Tausende beim historischen Salzsiederfest - Torte wieder dreistöckig
Männer, Frauen und Kinder in historischen Gewändern und ein riesiger Kuchen: Schwäbisch Hall lädt wieder zum Salzsiederfest. Eine Missernte in der Türkei hätte das leckere Backwerk fast um eine wichtige Zutat gebracht.

Die angespannte Situation auf dem Haselnussmarkt hat den Preis des traditionellen Siederskuchens beim Kuchen- und Brunnenfest in Schwäbisch Hall nach oben schnellen lassen. Das etwa 50 Kilogramm schwere Backwerk sei in diesem Jahr rund 200 Euro teurer als bisher, sagte der Sprecher des veranstaltenden Vereins, Robert Spoden, am Sonntag.
Das mehrere 1000 Euro teure Stück wird wie bereits in den vergangenen Jahrhunderten an die Gäste des über die Region hinaus bekannten Siederfestes verkauft. Der Kuchen ist dreistöckig, eine wichtige Zutat sind Haselnüsse. Mehr wollte Spoden nicht verraten. „Das Rezept kennt nur der Siedersbäcker.“ Ein kurzer Frost hatte im Vorjahr einen großen Teil der Haselnussernte in der Türkei zunichte gemacht: Das Land am Bosporus ist mit 70 Prozent der weltweiten Ernte die mit Abstand wichtigste Anbaunation von Haselnüssen - die Preise stiegen daraufhin immens an.
Der Siederskuchen ist einer der Höhepunkte des jährlichen Festes. Bis zum Montag erwartete der Veranstalter rund 30 000 Besucher in der Stadt. Die Festordnung des Salzsiederfestes reicht bis ins Jahr 1785 zurück. „Große Teile des Festes sind immer noch unverändert“, sagte Spoden. „Der Kuchen geht auf eine Sage zurück.“ 1316 soll die Stadtmühle gebrannt haben. Das hätten damals die Salzsieder - sie gewannen aus dem Brunnenwasser das wertvolle Salz - bemerkt und die Müllerfamilie aus der brennenden Mühle gerettet. Als Dank spendierte der Müller den Siedern Mehl für einen Kuchen.
Diese Szenen würden bis heute jährlich nachgestellt, in der traditionellen Kleidung der Salzsieder, erklärte Spoder. An dem Fest wirken laut Veranstalter etwa 500 Menschen mit -Schützen, Trommler, Pfeifer, Fahne-, Kannen- und Kuchenträger kommen zur Feier ihrer salzigen Vergangenheit.
An dem Fest wirken laut Veranstalter etwa 500 Menschen mit -Schützen, Trommler, Pfeifer, Fahne-, Kannen- und Kuchenträger kommen zur Feier ihrer salzigen Vergangenheit. dpa

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