Saharastaub färbt den Himmel gelb
Der Himmel über der Region ist mal rötlich, mal gelblich, mal bräunlich eingefärbt. Regen wäscht den Staub aus und hinterlässt eine dunkle Brühe, den sogenannten "Blutregen". 'Der Höhepunkt des Wetterphänomens steht noch bevor.

Saharastaub sorgt seit Dienstag für ein Farbenspiel am Himmel über Baden-Württemberg. Das ganze Bundesland sei davon betroffen, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. "Noch bis in den Freitag hinein wird es dieses Wetterphänomen geben. Das ist selten und ungewöhnlich", sagte ein Sprecher des DWD.

Seit Dienstag ist der Saharastaub auch über der Region zu sehen. Er hat einen weiten Weg hinter sich. Nach Angaben von Patrick Vollmer, regionaler Wetterberater beim Deutschen Wetterdienst in München, sind starke Bodenwinde in Algerien, Marokko und Tunesien für den bräunlich-rötlich verfärbten Himmel verantwortlich. "Der Wind wirbelt den Staub auf. Der gelangt in höhere Atmosphärenschichten und wird durch Strömungen nach Norden verfrachtet." Über Spanien und Frankreich gelange er aus Südwesten zu uns. Der Höhepunkt werde zwischen Mittwochnacht und Donnerstagmorgen erwartet.
So schlimm, wie in Madrid, wird es nicht werden. Dort tragen Menschen wegen der hohen Staubbelastung Masken. Regen, der den Saharastaub rot auswäscht und "Blutregen" genannt wird, verhindert hier eine hohe Belastung der Luft.
Was steckt hinter diesem Wetterphänomen?
"Dies sei nichts Ungewöhnliches um diese Zeit", ordnete ein Wetterexperte des DWD ein. Dabei wird bei Tiefdruckgebieten über Nordafrika Wüstensand aufgewirbelt und in höheren Luftschichten rund um die Welt getragen. Diese Winde erreichen vor allem im Frühjahr und Sommer Deutschland. "Somit könnte die Sonne am sonst wolkenfreien Himmel dennoch sehr milchig erscheinen", erläuterten die Meteorologen. Durch leichte Niederschläge kann es dabei zu "Blutregen" kommen, wobei der Wüstensand ausgewaschen wird.
Das herabfallende Wasser färbe sich dann bräunlich. Der Sand kann beispielsweise auf Autos oder Gartenmöbeln sichtbar werden. "Teile des Saharastaubs können mit dem Regen ausgewaschen werden, insgesamt nimmt die Konzentration zum Freitag hin jedoch wieder deutlich ab." Derzeit liege nach Angaben des Meteorologen schon wegen der anhaltenden Trockenheit viel Staub in der Luft. Nordostwinde tragen den Wüstensand ab Donnerstag dann wieder aus Deutschland heraus.

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