Stimme+
Schau im Urban Harbour

Das bietet die Titanic-Ausstellung in Ludwigsburg

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

„Titanic – Echte Funde, wahre Schicksale“ im Urban Harbour zeigt über 200 Original-Exponate und gibt einen interessanten Einblick in das Leben an Bord des berühmten Schiffs, das 1912 verunglückte. Ein Rundgang durch die Ausstellung, die bis Ende des Jahres läuft. 

Rund 200 Original-Exponate, gefunden rund um das Wrack der Titanic, geben Einblicke in das Leben an Bord.
Rund 200 Original-Exponate, gefunden rund um das Wrack der Titanic, geben Einblicke in das Leben an Bord.  Foto: Kunz, Christiana

Wie kann man sich irren. „Ich kann mir keine Katastrophe vorstellen, die dieses Schiff in ernsthafte Schwierigkeiten bringen könnte; der moderne Schiffsbau hat dies überwunden“, sagte Edward John Smith, Kapitän der legendären Titanic, – vor dem großen Unglück. Ein Zitat, das den Geist der damaligen Zeit widerspiegelt und damit auch das große Vertrauen in die Errungenschaften der Technik.

Der Beginn des 20. Jahrhunderts ist geprägt durch Optimismus und einen schier grenzenlosen Fortschrittsglauben. Die Titanic, damals das größte Schiff der Welt, ist als ein Symbol des Größenwahns zu verstehen. Und später auch als Beweis für die Fehlbarkeit von Technik: In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 sinkt der Passagierdampfer, als er im Nordatlantik mit einem Eisberg kollidiert. 1514 Personen kommen bei dem Unglück ums Leben.

Bis heute, und damit mehr als ein Jahrhundert später, fasziniert die Katastrophe – allerspätestens seit James Camerons gleichnamigen Hollywood-Streifen (1997) ist die Titanic auch wichtiger Bestandteil der Popkultur. Bücher, Lieder und Kunstwerke wurden geschaffen, um ihre Geschichte zu erzählen. Und Ausstellungen entworfen, eine davon, „Titanic – Echte Funde, wahre Schicksale“, ist jetzt im Ludwigsburger Urban Harbour zu sehen.

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Historischer Abriss und Porträts von Passagieren

Diese Schau nähert sich dem Unglück auf mehreren Wegen – mit Infotainment, bewusst angelegt für die breite Masse. Da wäre zunächst der historische Abriss. Als Besucher streift man durch verschiedene Zeitetappen, beginnend bei den umfangreichen Planungen des Schiffes, beim Stapellauf, verfolgt dann die Reise von Southampton nach New York, die auch die letzte sein soll. Und blickt dann auf die Nachwehen und damit auf aktuelle Forschungsprojekte, die das Titanic-Wrack mithilfe von neuester Sonartechnik und Video- und 3D-Aufnahmen noch besser erfassen wollen.

Erzählt wird die Geschichte der Titanic in der Ausstellung, die zuvor bereits in Las Vegas, Melbourne und Brüssel zu sehen war, aber vor allem anhand von Porträts zahlreicher Passagiere. Und damit mit dem Blick auf die Klassenunterschiede der damaligen Zeit. Das reicht vom wohlhabenden Industriellen Benjamin Guggenheim, der natürlich erste Klasse reiste, bis hin zum Auswanderer Frederick Goodwin, der mit seiner Familie in der deutlich unkomfortableren dritten Klasse untergebracht war.

Vor allem bekannt aus James Camerons Hollywoodfilm: Die Große Treppe erstreckte sich auf der echten Titanic über sechs Decks, überwölbt von einer Kuppel aus Eisen und Buntglas. In Ludwigsburg wurde sie – kleiner – nachgebaut.
Fotos: Christiana Kunz
Vor allem bekannt aus James Camerons Hollywoodfilm: Die Große Treppe erstreckte sich auf der echten Titanic über sechs Decks, überwölbt von einer Kuppel aus Eisen und Buntglas. In Ludwigsburg wurde sie – kleiner – nachgebaut. Fotos: Christiana Kunz  Foto: Kunz, Christiana

Mal spaziert man vorbei an den spartanischen Unterkünften der Besatzung, tritt dann in die Dunkelheit des Maschinenraums – und damit in den Arbeitsplatz der Kohlentrimmer, von denen das Unglück nur wenige überlebten. Jeder Besucher wird am Eingang mit einer Bordkarte ausgestattet, bewegt sich durch nachgebaute Räumlichkeiten und kann sich durch zahlreiche Infotafeln und durch rund 200 Exponate ein Bild vom Leben an Bord machen. Die Originalstücke lagen um das 1985 gefundene Wrack verstreut. Das reicht von Tabakseide, Geschirr, Postkarten, Kleidungsstücken, Schmuck bis zur Haarbürste.

Die Große Treppe ist ein Hingucker in der Ausstellung

Beeindruckend ist der Nachbau der berühmten Großen Treppe, die sich auf der echten Titanic über sechs Decks erstreckte, überwölbt von einer Kuppel aus Eisen und Buntglas. Für Camerons Blockbuster wurde sie originalgetreu nachgebaut und war Schauplatz einer ikonischen Filmszene zwischen Leonardo DiCaprio und Kate Winslet. Das Unglück nachvollziehbar machen soll ein Eisberg zum Anfassen, der die minus zwei Grad Celsius vergegenwärtigt, die das Meerwasser in jener Nacht hatte. Bedrückend ist die Schautafel mit der Gesamtübersicht der Passagiere und der beim Unglück verstorbenen Menschen. Im nächsten Raum geht es um gnadenlose Vermarktung: mit allerlei Titanic-Merchandise und der Möglichkeit, sich vor einem Green Screen an Bord des berühmten Schiffs fotografieren zu lassen.

An einer Schautafel sind alle Passagiere der Titanic aufgeführt – und alle Menschen, die beim Unglück ums Leben kamen.
An einer Schautafel sind alle Passagiere der Titanic aufgeführt – und alle Menschen, die beim Unglück ums Leben kamen.  Foto: Kunz, Christiana
Nach oben  Nach oben