Nach Überfall-Versuch: Kleinste Bank Deutschlands schafft Kamera an

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Blaufelden - Der Schock in Deutschlands kleinster Bank sitzt tief. Ihr einziger Angestellter und Leiter Peter Breiter hatte sich am Freitag gegen zwei Ganoven gewehrt, die das Mini-Geldinstitut im 500-Einwohner-Dorf Blaufelden-Gammesfeld überfallen wollten. Als er die beiden wegschubste, bekam er einen Schlag auf den Hinterkopf. „Der ist noch angeschwollen“, sagt Breiter am Dienstag. „Aber jetzt greifen wir durch und schaffen eine Kamera an.“

Die Kamera am Werkstor ist erlaubt - aber heimlich und flächendeckend dürfen Mitarbeiter nicht gefilmt werden. (Bild: dpa/tmn)

Blaufelden - Der Schock in Deutschlands kleinster Bank sitzt tief. Ihr einziger Angestellter und Leiter Peter Breiter hatte sich am Freitag gegen zwei Ganoven gewehrt, die das Mini-Geldinstitut im 500-Einwohner-Dorf Blaufelden-Gammesfeld überfallen wollten. Als er die beiden wegschubste, bekam er einen Schlag auf den Hinterkopf. „Der ist noch angeschwollen“, sagt Breiter am Dienstag. „Aber jetzt greifen wir durch und schaffen eine Kamera an.“ Die Bank mit einem schmalen, kargen Schalterraum residiert in einem alten Raiffeisen- Lagergebäude.


Offene Holztheke anstatt Panzerglas

„Ich hatte damit gerechnet, dass es irgendwann einen Überfall geben würde“, sagt Breiter. Die Bank sei in den vergangen Jahren immer wieder in den Medien und schließlich auch in sieben Jahren nun dreimal Ziel von Gaunern gewesen. „Und wir hatten bisher keine solchen Sicherheitsmaßnahmen wie in anderen Banken“, sagt er. Die offene Holztheke wolle er aber behalten, sagt der Chef der Bank mit rund 600 Kunden.

„Eine Kameraüberwachung gehört natürlich zum Standard bei den Sicherheitsvorkehrungen in fast allen Banken“, sagt Cornelia Schulz, eine Sprecherin des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin. Darüber hinaus gebe es aber auch noch viele andere Schranken, die nicht alle verraten würden. „Wir stellen allen Mitgliedsbanken umfangreiche Hinweise zur Verfügung“, sagt sie. Sollte es doch zu einem Überfall kommen, sei die oberste Regel, Ruhe zu bewahren.

Traumjob

Peter Breiter bewahrte Ruhe. Er wusste sofort, dass er die Räuber nicht in die Mini-Bank hineinlassen durfte, als sie ihn am späten Freitagabend bestürmten. Er hatte noch lange gerechnet, im Gegensatz zu seinem direkten Vorgänger mit einem Computer, bevor er Feierabend machen wollte und ihm die bislang unbekannten Täter im Hinterhof auflauerten. Er fiel eine Treppe herunter, nachdem sie ihn geschlagen hatten. „Da hab ich echt Glück gehabt“, sagt er. Am Dienstag steht er aber wieder hinter dem Bank-Tresen. „Dieser Job ist trotz allem immer noch ein Traum“, sagt Breiter.

Dass seine Bank ein Ziel sein könnte, sei klar. „Manche Diebe überfallen ja schon eine Tankstelle wegen ein paar hundert Euro in der Kasse, ein paar 10.000 Euro sind dann natürlich noch viel attraktiver“, sagt Breiter. Neben der Kamera seien weitere Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Doch auch Breiter will nicht alles ausplaudern. Den Charakter des einfachen Schalteraums ohne dicke Teppiche oder spiegelnde Glasfronten sollen sie nicht verändern.

Weniger Banküberfälle

Tendenziell gehe die Zahl der Banküberfälle bei den über 1200 Volks- und Raiffeisenbanken bundesweit aber zurück, sagt BVR- Sprecherin Schulz, ohne genaue Zahlen zu nennen. „Und dabei gibt es keinen grundsätzlichen Unterschied, ob sich eine Filiale auf dem Land oder in der Stadt befindet.“ Ein Grund sei der immer weiter abnehmende Bargeldverkehr, sagt Verbandssprecherin Schulz. In Gammesfeld laufen indes noch viele Geschäfte mit Münzen und Scheinen für die eigenen Kunden der kleinen Bank. Dabei soll es nach Breiters willen auch bleiben: „Wir wollen keine billige Zweigstelle irgendeiner Bank werden.“


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