„Olaf der Flipper“ wird 80 Jahre alt – bekannter Schlagersänger wohnt in Bretten
Olaf Malolepski wird 80 Jahre alt. Er war Sänger bei der längst aufgelösten Schlagerband Flippers. Seit Jahren ist er erfolgreicher Solokünstler. Seine Wahlheimat liegt im Kraichgau.

Spätestens seit „Wir sagen danke schön“ – 40 Jahre die Flippers – viral gegangen ist, kennen auch viele junge Deutsche die Schlagerband „Die Flippers“. Zu den Allzeithits gehören „Weine nicht, kleine Eva“, „Die rote Sonne von Barbados“ oder „Lotusblume“. Jetzt wird der ehemalige Frontmann „Olaf der Flipper“ 80 Jahre alt. Der Schlagersänger wohnt im Kraichgau – seine Wahlheimat ist Bretten (Kreis Karlsruhe).
Kult-Schlagersänger „Olaf der Flipper“ wird 80 Jahre alt
Kann sein, dass Fans Olaf Heinz Malolepski einfach gemütlich schlendernd in der Brettenner Innenstadt treffen, am Stehtisch beim örtlichen Weinfest oder beim Spaziergang im Wald begegnen. Der Schlagersänger von „Die Flippers“ gibt sich nicht nur gerne volksnah, er ist es.
Bodenständig, spektakulär freundlich, ohne Allüren – und bis heute sagenhaft erfolgreich. „Hallo, hier ist Olaf, Euer Flipper“, so begrüßt er standardmäßig seine Fans. Am 27. März wird er 80 Jahre alt. Und er ist längst Kult.
Riesenerfolge mit Schlagerband „Die Flippers“ – Auflösung vor 15 Jahren
Mit der Band „Die Flippers“ schrieb Malolepski Musikgeschichte und feierte enorme Erfolge: 1967 kam der in Magdeburg geborene Sänger zu der 1964 gegründeten Band. Die Flippers entwickelten sich zu einer der erfolgreichsten deutschen Schlagercombos aller Zeiten. Sie verkauften Millionen ihrer fast 50 Alben und bekamen 31 Mal Gold und sieben Mal Platin. Vor rund 15 Jahren löste sich die Band auf. 2006 waren die Flippers in der Harmonie zu sehen.
Aber Olaf, der ein Kettchen mit einem vergoldeten Delfin-Talisman immer um den Hals hat, machte einfach immer weiter. Und sein Erfolg wurde keineswegs weniger, im Gegenteil. Als Solokünstler legte er nämlich noch eine gehörige Schippe drauf und verbreitet seither erst recht gute Laune in Dauerschleife.
Olaf der Flipper war 2025 beim „Dahoim Feschd“ in Brackenheim dabei
Vor allem die letzten Jahre verhalfen ihm nochmals zu enormer Popularität. Mit dem Song „Wir sagen danke schön“ feierte er einen Riesenerfolg in den Charts. Er trat 2023 sogar als Überraschungsgast beim Musikfestival Rock am Ring auf und stahl dort Rappern und Rockern die Show. Im Juni 2025 war er beim Dahoim Feschd in Brackenheim dabei.

„Die Musik bedeutet mir wahnsinnig viel. Ich spiele immer noch Gitarre, ich komponiere“, erzählt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Das ist etwas, wofür ich immer noch brenne.“
Sturm auf die Charts – „Olaf der Flipper“ tritt noch immer auf
Er nahm mit dem Schweizer Schlagerstar Vincent Gross den Song „Drinking wine – feeling fine“ auf, schaffte es auch in die britischen Charts und performte dafür gemeinsam mit Gross im vergangenen Jahr sogar in England – vor rund 20.000 Fans beim BBC Radio Open Air. Und das, obwohl der Titel des Liedes auch die einzigen englischen Worte sind – den britischen Fans war’s egal, erzählt er.
Aus den Partymeilen Mallorcas sind seine Songs ebenfalls nicht wegzudenken, er trat neben Rock am Ring auch beim nordrhein-westfälischen Techno Festival Parookaville auf und war und ist Gast in zahllosen Fernsehshows.
Zehn Alben hat er seit dem Ende der Flippers veröffentlicht, das elfte namens „Weltklasse“ kommt im Juni raus. „Olaf der Flipper“ tourt regelmäßig durch die Lande und will es auch im Jahr seines 80. Geburtstages noch einmal wissen. Gemeinsam mit Tochter Pia startet Malolepski im September eine Tournee.
Olaf Malolepski ist bodenständig – ohne Allüren
Sich bei all dem Erfolg wichtig nehmen, das war seine Sache nie. Man fühle sich sofort von ihm umarmt, sagte der Ex-Ski-Rennläufer Christian Neureuther, mit dem Olaf Malolepski Golf spielt, in einer SWR-Doku über den Musiker. „Das ist eine Eigenschaft, die nur die ganz Großen haben.“ Nie habe Olaf die Bodenhaftung verloren, ergänzte Schlagersänger und SWR-Moderator Andy Borg.
Überhaupt wirkt „Olaf der Flipper“ einfach immer fröhlich und aufgeräumt, größere Brüche in seiner Biografie sind nicht bekannt. „Im Prinzip mache ich alles, was mir Spaß macht“, sagt er. Seine neueste Single heißt bezeichnenderweise dann auch „No Problemo“ – es geht darin, wie könnte es anders sein, um gute Laune, Dolce Vita und Amore.
Auch bei letzterem, der Liebe, hat er übrigens Glück: Denn neben seinem baldigen 80. Geburtstag feierte er kürzlich auch den 55. Hochzeitstag mit seiner Frau Sonja. „Ich habe eine klasse Ehe“, schwärmt er. Und dann ist da noch das 65. Bühnenjubiläum. 2026 ist ein Jahr der Jubiläen.
Gerne tritt er in schwarzer Hose, schwarzem Hemd und rotem Glitzerjackett auf und performt – nicht nur vor seinen treuen und in die Jahre gekommenen Fans aus Flippers-Zeiten, sondern durchaus auch vor jüngerem Publikum. Die nämlich entdeckten seine Schlager nach dem Hit „Wir sagen danke schön“ gerade neu und kramten unter den Schallplatten-Schätzen der Eltern nach alten Flippers-Platten, erzählt er. „Meine Musik ist im Grunde gleich geblieben. Und das feiern die Menschen, auch viele junge Menschen.“
Karriere, Familie, 80 Jahre Leben: „Ich würde alles genauso wieder machen“
Wer über Schlager lästert – an Olaf perlt das ab. „Es gibt keine gute oder schlechte Musik. Es gibt nur Musik, die einem gefällt, oder Musik, die einem nicht gefällt.“ Er wolle Menschen unterhalten und Freude bereiten. Die Zeit scheint an ihm spurlos vorüberzugehen. Zwar hat er das Tennisspielen aufgegeben, aber Golf spielen oder laufen, das macht er immer noch.
Auf den Plattformen Instagram und Facebook postete er kürzlich in Vorbereitung auf seine nächsten Shows und die September-Tournee gleich mal ein Video für seine Fans: Mit wie immer dunkel getönten und schön geföhnten Locken joggt er auf die Kamera zu. „Ich trainier’, dass ich topfit auf der Bühne bin“, schnauft er etwas kurzatmig, aber ungebrochen lächelnd in die Kamera.
„Ich bin ein positiver Mensch“, sagt er der dpa. „Und das, was mal nicht so läuft, vergesse ich schnell.“ Aber es läuft für „Olaf den Flipper“. Und mit Blick auf sein Leben, seine Karriere, seine Familie mit zwei Kindern und zwei Enkeln steht für ihn fest: „Ich würde alles genauso wieder machen.“
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