischen 109,99 und 211,99 Euro an Wochenenden. Montags wird nicht gespielt im Stage Apollo Theater in Stuttgart-Möhringen, an Samstagen und Sonntagen gibt es eine Nachmittags- und eine Abendvorstellung. Kein Einlass für Kinder unter drei Jahren. Karten und Infos unter www.musicals.de.
Disney-Musical „Die Eiskönigin“ feiert Premiere in Stuttgart – "Du kannst alles, wenn du willst"
Wie das Disney-Musical „Die Eiskönigin“ im Stage Apollo Theater die Liebe als Entfrostungsmittel gegen die Angst feiert und mit verblüffenden Effekten einen erweiterten Familienbegriff zelebriert.

Geschichten von Prinzessinnen? Ziehen immer, auch bei Erwachsenen. In unsicheren Zeiten mehr denn je, wenn die Sehnsucht nach Liebe im Kampf gegen das Böse befriedigt wird mit einer professionellen Show aus dem Disney-Kosmos. Frenetisch feiert das Premierenpublikum am Dienstagabend in Stuttgart das Musical „Die Eiskönigin“. Die rührselige Geschichte der Prinzessinnen-Schwestern Elsa und Anna läuft im Stage Apollo Theater in Möhringen künftig acht Mal die Woche, nachdem in Hamburg 500.000 Besucherinnen und Besucher in drei Jahren „Die Eiskönigin“ erlebt haben.

"Die Schneekönigin" feiert in Stuttgart die Diversität
Disney-Produktionen unterliegen eigenen Regeln. Eine perfekte Traumwelt mit der sehr amerikanischen Botschaft du kannst alles, wenn du es nur willst. Aber auch, dass Familie mehr umfasst als das konservative Modell Vater, Mutter, Kinder, dafür die Bandbreite unterschiedlicher Typen. „Die Schneekönigin“ feiert die Diversität, das Publikum ist bunt und international.
Das Musical basiert auf dem Disney-Film „Die Eiskönigin“, der Ende 2013 in die Kinos kam und allein in Deutschland mehr als 6,5 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer zählte. Zwei Academy Awards, einen Golden Globe sowie den Bafta heimste der Animationsfilm ein. Anna und Elsa zieren seither T-Shirts, Kindertassen und Bettwäsche, das Geschäft mit Stickeralben läuft, Schneemann Olaf baumelt als Stoffmaskottchen an Handtaschen. Uraufgeführt 2017 in Denver, mausert sich „Die Eiskönigin“ am Broadway zum Kultmusical und fiebern nun in Stuttgart 1800 Gäste Hits wie Elsas Befreiungshymne „Lass jetzt los“ entgegen.

Auf der Bühne funkeln 40.000 Kristalle
40.000 Kristalle funkeln auf der Bühne, 30 Computer werfen Projektionen unter anderem auf eine zwölf mal neun Meter große LED-Wand. Das Spiel beginnt, und Vorschuss-Applaus brandet auf wie bei einem Popkonzert. Zwei verblüffend souveräne Kinderdarstellerinnen toben umher, dann fasst Elsa beim Zaubern unwissentlich daneben. Dank der schamanischen Kräften der Samen, jenem indigenen Volk im Norden Skandinaviens, überlebt die kleine Anna. Fortan leben die Schwestern isoliert. Nach dem frühen Tod der Eltern folgt Elsa auf den Thron. Aber auch jetzt gilt, wenn sie ihre magischen Kräfte nicht kontrollieren kann, erfriert alles. Im Königreich Arendelle erstarren Alltag und Lebensfreude im Frost der Angst. Musicaldarstellerin Ann Sophie gibt die erwachsene Elsa mit royaler Eleganz. Ihre starke Stimme trifft knifflige Tonlagen und übersetzt die Gefühlsachterbahn ihrer Figur.
Abla Alaoui ist die unerschrockene Schwester, die sich vor Lust aufs Leben nachgerade überschlägt. Auch Olaf, der Schneemann, der immerzu kuscheln will und Umarmungen liebt – was hilft, wenn die Lebensenergie einfriert, so die Botschaft –, avanciert zum Publikumsliebling, zum Leben erweckt von Kaj-Louis Lucke. Als philantropischer Naturbursche Kristoff ist Jonathan Kügler ein weiterer Sympathieträger wie der gesamte Clan der Samen. Dass sich die Disney-Welt dabei romantischer Vorstellungen vom edlen Wilden bedient, man könnte es kulturelle Aneignung nennen, sei dahingestellt. Den Part des Bösen übernimmt Simon Loughton als Prinz Hans. Songs und Texte stammen von Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez. Wie ein Zahnrädchen ins andere greift die rasante Choreographie von Rob Ashford.
Eine Illusionsmaschine dank ausgeklügelter Technik
Bühnen- und Kostümdesign, Sound und Video werfen im Verbund mit einer ausgeklügelten Technik die Illusionsmaschine an. Wie im Animationsfilm – im Original „Frozen“, was den Kern der Geschichte auf den Punkt bringt – verwandelt Elsa ihr Reich in eine winterliche Eislandschaft – optisch eine Sensation. Um niemanden in Gefahr zu bringen, flüchtet sie ins Exil, nachdem sie und ihre Schwester jahrelang abgeschirmt von der Welt und den Menschen leben mussten. Aller Gefahren zum Trotz begibt sich Anna auf eine fantastischen Reise, um Elsa zu finden und zu retten.
Wärme und Behaglichkeit als Sinn des Lebens
Aus dem Disney-Film bekannte Lieder wie der Hit „Lass jetzt los“ („Let It Go“) sind im Musical um neue ergänzt. „Monster“ etwa oder das emotionale Duett von Anna und Elsa „Du bist alles“. Der Song „Hygge“ verhandelt, was gemütlich sein kann im Leben, und gerät in mehr oder minder schwäbischem Dialekt zu einer Referenz an Stuttgart. Überhaupt werden Vertrautheit, Geborgenheit, Wärme und Behaglichkeit zweieinhalb Stunden mit Pause als der Sinn des Lebens zelebriert, getragen von einem prima Orchester aus Horn, Schlagzeug, Bass, Posaune, Trompete, Keyboard und Rohrblasinstrumenten unter der Leitung von Leif Klinkhardt. Stuttgart, so scheint es, hat sein neues Erfolgsmusical.

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