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Kolumne
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„Beyond Graffiti“: Heilbronner Fassaden sollen zu Leinwänden werden

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Im Künstlerhaus Zigarre ist diesen Herbst eine Ausstellung rund um Graffiti geplant. Auch großflächige Formate sollen in der Stadt realisiert werden, die Suche nach Wänden läuft. Und anderes Aufgeschnapptes aus der regionalen Kunst- und Kulturszene.

Die Stadt als Galerie: Gizem Erdem aus Köln ist im Herbst auch dabei in Heilbronn bei "Beyond Graffiti". Dieses Bild zeigt eine Arbeit der Künstlerin in Stuttgart, entstanden im Rahmen von Pfffestival.
Die Stadt als Galerie: Gizem Erdem aus Köln ist im Herbst auch dabei in Heilbronn bei "Beyond Graffiti". Dieses Bild zeigt eine Arbeit der Künstlerin in Stuttgart, entstanden im Rahmen von Pfffestival.  Foto: Jan Schneidereit

Geht es um Urban Art, hat Mannheim das Projekt „Stadt.Wand.Kunst“, Stuttgart das Pfffestival – und Heilbronn mit „Beyond Graffiti“ im Herbst eine einmonatige Ausstellung in der Zigarre. Regionale bis internationale Künstler zeigen von September bis Oktober im Sheddachsaal ihre Positionen. Das Organisationsteam – bestehend aus Leo Volland, Richard Rau und Natalis Lorenz – könnte sich beispielsweise Arbeiten vorstellen von Ronald van der Voet alias Zedz aus den Niederlanden, von Blazej Rusin aus Polen, Emmet Edelstein aus Berlin und Gizem Erdem aus Köln, aber auch von Marvin Daumüller aus Stuttgart und Pomesone aus Leingarten.

Dabei soll sich „Beyond Graffiti“ nicht nur auf das Künstlerhaus beschränken. „Wir wollen in den städtischen Raum“, stellte Lorenz unlängst im Kulturausschuss des Heilbronner Gemeinderats das Konzept vor. Demnach werden auf Fassaden großflächige Formate – sogenannte Murals – realisiert, die auch nach der Schau bestehen bleiben und die Grundlage bilden für einen Heilbronner Mural-Walk. Die Suche nach geeigneten Wänden läuft. Auch Gelder wollen die Verantwortlichen eintreiben mit einer Veranstaltung am 19. März um 19 Uhr bei den Campus Founders auf dem Bildungscampus.

In Ergänzung zu Ausstellung und Murals, so die Idee, finden verschiedene Workshop- und Kunstvermittlungsangebote statt. Bei der Langen Nacht der Kultur am 10. Oktober soll etwa ein Live-Podcast aufgezeichnet werden. Nicht ausgeschlossen, dass bei entsprechendem Erfolg aus „Beyond Graffiti“ ein jährlich fixer Termin im Veranstaltungskalender wird.

Vom Gym ins Kloster: Verena Keßler ist diesjährige Comburg-Stipendiatin

Schon eine Karteileiche oder den Vorsätzen treu geblieben? Der Run auf die Fitnessstudios – wie zu Beginn eines jeden Jahres – dürfte abgeebbt sein. Nicht nur der Gluteus Maximus, auch Willensstärke will trainiert werden. Die Muckibude als Ort obsessiver Selbstoptimierung hat sich Verena Keßler in ihrem jüngsten Roman „Gym“ (Hanser Berlin, 192 Seiten, 23 Euro) vorgeknöpft, womit sie eine literarische Pionierin im deutschsprachigen Raum sein dürfte. Von den Feuilletons begeistert aufgenommen, zeichnet „Gym“ eine Protagonistin zwischen Workout und Wahn.

Gelegenheit, um an ihrem nächsten Roman arbeiten zu können, hat Keßler ab Ende September dank des Comburg-Stipendiums Schwäbisch Hall. Dann wird die Hamburgerin, Jahrgang 1988, eine Zeit lang zu Gast sein im ehemaligen Benediktinerkloster, mit der Auszeichnung verbunden ist auch ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro. Im Anschluss an die Urkundenverleihung am 1. Oktober, 19 Uhr, in der Haller Hospitalkirche findet eine von Rebecca Salentin moderierte Lesung mit Verena Keßler statt.

Autorin Verena Keßler („Gym“) ist diesjährige Comburg-Stipendiatin und liest als solche im Oktober im Schwäbisch Hall.
Autorin Verena Keßler („Gym“) ist diesjährige Comburg-Stipendiatin und liest als solche im Oktober im Schwäbisch Hall.  Foto: Jacintha Nolte

200.000 Besucher sahen „Die dritte Dimension im Bild“ in der Kunsthalle Würth

Das Spiel mit der Wahrnehmung fasziniert Klein und Groß. Was sich auch zahlenmäßig niedergeschlagen hat bei der Ausstellung „Die dritte Dimension im Bild“ in der Kunsthalle Würth. Rund 200.000 Besucherinnen und Besucher haben seit Juni 2024 die optischen Illusionen aus der Sammlung Würth erkundet. Gezeigt wurden rund 140 Werke von der Hologrammkünstlerin Edwina Orr, dem Zero-Künstler Günther Uecker, Victor Vasarely, Patrick Hughes und anderen. Aufgrund der Arbeiten am Erweiterungsbau ist die Kunsthalle nun geschlossen. Wiedereröffnung ist dann diesen Herbst mit einer Anselm-Kiefer-Schau.

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