Zusammen mit der Kulturstiftung der Kreissparkasse Heilbronn wird es in den Beratungscentern der Kreissparkassen-Filialen im Landkreis Lesungen geben, weiterhin Kinderliteratur-Veranstaltungen in Kooperation mit dem Haus der Familie sowie Schreibwerkstätten an Schulen im Stadt- und Landkreis sowie an der Hochschule Heilbronn – und in der Lehrerfortbildung im Rahmen des von der Dieter-Schwarz-Stiftung geförderten Drittmittelprojekts „Wortstatt Heilbronn im Dialog“. Das Programm Januar bis März gibt es ausführlich online unter https://literaturhaus.heilbronn.de.
Aufstieg und Fall eines Größenwahnsinnigen
Was das Literaturhaus im neuen Jahr bietet: Cihan Acar, Autor des Heilbronn-Romans „Hawaii“, stellt ein neues Buch vor – und weitere Veranstaltungen von Januar bis März.

Nicht, dass Literatur nicht gepflegt wurde in Heilbronn. Mit dem Literaturhaus am Trappensee aber hat die Stadt seit gut fünf Jahren eine eigene Institution, die mit Lesungen und Kooperationen das geistige Leben bereichert. Das Frühjahrsprogramm ist jetzt fix, liegt als Flyer aus und bietet mit knapp zwei Dutzend Veranstaltungen einen anregenden Mix. Der Heilbronner Autor Cihan Acar („Hawaii“) stellt seinen jüngsten Roman zuerst in Berlin und wenige Tage später am 24. Februar im Literaturhaus vor. Der deutsch-türkische Familienroman „Casino“ erzählt vom Aufstieg und Fall, Schuld und Unschuld eines größenwahnsinnigen Mannes.
Europäische Perspektiven und neue globale Herausforderungen
Autorinnen und Autoren ausgezeichneter Debütromane werden kommen, die Reihe „Schöne Aussichten: Literatur aus der Schweiz“ wird ebenso fortgesetzt wie die Reihe „Wendezeiten – Europäische Perspektiven im Lichte neuer globaler Herausforderungen“, gemeinsam mit der Kulturstiftung der Kreissparkasse Heilbronn und mehr.
Eine Auswahl des Programms, chronologisch nach Monaten: Bereits 2006 erschienen, hat „Andenken“ von Lars Brandt, das Porträt seines Vaters Willy Brandt, nichts an Spannung verloren. Der Kanzler und Vater als private und öffentliche Figur, Kindheitserinnerungen an das Berlin des Regierenden Bürgermeisters Brandt, an die Kanzlervilla in Bonn, an Staatsgäste und deren gelangweilte Kinder oder an das Ehepaar Wehner: am 15. Januar, Volkshochschule Heilbronn.
Ein Autounfall und seine Folgen
Zora del Buono war wenige Monate alt, als ihr Vater bei einem Autounfall ums Leben kam. Als 60-Jährige fragt die Schweizer Autorin in „Seinetwegen“, was aus dem einst jungen Mann geworden ist, der den Unfall verursacht hat: am 23. Januar, Parkhotel Heilbronn.
Im Rahmen einer neuen Kooperation mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn erzählt die Cellistin Raphaela Gromes im Gespräch mit WKO-Intendantin Katrin Kirsch von vergessenen und unterschätzten Komponistinnen und anderen Heldinnen der Musik: am 25. Januar im Literaturhaus.
Am 28. Januar liest am selben Ort Nancy Hünger aus ihrem Roman „Wir drehen dem Meer den Rücken zu“. Ebenso im Trappenseeschlösschen präsentiert am 1. Februar Anna Prizkau „Frauen im Sanatorium“ in der Reihe „Debüt am See“.
Jede Menge ausgezeichneter Debütromane
Den transatlantischen Westen als wichtigsten Anker der Weltordnung gibt es nicht mehr. In der Reihe „Wendezeiten“ spricht am 6. Februar Unter der Pyramide der KSK Politikwissenschaftler Herfried Münkler über „Europa in der geopolitischen Sandwich-Position“ – und fragt nach der Rolle Deutschlands.
In einem weiteren „Debüt am See“ stellt am 8. Februar Ulrich Rüdenauer seinen Roman „Abseits“ über eine Kindheit im schweigenden Deutschland vor. Noch ein Debüt: Sophia Klink liest am 15. Februar aus „Kurilensee“, wenn sich poetisches Nature Writing und eine rational wissenschaftliche Sichtweise verbinden. Auf Cihan Acar am 24. Februar folgt Jehona Kicaj am 1. März und erzählt in ihrem Roman „ë“, der mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses ausgezeichnet wurde, vom Kosovokrieg.
Interkulturelle Schreibwerkstatt im Rathaus
Im Kleinen Ratssaal im Rathaus leitet am 2. März Alexander Estis eine interkulturelle Schreibwerkstatt. Im Museum im Deutschhof liest am 5. März Marianne Ludes aus „Trio mit Tiger“, ein Roman über das Leben eines bekannten Künstlerpaars: geschildert aus der Perspektive von Mathilde „Quappi“ Beckmann, der Frau des Malers Max Beckmann.
In seinem Roman „Die rechtschaffenen Mörder“ erzählt Ingo Schulze die Geschichte eines Dresdner Antiquars über die vergangenen 50 Jahre. Wer schreibt die Geschichten? Und wer die Geschichte? Das ist Thema Unter der Pyramide in der KSK am 6. März im Rahmen der Reihe „Wendezeiten“.
Am 13. März kommt Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer mit „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“: ein schonungslos offenes Buch über den Abschied von der Mutter, das Erinnern und wie sich Trauer in Sprache verwandeln lässt.
Vierter und vorerst letzter Gast der Reihe zu Europäischen Perspektiven im Lichte neuer globaler Herausforderungen ist Klimaforscher Anders Levermann am 27. März. In seiner Studie „Die Faltung der Welt“ diskutiert Levermann wissenschaftlich basiert konkrete Perspektiven, wie dem Wachstumsdilemma und der Klimakrise zu entkommen ist. Ein Vorschlag, wie es weitergeht?
Panische Angst, verrückt zu werden
Der Dramatiker Leon Engler präsentiert am 29. März im Literaturhaus seinen Debütroman „Botanik des Wahnsinns“ über einen jungen Mann, der unter der panischen Angst leidet, verrückt zu werden und schließlich als Psychologe in der Psychiatrie arbeitet, eine Kooperation mit dem Theater.

Stimme.de