Stimme+
Schabenfund
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Hygienemängel in Sulzfelder Metzgerfiliale? Betreiber wehrt sich gegen Vorwürfe

   | 
Lesezeit  2 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Bei einer Lebensmittelkontrolle in einer Sulzfelder Metzgereifiliale werden zahlreiche Hygienemängel aufgezeigt, darunter auch der Fund einer Schabe. Jetzt wehrt sich der Betreiber gegen die Vorwürfe.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Ob routinemäßig oder auf Verdacht: Immer wieder kommt es zu Lebensmittelkontrollen in Imbissen, Bäckereien und sogar Pizzerien. Gelegentlich werden die zuständigen Behörden dabei sogar fündig, 2024 mussten deshalb sogar vermehrt Betriebe schließen. Am 6. November 2025 stattete das Veterinäramt des Landkreises Karlsruhe auch einer Sulzfelder Metzgereifiliale einen Besuch ab – und veröffentlichte eine lange Liste an Mängeln: darunter Schaben, Schmutz und Schimmel.

„Nur eine lebende Schabe gefunden“: Sulzfelder Metzger wehrt sich gegen Hygienevorwürfe

Im Gespräch mit der Heilbronner Stimme wehrt sich Werner Reinwald, Metzgermeister und Betreiber der Metzgerei Reinwald, gegen die Vorwürfe. Im Mängelbericht, der am 12. Januar auf dem Verbraucherportal des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg veröffentlicht wurde, heißt es: „Ein Schabenbefall [wurde, Anm. der Red.] im Betrieb (Küche, Raum Lager) festgestellt.“

„Das ist eigentlich nicht der Fall“, dementiert der Metzger. „Es wurde nur eine lebende Schabe gefunden.“ Diese wurde in einer Monitoringfalle im Keller der gepachteten Räume entdeckt. Auch der Kammerjäger spreche somit nicht von Befall, erklärt Reinwald. Die zuständige Kontrolleurin sah dies jedoch offenbar anders, wie aus dem späteren Bericht hervorgehen sollte.

Sie beanstandete auch „altverschmutzte Arbeitsgeräte“ wie etwa die Wurstaufschnittmaschine und den Fleischwolf. Zudem wurden im „Versandkühlhaus, in welchem sich offene, nicht abgedeckte Lebensmittel lagerten, [...] schwarze, schimmelähnliche Ablagerungen an der Wand zur Decke“ bemängelt. Aus diesen Gründen musste die Küche des Betriebs sogar zwischenzeitlich schließen.

Sulzfelder Metzger kritisiert Ablauf bei Lebensmittelkontrolle: „So noch nie erlebt“

In einer späteren Stellungnahme der Metzgerei heißt es: „Die Kontrollen durch das Veterinäramt sind ein fester Bestandteil der Lebensmittelüberwachung – und wir begrüßen diese grundsätzlich.“ Allerdings werden darin auch der Ablauf der Kontrolle sowie die anschließende Berichterstattung kritisiert. Den Umgangston mit den Angestellten empfand der Betreiber etwa als „haarsträubend“, wie er der Stimme erzählte. „Das bin ich nicht gewohnt. Es ging um Staubkrümel auf dem Boden. Das habe ich so noch nie erlebt.“

Bei der Lebensmittelkontrolle am 6. November handelte es sich laut dem Landratsamt Karlsruhe um eine routinemäßige Plankontrolle. Allein im Jahr 2024 wurden im gesamten Zuständigkeitsbereich des dortigen Veterinäramts insgesamt 4105 Kontrollen in Lebensmittelbetrieben durchgeführt. Alle vier bis fünf Jahre rotieren die Zuständigkeiten für die Gebietsreferate – heißt: Die Kontrolleure werden in einem anderen Gebiet eingesetzt. 

Im Kreis Heilbronn betreibt der Metzger drei weitere Filialen. Dort habe er bisher keine Probleme dieser Art gehabt. Zuletzt sei dort das Heilbronner Veterinäramt im Herbst vor Ort und „vollends zufrieden“ gewesen.

Laut dem Landratsamt Karlsruhe wurden schon in der Vergangenheit "Kontrollen von unterschiedlichen Kontrolleuren" bei der Metzgerei in Sulzfeld durchgeführt. Dabei wurden zwar „Mängel festgestellt, die aber nicht so schwerwiegend waren, dass sie zu einer Veröffentlichung auf dem Verbraucherportal führen mussten“, heißt es auf Rückfrage. 

Schädlingsbekämpfer gibt Entwarnung: Keine Schaben in Sulzfelder Metzgerei

Trotz der Unstimmigkeiten habe der Metzger mit seinem Team schnellstmöglich gehandelt. Alles wurde gemacht, um die Filiale schnellstmöglich zu reinigen, versichert Reinwald. Sogar sämtliche Silikonfugen wurden in Absprache mit dem Verpächter neu gezogen. Auch der Schädlingsbekämpfer gab nach einer finalen Kontrolle grünes Licht: In der Monitoringfalle im Keller wurde keine einzige weitere Schabe mehr gefunden.

Die Kontrolleurin selbst zeigte sich laut Reinwald ebenfalls gelassener: „Bei der Nachkontrolle war sie vollends zufrieden. Das Team wurde sogar gelobt.“ Die getroffenen Maßnahmen hätten somit dazu geführt, dass der Betrieb am 27. November 2025 wieder ungehindert aufgenommen werden konnte, erklärte das Landratsamt. 

Nach oben  Nach oben