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Uraufführungen, Premieren, Wiederaufnahmen
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Bekenntnis zum breiten Sortiment: Was das Theaterschiff Heilbronn bis Juli geplant hat

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„Von ällem ebbes“ heißt das Motto der nächsten Spielzeithälfte. In dieser gibt es unter anderem ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. 

„Wenn man einen Klassiker macht, auch mit einer neuen Überschreibung, dann sucht man erst mal noch das Publikum“: Philipp Wolpert, Tobias Frühauf und Leni Karrer vom Theaterschiff Heilbronn.
Foto: Ralf Seidel
„Wenn man einen Klassiker macht, auch mit einer neuen Überschreibung, dann sucht man erst mal noch das Publikum“: Philipp Wolpert, Tobias Frühauf und Leni Karrer vom Theaterschiff Heilbronn. Foto: Ralf Seidel  Foto: Ralf Seidel

Dass es in Halbjahresschritten vorwärts geht, daran halten Tobias Frühauf und Philipp Wolpert bis auf Weiteres fest. „Dann sind wir ein bisschen kurzfristiger und können schauen, welche Produktion wir verlängern, wiederaufnehmen, oder was wir auslaufen lassen“, erklärt Frühauf, warum eine Saison des Theaterschiffs Heilbronn aufgeteilt ist in zwei Hälften.

Diese Woche nun haben Frühauf und Wolpert, die beiden künstlerischen Leiter der schwimmenden Bühne, das Programm von März bis Juli vorgestellt. Demnach sind 23 Vorstellungen in diesem Zeitraum geplant, darunter zwei Uraufführungen, fünf Premieren und zwei Wiederaufnahmen.

Weil im Sommer viele Festivals und Open-Air-Konzerte anstehen, hält sich das Theaterschiff diesbezüglich zurück. „In der Herbsthälfte kommen dann auch wieder mehr Popkulturkonzerte“, so Wolpert. Das Spielzeitheft ist aktuell im Druck und soll ab Mitte Februar ausliegen, auf der Homepage des Privattheaters finden sich allerdings schon die Termine, auch hat der Vorverkauf begonnen.

Schwäbisch biederes oder ironisch gewitztes Bekenntnis zum Gemischtwarenladen? „Von ällem ebbes“ lautet das Motto. „Es ist ein breites Angebot für verschiedene Generationen“, sagt Wolpert und verweist auf einen Mix von experimentellen Formaten bis Unterhaltsames mit regionalem Schwerpunkt. „Das hat sich eigentlich bewährt.“ Gewundert hat das Duo aber, dass neue Stücke besser anlaufen als gängige Titel. „Wenn man einen Klassiker macht, auch mit einer neuen Überschreibung, dann sucht man erst mal noch das Publikum“, hat Wolpert beobachtet.

Wie kann man Boulevardkomödie anders erzählen?

Im neuen Programm tauchen alte Bekannte auf. Alexander Estis, 2022 Stadtschreiber in Heilbronn, hat für das Theaterschiff etwa „Es wirkt nicht, dafür aber langsam“ geschrieben. Ein Stück, das Boulevardkomödie anders erzählen will, sich an Arzt-Serien orientiert und Schmerz als verbindendes Gefühl verhandelt. Magdalena Schönfeld inszeniert die Eigenproduktion, die am 5. Juni uraufgeführt wird. 

Robert Stadlober war mehrfach auf Einladung von Frühauf und Wolpert in Heilbronn zu Gast. „Im Café Exil“ heißt sein neues Programm mit Texten von Mascha Kaléko, Joseph Roth, Else Lasker-Schüler, Karl Kraus und anderen. Bevor der Schauspieler und Musiker mit dem Theaterkonzert auf Tour geht, tritt er erstmals am 13. Juni auf dem Theaterschiff auf. Ein Wiedersehen gibt es auch mit Rainer Moritz und Wolfgang Seljé. „Ein Bett im Kornfeld“ ist die Sommerschlagerreise überschrieben, die Moritz ab 25. April an drei Abenden unternimmt. Seljé kommt ab 18. April zweimal mit dem Solo „Schwoba send helle, bloß leider net älle“.

Szenische Adaption von Cihan Acars Roman „Hawaii“ entsteht

Nach dem Roman „Hawaii“ von Cihan Acar entwickeln internationale Studierende zusammen mit Menschen aus Heilbronn über einen Zeitraum von sechs Monaten eine szenische Adaption. Leni Karrer und Sezin Onay haben die Leitung bei diesem Projekt, das Acars Text um Interviews von Bewohnern des Hawaii-Viertels ergänzen möchte. Am 27. Juni ist Premiere der Kooperation mit dem Heilbronner TUM Campus, der Coding School 42, der Hochschule und der Akademie für Kommunikation. Acar selbst liest am 26. März aus „Hawaii“ sowie seinem neuen Roman „Casino“.

Schauspieler André Eisermann schaut am 9. April vorbei mit „Goethe Werther Eisermann“, einer Spoken-Word-Performance mit Musik. Musikalisch wird es auch beim Chansonabend „Romy, la mer et la musique“ – eine Kooperation mit der Amicale Béziers – am 28. März mit Schauspieler Jakob Gühring sowie der Dylan-Interpretation von Rick Black am 23. Mai. „Live und ungeprobt“ verspricht die Veranstaltung mit Comedian Christoph Maul am 23. April zu werden. Wiederaufgenommen werden die französische Komödie „Die Tür nebenan“ sowie die Schnitzler-Überschreibung „Reigen – neue Folgen“.

Instandhaltung der schwimmenden Bühne

Seit 1999 ist der feste Platz des Theaterschiffs am Neckar zwischen Friedrich-Ebert-Brücke und Götzenturm, in regelmäßigen Abständen ist eine Instandhaltung fällig, so auch in diesem Jahr. „Wir sind aktuell in der Planung“, erklärt Stefan Belz vom Vorstandsteam auf Nachfrage. Noch gebe es keine fixe Entscheidung. „Wir sind mit allen Akteuren im Austausch“, so Belz.

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