„Das Kanu des Manitu“: Michael Bully Herbig stellt in Leonberg die Fortsetzung des Kult-Films vor
Am Samstagnachmittag sind Michael Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian in Leonberg zu Gast und präsentieren - 24 Jahre nach „Der Schuh des Manitu“ - ihre neue Western-Komödie. Und betonen die Nähe zu den Fans. Lohnt sich ein Kinobesuch von „Das Kanu des Manitu“?

„Es war eine Wahnsinnsreise“, skizziert Michael Bully Herbig einen langen Prozess. Der reicht von der ersten Idee vor knapp drei Jahren, einen Nachfolge-Film der Western-Parodie „Der Schuh des Manitu“ zu drehen, bis eben jetzt. Am Donnerstag startete – 24 Jahre später – „Das Kanu des Manitu“ in den deutschen Kinos. Am Samstagnachmittag stellen Regisseur und Schauspieler Michael Bully Herbig und seine Darsteller-Kollegen Christian Tramitz und Rick Kavanian den neuen Film im Traumpalast Leonberg vor.
Jeweils 25 Minuten sind sie in zwei Kinosälen zu Gast, am Abend müssen sie – Kinotouren sind eng getaktet – schon beim nächsten Termin in Frankfurt sein. Herbig, Kavanian und Tramitz sind ein eingespieltes Team, kennen sich bereits seit frühen Radiojahren, waren später mit der Sketch-Serie „Bullyparade“ und zahlreichen Filmen bundesweit erfolgreich.
Sofort schalten die drei in den Blödelmodus, spielen sich humoristisch die Bälle zu. Zwei Kinder dürfen auf die Bühne, Valentin und Anna haben allerdings noch keinen von Herbigs Filmen gesehen. Der hakt nach. Valentins Lieblingsfilm? „Harry Potter.“ „Ist auch von mir“, scherzt Herbig.
Pferdegeschichten vom Dreh von „Das Kanu des Manitu“
Da schießen die drei Protagonisten mit einer T-Shirt-Kanone Merchandise ins Publikum, verteilen fleißig „Kanu des Manitu“-Mützen – von den Dreharbeiten, die größtenteils in Spanien stattfanden, berichten die Schauspieler dagegen nur wenig.

Wie es für Christian Tramitz war, nach all der Zeit wieder aufs Pferd zu steigen? „Für das Pferd war es unangenehmer als für mich. Ich hatte das Glück, dass das Pferd ungefähr im gleichen Alter war – geschwindigkeitsmäßig also eher moderat. Es hat den Kontakt nach Drehende abgebrochen“, witzelt Tramitz. Auch beim Pferd von Rick Kavanian gab es eine Besonderheit: „Es hatte ein Attest vom Tierarzt. Es konnte nur Schritt gehen, weder traben noch galoppieren. Ich habe die entspannte Aussicht genossen.“
Neuer Film von Bully Herbig: Lohnt sich „Das Kanu des Manitu“?
„Der Schuh des Manitu“ war 2001 ein Überraschungserfolg, mit 11,7 Millionen Besuchern und 65 Millionen Euro Umsatz an den Kinokassen einer der erfolgreichsten deutschen Filme nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Rollen von Abahachi (Herbig), Ranger (Tramitz) und Dimitri (Kavanian) wurden Kult.
Wie konzipiert man fast ein Vierteljahrhundert später den Nachfolger? Die Zeiten haben sich geändert, das Sehverhalten durch die Streamingdienste sowieso. Der Zeitgeist ist ein anderer. Die Fortsetzung geht die meiste Zeit auf Nummer sicher, arbeitet viel mit Reminiszenzen, mit (mal gelungenen, teilweise plumpen) Anspielungen auf Teil eins, Gags, Blödeleien und Wortspiele gibt es wieder am Fließband.
Mögliche Kontroversen und Diskussionen um kulturelle Aneignung umschifft das Drehbuch, ironisch darauf verweist der Running Gag im Film, dass man heutzutage nicht mehr „Indianer“ sagen dürfe. Ein bisschen emanzipierter kommt die Figur von Abahachis Bruder Winnetouch daher, war sie im ersten Teil doch viel verstärkter der platte Stereotyp eines affektierten Schwulen.
Bully Herbig über „Das Kanu des Manitu“: „Wir haben den Film für die Fans gemacht“
„Das Kanu des Manitu“ ist ein unterhaltsamer Film, der an die Originalität von Teil eins nicht heranreicht – und auch langweilige Passagen hat. „Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht“, fasst es Herbig zusammen. Und hebt vor allem eins hervor: „Wir haben den Film für euch gemacht, für die Fans.“
Und wie gefällt den Fans „Das Kanu des Manitu“? Marina Stechele aus Stuttgart ist begeistert: „Noch besser als der erste Teil. Ich hoffe wirklich, dass es einen dritten Teil geben wird“, sagt die 36-Jährige. Kritischer sieht es Maximilian Drescher aus Kornwestheim: „Es haben mir neue Elemente gefehlt. Es war wie eine Kopie des ersten Teils.“ In der Region kann man den Film in mehreren Kinos sehen: im Cinemaxx Heilbronn, im Cineplex Neckarsulm, im Scala Kino in Öhringen und im Prestige Filmtheater Künzelsau

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