Stimme+
Zwei Menschen gestorben
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Tödliche Explosion bei Bosch in Reutlingen: Gefährliches Gas Silan im Verdacht

   | 
Lesezeit  1 Min
Erfolgreich kopiert!

Bei einer Gasexplosion im Reutlinger Bosch-Werk sind zwei Männer gestorben. Am Tag nach dem Unfall steht ein besonders gefährliches Gas im Verdacht.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Einen Tag nach dem tödlichen Unfall am Bosch-Standort in Reutlingen herrscht noch immer Unklarheit über die Ursache des tragischen Unglücks. „Die Ermittlungen zur Unglücksursache dauern an. Wann gegebenenfalls mit einem Ergebnis zu rechnen ist, ist derzeit nicht absehbar“, teilt das Polizeipräsidium Reutlingen am Mittwoch auf Anfrage der Heilbronner Stimme mit.

Auch bei Bosch weiß man noch nicht mehr. „Die Ursache des Vorfalls wird zurzeit noch untersucht. Wir arbeiten dabei eng mit Polizei und Behörden zusammen und bitten um Verständnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Details nennen können“, teilt das Technologieunternehmen auf Stimme-Anfrage mit. 


Explosion auf Bosch-Firmengelände: Zwei Männer kommen bei Arbeitsunfall ums Leben

Am Dienstagmorgen hatte sich auf dem Gelände der Firma Bosch in der Reutlinger Hauffstraße ein folgenschwerer Arbeitsunfall ereignet. Gegen acht Uhr war im Freien sogenanntes Silan-Gas ausgetreten, woraufhin eine Warnanlage angeschlagen hatte. Als Mitarbeiter nach der Ursache für den Gasaustritt suchten, kam es zu einer Reaktion des Gases mit der Luft, was zu einer schweren Explosion führte. Zwei Männer, ein 44-Jähriger und ein 52-Jähriger, die sich in unmittelbarer Nähe aufgehalten hatten, wurden nach Angaben der Polizei von der Explosion erfasst.

Der 52-Jährige wurde durch die Explosion so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Der 44-Jährige wurde nach notärztlicher Erstversorgung vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht, wo er seinen schweren Verletzungen erlag. Beide Männer waren nicht bei Bosch angestellt, sondern gehörten zu einer externen Fachfirma. Ein weiterer Arbeiter wurde durch ein Knalltrauma leicht verletzt. Sachschäden gab es laut Polizei nicht, eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden, teilten die Behörden mit.

Unglück bei Bosch in Reutlingen: Silan gehört zu den gefährlichen Gasen

Silan-Gas wird beispielsweise für die Herstellung von elektronischen Komponenten oder zur Kalibrierung von Analysegeräten verwendet. Bei Erwärmung kann das Gas explodieren oder sich in Verbindung mit Sauerstoff selbst entzünden. Daher birgt auch schon ein Flaschentausch von Silan-Gas Gefahren. Kurz vor dem Unglück waren die Gasflaschen auf dem Bosch-Gelände gewechselt worden. Der Verdacht der Ermittler, dass dies die Explosion ausgelöst haben könnte, bestätigte sich jedoch nicht.

Die Ermittlungen zur Unglücksursache können noch einige Tage andauern, betonen die Behörden.

Nach oben  Nach oben