Blutrünstige Micky Maus: Kinofilm „Screamboat“ startet in Heilbronn und Neckarsulm
Abgerissene Genitalien und Disney-Ikone Micky als Slasher-Killer? Das gibt es in der Horror-Komödie „Screamboat“. Jetzt startet der Film, der ab 18 Jahren freigegeben ist, in der Region. Lohnt sich der Kinobesuch?

Seit Anfang 2024 gehört Micky Maus allen. Oder zumindest teilweise. Denn nach 95 Jahren erlosch zu diesem Zeitpunkt das Urheberrecht am ersten Auftritt von Micky im Zeichentrickfilm „Steamboat Willie“ aus dem Jahr 1928.
Ein gefundenes Fressen für Filmemacher – insbesondere von trashig-humorvollen Horrorstreifen. Die machten aus der pfeifenden Schwarz-Weiß-Figur im Original im Handumdrehen eine rücksichtslos mordende Maus. Ähnlich lief es – auch mit auslaufendem Copyright – bei Pu der Bär, der zwei blutige Streifen („Winnie the Pooh: Blood and Honey“) bekam, und Popeye („Popeye: The Slayer Man“).
Worum es im Film „Screamboat“ geht
Nachdem Mickey Mouse, so der englische Name der Figur, bereits 2024 in „Mickey‘s Mouse Trap“ eine blutige Verfilmung zu Ehren wurde, kommt heute mit „Screamboat“ eine weitere in die deutschen Kinos. Die Handlung der Horror-Komödie ist schnell erklärt, weil fast nicht existent. Bei starkem Nebel wagt sich eine Staten-Island-Fähre auf die letzte Fahrt, bevor der Schiffsverkehr wegen der Wetterlage eingestellt wird.
An Bord ist eine zusammengewürfelte Gruppe an Menschen: eine Geburtstag feiernde Gruppe junger Frauen in Partylaune, eine Rettungssanitäterin, eine Mutter mit Kind. Und die angehende Modedesignerin Selena (Allison Pittell), die mit dem Leben im Big Apple hadert und plant, wieder nach Minnesota zurückzuziehen. Auf der Fahrt freundet sie sich mit Fährenmitarbeiter Pete (Jesse Posey) an. Und dann ist da eben noch die groteske Mausgestalt Screamboat Willie, die nur ein Ziel hat: alle an Bord nach und nach ins Jenseits zu befördern.
Lohnt sich der Kinobesuch von „Screamboat“?
„Screamboat“ von Regisseur Steven LaMorte ist kein guter Film, kennt aber genau sein Zielpublikum. Als Zuschauer bekommt man dann auch genau das, was auf der Verpackung steht und wofür man an der Kinokasse Geld gezahlt hat: Humor und jede Menge Blut. Da werden Nasen und Genitalien abgerissen, da werden die Fährgäste in mannigfaltig-kruder Weise abgeschlachtet, unter Strom gesetzt oder mit dem Gabelstapler aufgespießt. Und doch könnte das alles viel lustiger sein, noch grotesker und klüger auf die Spitze getrieben. Größtenteils plätschert der Film irgendwo zwischen Slapstick und Splatter dahin. In die Rolle des mordenden Nagers schlüpft David Howard Thornton und damit der Mann, der in den blutigen „Terrifier“-Filmen den Killer-Clown Art verkörpert.
Das Kostüm des kleinwüchsigen Maus-Bösewichts mit zotteligem Fell und zerfurchtem Gesicht wirkt billig, in manchen Szenen, als wäre er mittels CGI in die Szene geschnitten. Zahlreiche, aber wenig gelungene Anspielungen gibt es auf den Walt-Disney-Kosmos, etwa durch die Musik. Oder durch die berühmten Disney-Prinzessinnen – die sind hier aber Influencerinnen. Fazit: Brutalität und flache Gags reichen nicht aus, um einen Film über knapp 100 Minuten zu tragen.
Zu sehen ist „Screamboat“ in der Region ab Donnerstag, 8. Mai, im Cineplex in Neckarsulm und im Cinemaxx in Heilbronn.

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