Fachwerk-Idyll im Schwarzwald
Gengenbach lebt mit einer filmreifen Kulisse

Nur fünf Sekunden und ein kleiner dicker Junge haben Gengenbach weltberühmt gemacht. Zwischen Fachwerkhäuschen und mittelalterlichen Stadttoren schmatzt der Knabe Schokolade - und da das Ganze Teil des Johnny-Depp-Hollywoodstreifens „Charlie und die Schokoladenfabrik“ ist, erhöhte sich auch der Bekanntheitsgrad der Schwarzwald-Stadt. Kleiner Schönheitsfehler: das Filmdorf hieß „Düsseldorf“ und die Darsteller sprachen bayrisch. Entdeckt wurde Gengenbach in einem Reiseführer - für den Film wurde ein altes Stadtbild benötigt. Und Gengenbachs Mischung aus Freilichtmuseum, Klosterstadt und Fachwerkkommune ist ziemlich einzigartig. Die 11 000 Einwohner am Ufer der Kinzig bauen für den Tourismus als wesentliche Einnahmequelle vor allem auf die Silhouette und die Lage ihrer Stadt. Sie müssen sich nach Angaben von Bürgermeister Michael Roschach (CDU) aber auch zunehmend mit den alltäglichen regionalen Wehwehchen auseinander setzen: Wirtschaft, Haushalt und Bildung, Betreuung und Infrastruktur.
Zeitgemäß „Wir wollen nicht zu einer Faller-Stadt werden, wir wollen kein Museumsimage“, meint Roschach mit Verweis auf den populären Modellbahn-Hersteller. Denkmalpflege werde in Gengenbach zwar konsequent betrieben und sei entscheidend für das Interesse der Urlauber. „Wir wollen aber auch, dass man in dieser Stadt zeitgemäß und mit Lebensqualität wohnen kann.“ Daher müssten auch Kompromisse eingegangen werden, sei dies nun die TV-Schüssel an der Hausfassade oder die Photovoltaik-Anlage.
Gengenbach war, ist und bleibt abhängig von Touristen, die in zunehmender Zahl und abnehmender Dauer kommen. Nach Angaben der Kultur- und Tourismus GmbH stammen 40 Prozent der Urlauber aus Baden-Württemberg, weitere 40 Prozent aus Nordrhein-Westfalen.
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