Farbenmeer im Zoo
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Magnolien stehen in voller Blüte: Naturschauspiel in der Stuttgarter Wilhelma

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In der Stuttgarter Wilhelma stehen die Magnolien aktuell in voller Blüte und verwandeln den Maurischen Garten in ein farbenprächtiges Blütenmeer. Der größte Magnolienhain nördlich der Alpen lockt mit über 90 Bäumen und großer Artenvielfalt.


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In der Stuttgarter Wilhelma hat eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele des Jahres begonnen: Die Magnolien im Maurischen Garten stehen in voller Blüte. Begünstigt durch sonnige Tage und frühlingshafte Temperaturen zu Monatsbeginn entfaltet sich das langgestreckte Gartenoval zunehmend zu einem farbenreichen Blütenmeer, teilt die Pressestelle des Zoologisch-Botanischen Gartens am Freitag (20. März) mit.

Stuttgarter Wilhelma: Größter Magnolienhain nördlich der Alpen

Den Auftakt der Blütezeit machen in der Regel die Sternmagnolien vor dem Maurischen Landhaus mit ihren schmalen, weißen Blütenblättern. Ihnen folgen die rosa- und purpurfarbenen Tulpenmagnolien, die das Bild des Gartens prägen. So entsteht ein wechselndes Farbspiel aus Weiß-, Rosa- und Purpurtönen. Später im Frühjahr blühen unter anderem die Gurkenmagnolie vor dem Aquarium sowie immergrüne Magnolien am Haupteingang und an den Subtropenterrassen.


Der Maurische Garten beherbergt nach Angaben der Wilhelma den größten Magnolienhain nördlich der Alpen. Insgesamt wachsen dort mehr als 90 Bäume aus nahezu 30 verschiedenen Arten und Sorten. Die Geschichte der Magnolien in der Anlage reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück: König Wilhelm I. von Württemberg ließ ab 1850 erste Exemplare pflanzen. Zehn dieser Bäume stehen noch heute im Park und sind inzwischen über 170 Jahre alt.

Erst im vergangenen Herbst wurde der Bestand um vier weitere Magnolien unterschiedlicher Sorten ergänzt, die bislang in der Sammlung fehlten. Sie sollen das Spektrum an Blütenformen und -farben ergänzen.


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Farbenmeer in der Wilhelma: Magnolien zählen zu den ältesten Blütenpflanzen

Auch wissenschaftlich gelten Magnolien als Besonderheit: Die Pflanzengattung existiert seit mehr als 100 Millionen Jahren und zählt damit zu den ältesten noch lebenden Blütenpflanzen. In der Botanik werden sie häufig als „lebende Fossilien“ bezeichnet.

Die Pflege der Bäume ist aufwendig. Clemens Hartmann, Baumexperte in der Wilhelma, erklärt: „Unser Magnolienhain ist ein Kleinod, das gut gepflegt werden muss. Im vergangenen Jahr haben wir die Bewässerung von Magnolien und Rasen entkoppelt, um die Bäume noch zielgerichteter mit Wasser zu versorgen. Außerdem haben wir durch das Einbringen von Lauberde das Bodenleben vitalisiert.“

Bereits am 3. März hat die Wilhelma ihr alljährliches Blühbarometer gestartet, das kontinuierlich über den Stand der Magnolienblüte im Maurischen Garten informiert. Eine Webcam liefert zudem aktuelle Eindrücke aus der Anlage. Weitere Infos unter: https://www.wilhelma.de/aktuelles/aktuelles/magnolien-bluehbarometer

Sonnenschutz für alte Magnolien in der Stuttgarter Wilhelma

Zum Schutz vor Hitze werden einzelne Bäume behandelt. Hartmann: „Hohe Temperaturen machen besonders den älteren Magnolien zu schaffen. Dort, wo aufgrund der bereits lichten Kronen zu viel Sonnenstrahlen auf Stamm und Äste strahlen, haben wir mit weißer Baumfarbe für Sonnenschutz gesorgt.“

Über die eigene Anlage hinaus engagiert sich die Wilhelma auch international für den Erhalt der Pflanzen. Mehr als die Hälfte der weltweit rund 335 Magnolienarten gilt als bedroht, vor allem durch den Verlust natürlicher Lebensräume. Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin betont: „Zusammen mit dem Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma unterstützen wir die Organisation Jocotoco dabei, ehemals gerodete Regenwaldflächen in Ecuador zu renaturieren. Damit haben wir nicht nur seltene Magnolienarten vor dem Aussterben gerettet, sondern auch die Lebensräume unzähliger weiterer Tier- und Pflanzenarten bewahrt.“ (pen/red)

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