Kretschmann kritisiert CDU-Ideen: «Machen wir alles schon»
Am Sonntag entscheiden die Menschen in Baden-Württemberg, wer nächster Ministerpräsident wird. Der aktuelle hat eine klare Präferenz und erklärt, warum er sich über den CDU-Kandidaten wundert.

Aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zeigt CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel im Wahlkampf keine neuen Ideen für Baden-Württemberg. Er lese in Interviews von Hagel immer lange Listen mit den Themen KI, Mobilität, Photonik, Robotik oder Verteidigung. «Dann bin ich doch immer sehr erstaunt. Das machen wir schon alles. Und er war dabei», sagte Kretschmann beim Wahlkampfabschluss der baden-württembergischen Grünen in Ulm.
Daneben wolle Hagel einen Sicherheitsrat oder einen Sachverständigenrat für Wirtschaft einrichten. Auch das gebe es alles schon, es heiße nur anders, so Kretschmann: «Neu ist da nicht der Inhalt, nur die Überschrift.» Dass aus neuen Überschriften großartiges entstehe, sei eher selten.
Kretschmann bescheinigt Özdemir «Erfahrung» und «Tiefgang»
Die Grünen hätten dagegen mit Cem Özdemir den passenden Kandidaten für seine Nachfolge im Ministerpräsidentenamt, sagte Kretschmann. «Wir Grüne haben jemand, der die Erfahrung und den Tiefgang hat, den man dafür benötigt.»
Bei der Landtagswahl am Sonntag wird auch über die Nachfolge von Kretschmann entschieden, der nach drei Amtszeiten nicht mehr antritt. Für die Grünen geht der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir ins Rennen, für die CDU will Landes- und Fraktionschef Manuel Hagel neuer Ministerpräsident werden. Die letzte Umfrage deutete auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen am Wahlabend und sah beide Parteien mit 28 Prozent gleichauf.
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