Oscar-Verleihung in L.A. steht an: Dieser Baden-Württemberger ist nominiert
Mit einer Rekordzahl von 16 Nominierungen gilt „Sinners“ als Oscar-Favorit bei den 98. Academy Awards am Sonntag. Ein Baden-Württemberger sorgte mit für die Special-Effects des Films.
Die Oscar-Verleihung findet am Sonntagabend (15. März) in Los Angeles (Kalifornien, USA) statt. Wer sie aus Deutschland verfolgen will, muss dafür lange wach bleiben: Nach deutscher Zeit startet das Event um Mitternacht und findet bis morgens um drei Uhr statt.
Die Oscars werden bei den „Academy Awards“ im Dolby Theatre verliehen – das Gebäude bietet eine der größten Bühnen der USA und hat Platz für bis zu 3400 Stars aus der Filmbranche. Mit dabei ist in diesem Jahr auch ein Baden-Württemberger.
Oscar-Favorit „Sinners“ mit 16 Nominierungen – Baden-Württemberger sorgte für die Special-Effects
Der 46-jährige Michael Ralla aus Achern im Schwarzwald ist Experte für filmische Spezialeffekte. Am Sonntag trägt der „Visual Effects Supervisor“ für den besonderen Anlass einen maßgeschneiderten Smoking. Sein Kollege Guido Wolter (44) ist aus seiner Wahlheimat Australien angereist und knapp vor der großen Gala in Hollywood gelandet, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Für den Oscar-Favoriten „Sinners“ (deutscher Titel: „Blood & Sinners“), der mit einer Rekordzahl von 16 Nominierungen ins Rennen um die begehrtesten Filmpreise der Welt geht, haben die beiden mit Hilfe großer Teams die visuellen Effekte geschaffen.

„Sinners“ beschäftigt sich mit der amerikanischen Geschichte
Wenige Stunden vor der Gala im Dolby Theatre laufen sich Ralla und Wolter mit weiteren Filmschaffenden beim traditionellen Empfang für die deutschen Oscar-Anwärter der 98. Academy Awards warm – bei sommerlichen 30 Grad.
Im „The Wende Museum“, das eine riesige Sammlung von Artefakten des Kaltes Krieges beherbergt, sind sie von Reportern und Kamerateams umlagert. „Ich finde es wichtig, dass man sich mit Geschichte beschäftigt“, meint Ralla. „Genau das macht ›Sinners‹ mit der amerikanischen Geschichte, die wir als Deutsche häufig nicht wirklich gut kennen.“
Nach „Sinners“ ist der satirische Polit-Thriller „One Battle After Another“ mit 13 Nominierungen der zweite Platzhirsch im Wettbewerb. Je neun Gewinnchancen haben das norwegische Familiendrama „Sentimental Value“, der Monsterfilm „Frankenstein“ und die Tragikomödie „Marty Supreme“, gefolgt von „Hamnet“ mit acht Nominierungen.
Avatar-Film als große Oscar-Konkurrenz bei den visuellen Effekten – „David und Goliath“-Situation
Der schwarze Regisseur Ryan Coogler („Black Panther“) hat einen Genre-Mix um Bluesmusik, Rassismus und Vampire in den Südstaaten um das Jahr 1930 inszeniert, in dem Michael B. Jordan die Zwillingsbrüder Smoke und Stack spielt. Kein typischer Film für visuelle Effekte, meint Wolter. „Da steckt aber eine Menge Arbeit drin, die man aber nicht sehen soll.“
Der Science-Fiction-Blockbuster „Avatar: Fire and Ash“ ist in dieser Sparte der Favorit und schärfste Konkurrent für „Sinners“. Für Ralla ist es eine „David und Goliath“-Situation, aber einen Überraschungssieg schließt der Wahlkalifornier nicht aus.
Er feilt auch schon an einer Dankesrede, die sich um Diversität und Immigration drehen soll. Als weißer Einwanderer Teil eines schwarzen Filmteams gewesen zu sein, beschreibt der zweifache Vater als „unglaubliche Erfahrung“. (lis/dpa)

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