Oettingers beenden "wankelmütige Ehe"
Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger und seine Frau Inken trennen sich nach 13 Jahren Ehe. „Nach eingehender Prüfung haben wir uns heute im Einvernehmen dazu entschieden, getrennte Wege in Freundschaft zu gehen“, sagte Oettinger. Der 54-jährige CDU-Politiker und seine 41 Jahre alte Frau beendeten damit monatelange Spekulationen über eine Ehekrise.

- Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger und Ehefrau Inken posieren bei der Benefiz-Gala "Tribute To Bambi" in Stuttgart (Archivfoto vom 29.11.2006) -
Es soll bei einem Maskenball der Jungen Union in den 80er Jahren gewesen sein, als Günther Oettinger die viel jüngere Inken Stange kennenlernte. Zum Schluss war die Ehe des 54- jährigen Ministerpräsidenten (CDU) Baden-Württembergs und der 41 Jahre alten Modedesignerin wohl auch nur noch Maskerade. Gut 13 Jahre nach der Hochzeit des kantigen Juristen und der blonden, schlanken Frau wurde nun das Aus verkündet. „Nach eingehender Prüfung haben wir uns heute im Einvernehmen dazu entschieden, getrennte Wege zu gehen“, gaben die beiden bekannt. Zuvor hatte der Regierungschef der „Bild“- Zeitung noch erklärt, sie trennten sich „in Freundschaft“.
Über eine Entfremdung war in Stuttgart schon seit über einem Jahr gemunkelt worden. Der CDU-Politiker selbst hatte seine Ehe jüngst als „wankelmütig“ bezeichnet. „Meine Frau war zunehmend unglücklich mit der Belastung, die durch Termine und Öffentlichkeit entstanden ist“, sagte Oettinger nun dem Boulevardblatt. Zuletzt hatte Inken Oettinger für Ausehen gesorgt, weil sie als Gastgeberin einen Adventskaffee mit hochkarätigen Gästen in Berlin geschwänzt hatte. Die Begründung: Sie musste ihren neunjährigen Sohn zum Fußballtraining bringen. Es war das Startsignal für weitergehende Spekulationen in der Presse.
Ob die Trennung in der öffentlichen Meinung ähnlich reibungslos über die Bühne geht wie bei Oettingers CDU-Kollegen Christian Wulff in Niedersachsen Mitte 2006, muss abgewartet werden. Im christlich geprägten Südwesten könnte Oettinger auf Skepsis stoßen. „Baden- Württemberg ist nicht Niedersachsen“, unkte ein höherer Politiker der Südwest-CDU. Der Freiburger Politologe Ulrich Eith sieht das gelassen: „Die Trennung zeigt, dass die gesellschaftliche Normalität längst auch in der Politik und in der CDU angekommen ist.“ Württembergs evangelischer Landesbischof Frank Otfried July sagte, die Trennung sei reine Privatsache. „Natürlich ist es aber immer traurig, wenn eine Ehe auseinandergeht.“

- Günther Oettinger gibt im Stuttgarter Landtag seiner Frau ein Küsschen (Archivfoto vom 26.03.2007) -
Oettingers Privatleben wird stark von den Regierungsgeschäften bestimmt. Tatsächlich rast er häufig von Termin zu Termin - und kommt nicht selten zu spät. „Uns fehlt schlicht die Zeit“, hat Inken Oettinger einmal im „Südkurier“ bekannt. Zeit nimmt er sich manchmal am Wochenende für seinen fußballbegeisterten Sohn Alexander (9) und geht mit ihm zum VfB Stuttgart ins Stadion. Die Verantwortung für das Kind wolle er auch in Zukunft gemeinsam mit seiner Frau wahrnehmen, sagte Oettinger nun.
Die Stuttgarter Inken Oettinger konnte mit dem politischen Betrieb nie richtig etwas anfangen. „Morgens beim Kaffee bereden wir mehr die alltäglichen Fragen und halten Familienrat“, vertraute die gelernte Modedesignerin einmal der „Bunten“ an. Zuletzt begleitete sie ihren Mann immer seltener zu offiziellen Terminen - und wenn, dann oft mürrisch. Bei der traditionellen Stallwächterparty der Baden- Württemberger in Berlin trottete sie offensichtlich lustlos hinter Oettinger und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hinterher. Um dann spät in der Nacht Arm in Arm mit einem „Freund“ die Sause zu verlassen.
Auch früher ließ sich Inken Oettinger nicht immer einbinden. Für Furore sorgte ihr Auftritt bei einer Mottofeier in Stuttgart, als sie im Fidel-Castro-Look kam. Das wäre etwa bei Edeltraud Teufel undenkbar gewesen. „Ich will tun, was ich will“, sagte Oettingers Frau dem „Südkurier“. Nach der Trennung kann sie diesem Motto nun endgültig nachgehen. In Baden-Württemberg erinnert nun immerhin noch ein nach ihr benannter Tunnel im südbadischen Katzenberg an die frühere First Lady.
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