Rems-Murr-Kreis beschließt neue Klinik für 266 Millionen

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Winnenden - Mit einer hauchdünnen Mehrheit ist die Entscheidung für das bisher größte

Von Gernot Stegert

Winnenden - Mit einer hauchdünnen Mehrheit ist die Entscheidung für das bisher größte Projekt im Rems-Murr-Kreis gefallen. Der Kreistag beschloss am Montagabend mit 44 zu 42 Stimmen – quer durch alle Fraktionen – den Neubau einer Klinik in Winnenden. Dafür werden die Häuser in Backnang und Waiblingen geschlossen. Deren Zuschussbedarf war seit Jahren gestiegen, zuletzt auf 7,3 Millionen Euro im Jahr 2007, erklärte der Sprecher des Landkreises, Steffen Becker. Das Haus in Schorndorf bleibe und werde für 22 Millionen Euro renoviert.

Das neue Kreiskrankenhaus beim Zentrum für Psychiatrie des Landes soll 620 Betten und zwölf Operationssäle haben. Einweihung soll im Jahr 2013 sein. Das Investitionsvolumen beträgt insgesamt 266 Millionen Euro, berichtet Becker. Mit 77 Millionen Euro fördere das Land das Vorhaben. Der Rest solle vollständig über Kredite finanziert werden.

Landrat Johannes Fuchs geht davon aus, dass die neue Klinik ab 2016 schwarze Zahlen schreibt und langfristig „Zins und Tilgung erwirtschaftet“. Ziel sei eine bessere medizinische Versorgung. Damit sollen die Bürger des Kreises zurückkehren, die jetzt in Kliniken nach Stuttgart, Esslingen oder Schwäbisch Hall fahren. Auch neue Patienten von außerhalb sollen kommen.

Mit der Abstimmung ist eine jahrelange Kontroverse entschieden. Eine Alternative war der Ausbau der veralteten Krankenhäuser in Backnang und Waiblingen. Dies wollten vor allem Kreisräte aus diesen Orten. Doch auf lange Sicht hätte das nach einem vom Landkreis in Auftrag gegebenen Gutachten 400 Millionen Euro mehr gekostet. Landrat Fuchs plant für die beiden Städte jetzt Gesundheitszentren für Sofort- und Notfallhilfe als Ausgleich.

Zweite Alternative war die Privatisierung. Fuchs berichtet von einem lukrativen Angebot der Helios-Gruppe: „Die wollten unbedingt in den Markt im Ballungsraum Stuttgart.“ Doch gehört das Gesundheitswesen für den Landrat zur öffentlichen Daseinsvorsorge.

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