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Kommentar: Schneckentempo

  
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Geht es um technologische Neuigkeiten, bewegen sich Deutschlands Behörden mal wieder im Schneckentempo. Dies sieht in Baden-Württemberg nichts anders aus als im Rest der Republik.

von Michael Schwarz

Geht es um technologische Neuigkeiten, bewegen sich Deutschlands Behörden mal wieder im Schneckentempo. Dies sieht in Baden-Württemberg nichts anders aus als im Rest der Republik.

Bereits vor sieben Jahren entwickelten deutsche Wissenschaftler im Zuge des Ebola-Ausbruchs in Westafrika die Software Sormas, mit der relevante Daten digital erfasst und verknüpft werden können. Jetzt soll dieses System in allen deutschen Gesundheitsämtern eingesetzt werden, um einen regional spezifischen Überblick über die Corona-Pandemie zu bekommen – von Infektions- bis hin zu Quarantänefällen. Obwohl es hier einen Beschluss von Bund und Ländern mit der Frist bis Ende Februar gibt, schert sich eine erhebliche Zahl der Ämter einfach nicht darum. Stattdessen wird auf Faxe und händische Aufschriebe gesetzt.

Als Folge ist der Austausch mit Ämtern aus anderen Regionen oder gar Bundesländern oft nur schwer möglich. Wenn höchste Ansprüche beim Datenschutz und eine gewisse Technikaversion zusammenkommen, dann ist es schwer, mit modernen Mitteln eine Pandemie zu bekämpfen. Dies gilt übrigens für die Warn-App genauso wie für Sormas. Man stelle sich nur vor, beim Datenschutz würden bei Facebook ähnliche Maßstäbe angelegt? Doch in US-Konzerne scheint das Vertrauen wohl größer zu sein.

 

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