Sicherheitskonzept bei Festen: Diese Vorgaben müssen Veranstalter beachten
Ob Straßenfest, Fasching oder verkaufsoffener Sonntag: Für Veranstaltungen gelten klare Sicherheitsvorgaben. Wann ein Konzept nötig ist und welche Maßnahmen dazugehören.
Ob Straßenfest, Karnevalsumzug oder verkaufsoffener Sonntag: Wer eine öffentliche Veranstaltung organisiert, kümmert sich nicht nur um Bühne, Getränke und Programm, sondern auch um die Sicherheit. Ein zentraler Baustein ist das Sicherheitskonzept. Was dahintersteckt – ein Überblick in Fragen und Antworten.
Wann braucht man überhaupt ein Sicherheitskonzept?
Grundsätzlich hängt das von Art und Größe der Veranstaltung ab. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn erklärt, ist der Betreiber verpflichtet, abhängig von der Veranstaltung ein Sicherheitskonzept zu erstellen und einen Ordnungsdienst einzurichten.
Verbindlich ist ein Konzept in der Regel ab 5.000 Besuchern. Es kann jedoch auch bei kleineren Veranstaltungen gefordert werden, wenn besondere Risiken bestehen.

Was muss in einem Sicherheitskonzept stehen?
Ein Sicherheitskonzept beschreibt, wie Gefahren vermieden und Notfälle bewältigt werden. Dazu zählen unter anderem der Einsatz und die Stärke des Ordnungsdienstes, Regelungen zur Besucherlenkung und zu Rettungswegen, klar definierte Zuständigkeiten, ein belastbares Kommunikationskonzept sowie Maßnahmen für besondere Gefahrenlagen. Ziel ist es, Abläufe verbindlich im Voraus festzulegen.
Warum spielt der Schutz vor Fahrzeugangriffen eine so große Rolle?
Großveranstaltungen im öffentlichen Raum sind frei zugänglich und damit verletzlich. Nach vereinzelten Attentat-Vorfällen in der Vergangenheit wurden die Anforderungen an Zufahrtssicherungen verschärft. Veranstalter müssen nun ein unkontrolliertes Einfahren verhindern, ohne Rettungswege zu blockieren.
Wie entsteht ein solches Schutzkonzept?
Der Veranstalter muss eine Risikoanalyse durchführen: Welche Gefahren sind realistisch? Die PPolizei Heilbronn empfiehlt, dazu Behörden, Feuerwehr und Rettungsdienste einzubeziehen. Auf dieser Grundlage werden Schutzziele definiert und geeignete Maßnahmen festgelegt.
Welche Schutzmaßnahmen kommen infrage?
Für zeitlich begrenzte Veranstaltungen eignen sich mobile Sperren. Bei regelmäßig stattfindenden Events sind eher feste Barrieren oder städtebauliche Lösungen wie Poller oder Pflanzkübel sinnvoll. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen tatsächlich Schutz bieten. Von Alibi-Lösungen, rät die Polizei ab. Diese können im Ernstfall selbst zur Gefahr werden.
Welche Rolle spielt die Polizei?
Die Polizei arbeitet eng mit Veranstaltern zusammen, sagt der Sprecher des Präsidiums Heilbronn. Man übernimmt jedoch nur eine beratende Funktion. Die Verantwortung für das Sicherheitskonzept liegt beim Veranstalter.
Was bedeutet das für Vereine und Organisatoren?
Wer eine Veranstaltung organisiert, trägt Verantwortung und muss nachvollziehbar darlegen, wie Besucher geschützt werden. Risiken müssen realistisch eingeschätzt, Maßnahmen abgestimmt und Zuständigkeiten klar geregelt werden. Für kleinere Vereine bedeutet das zeitgleich aber einen enormen organisatorischen und finanziellen Aufwand.

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