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Bruchsal/Stuttgart (dpa/lsw)

Lautensack bewirbt sich nicht mehr um Spitzenposten bei Polizei

  
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Der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Joachim Lautensack, bewirbt sich nicht mehr um einen Spitzenposten im Rahmen der Polizeireform. «Eine neuerliche Bewerbung meinerseits würde nicht wirklich Sinn machen», erklärte Lautensack am Donnerstag in Bruchsal.

Joachim Lautensack beklagt eine bewusste Ausgrenzung. Foto: Patrick Seeger/Archiv
Joachim Lautensack beklagt eine bewusste Ausgrenzung. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Die neuen Anforderungsprofile für die Bewerber um die Stellen der Polizeipräsidenten seien passgenau auf alle bisherigen Auswahlkandidaten zugeschnitten. Damit werde er als Person von vornherein ausgegrenzt.

Der 59-Jährige erneuerte seine Kritik an der Vergabepraxis des Innenministeriums: Es gebe durchaus «gute Gründe», auch die neue Stellenausschreibung juristisch zu hinterfragen. «Einen weiteren, möglicherweise sehr lange andauernden Rechtsstreit und noch längere Vakanzen bei den dringend notwendigen Führungspositionen will ich mir und der Polizei jedoch nicht mehr zumuten.» Er betonte, es sei ihm nie um persönliche Motive gegangen, sondern ausschließlich um die rechtliche Klärung des Personalauswahlverfahrens.

Lautensack hatte sich im vergangenen Jahr auf fast alle Präsidenten- und Vizepräsidentenposten der zwölf neuen Präsidien beworben und war überall abgelehnt worden. Er bezeichnete die Postenvergabe als rechtswidrig und klagte dagegen. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hatte Fehler in der Besetzung der Führungsposten kritisiert und Änderungen bei der Personalauswahl angeordnet. Deswegen sind die Polizeipräsidenten und ihre Stellvertreter seit Jahresbeginn nur kommissarisch im Amt.

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